Mitglied inaktiv
Ich bin 33 Jahre alt und wurde 1998 zum ersten mal schwanger. Mein Mann und ich hatten uns sehr auf unser erstes Kind gefreut. Es war allerdings keine "Bilderbuchschwangerschaft". Ab der 9. SSW starkes Erbrechen, habe nicht mal ein Glas Wasser bei mir behalten und kam daraufhin für ca. 3 Wo ins Krankenhaus (Infusionen ...). In der 38 SSW bekam ich eine Schwangerschaftsvergiftung, wobei mir dann die Wehen eingeleitet wurden. Am 4. Tag danach ist unser Sohn per Kaiserschnitt auf die Welt gekommen. Wir waren alles sehr froh. Es schien, daß unser Kind gesund war. In der 13. Woche waren wir beim Kinderarzt zu einer ganz normalen Untersuchung und es stellte sich heraus, daß irgend etwas nicht in Ordnung ist. Wir erhielten nach einigen Klinikaufenthalten und zig Untersuchungen die furchtbare Diagnose spinale Muskelatrophie (Muskelschwund). Uns wurde gesagt, daß unser Kind nicht lange leben wird (max. 2 bis 3 Jahre). Wir wollten diese Diagnose natürlich nicht wahrhaben und kämpften für unser Kind. Es hat alles nichts genutzt. Unser Sohn ist mit 8 Monaten gestorben. Dies ist nun 10 Monate her. Wir konnten uns zum damaligen Zeitpunkt kein anderes Kind vorstellen. Aber jetzt wird bei uns der erneute Kinderwunsch sehr stark. Wir sind zu einer humangenetischen Beratungsstelle gegangen und uns wurde gesagt, daß die Wiederholungsgefahr bei 25% liegt. Da eine Präimplantationsdiagnostik in Deutschland nicht erlaubt ist, gibt es für uns nur die Möglichkeit einer vorgeburtlichen Untersuchung (Chorionzottenbiopsie). Von med. Sicht kennen wir die Vorgehensweise, allerdings würden mich die Erfahrungen von Müttern, die ähnliches erlebt oder vielleicht in der gleichen Situation sind wie ich sehr interessieren. Meldet Euch bitte!!! Liebe Grüße Steffi, 33
Liebe Steffi, ich bin von deinen Worten noch ganz erschüttert.... Es tut mir unendlich leid, was Euch wiederfahren ist !!! Es macht mich immer wieder wütend, wenn ich soetwas lese und ich an unser Embryonenschutzgesetz denke... Warum ist eine PID in Deutschland nicht erlaubt ???? !!!! Ich finde es ja auch nicht gut, wenn eine Präimplantationsdiagnostik für jeder Mann durchführbar ist, wie es in USA mittlerweile gehandhabt wird, aber für spezielle Fälle wie den Euren, sollte es sein... aber Nein, Deutschland stellt sich dagegen ! Ich lebe in der Hoffnung, daß sich vielleicht nun etwas tut, nachdem Frau Fischer zurückgetreten ist. Hoffentlich !!! Ich hoffe natürlich, daß bei mir diesmal alles gut geht, aber leider endeten meine bisherigen durch IVF erzeugten Schwangerschaften immer wieder in der 8. Woche...und daher habe ich mich mit dem Thema PID auch schon ziemlich intensiv beschäftigt. Allerdings wenn cih mir vorstelle was Euch wiederfahren ist, da erscheint einem die eigene Angst und TRauer regelrecht lächerlich... Sollte ich eine erneute FG erleiden und ein Gendefekt festgestellt werden, dann werde ich wohl Brüssel oder Dänemark als Behandlungsort in Erwägung ziehen, auch wenn es mich dann wesentlich teurer kommt. Ich kann Dir leider nicht zu dem Thema Chorionzottenbiopsie sagen, aber ich glaube, Du könntest dieses Posting vielleicht mal ins Schwanger wer noch oder RuB setzen, da wissen vermutlich mehr darüber bescheid. Und vielleicht können Dir auch einige ihre Erfahrungen berichten... Da hier alle am Versuchen sind, werden sich hier vermutlich nicht so arg viele finden... Viel Glück für die Zukunft, Ela
Danke Ela für Deine Antwort! Hast Du Dich schon intensiv mit einer PID beschäftigt? Eine Anfrage bei einem Humangenetiker hat mich schon fast wieder von dem Gedanken an eine PID abgebracht, da diese im Ausland ca. 20 bis 30.000,-- DM kosten würde (klar, für ein gesundes Kind würde man so manches geben). Allerdings gibt es wohl kein Labor auf der ganzen Welt, das Ihre außerkörperliche Untersuchung als 100%ig einstuft. Es wird trotz allem nochmal eine Chorionzottenbiopsie in der entsprechenden SSW durchgeführt. Am 17. Januar haben wir nochmal ein ausführliches Gespräch mit einem Humangenetiker, der sich anscheinend in diesem Gebiet sehr gut auskennt und wohl auch bei der Bundesärztekammer einem Kreis beisitzt, der sich mit PID zur Zeit intensiv befasst. Falls Du Interesse hast, kann ich Dir ja über dieses Gespräch berichten! Ansonsten wünsche ich auch Dir viel Glück! Steffi
Hallo Steffi, ich wäre sehr daran interessiert ! Hier gebe ich Dir gleich auch noch mal meine Mailaddi: fam.schmuck@t-online.de Ich hoffe zwar innigst, daß ich es nicht mehr benötige, aber generell interesiert mich dies schon sehr..... Ich wäre Dir sehr dankbar für die Info, bis dann, Ela
Hallo Ela, ich werde mich auf jeden Fall bei Dir melden (hoffe allerdings, daß meine Fastplatte nicht den Geist aufgibt)!
Hallo Steffi, ich weiß nur von einer Freundin, die eine Ch-Biopsie hat machen lassen: sie war mit Zwillingen schwanger und eines war im Wachstum sehr stark hinterher. Es stellte sich heraus, daß dieser Embryo an Trisomie 18 oder Edwards-Syndrom litt. Diese Kinder werden im Höchstfalle 1 Jahr alt, die meisten sterben im Mutterleib ab. Das hätte hier das leben des anderen Kindes sehr gefährdet. Das kranke Kind wurde durch eine Kaliumspritze ins Herz getötet. Natürlich gibt es die Gefahr des Aborts in solchen Fällen. Hier ist alles gut gegangen. Grüße, Jenny
Hallo Jenni, danke für Deine Antwort! Was mich noch interessieren würde, wie hat Deine Freundin den Eingriff überstanden?