Mitglied inaktiv
Liebe Janne! Ich kann dich wirklich gut verstehen. Mir tut es auch immer besonders weh, wenn ich all die Leute, die zur gleichen Zeit wie ich entbunden habe, jetzt treffe und sie entweder grade schwanger sind, oder mit dem Kinderwagen unterwegs. Das tut verdammt weh, überhaupt jetzt. Ich weiss nicht, ob es dir auch so geht, aber ich fühle mich irgendwie gar nicht als "richtige Frau". Dadurch, dass ich so selten meine Menstruation habe. Welche Beschwerden hast du noch? Ich habe leichte Akne und Übergewicht, das ich seit Jänner aber bereits um 14kg reduziert habe. Das soll besonders wichtig sein bei PCO. Funktioniert bei mir allerdings nur mit einer kohlenhydratarmen Diät! Ich hoffe du meldest dich bald wieder! Alles Liebe cyster (Jutta)
Hallo Jutta! Ich kann deine Gedanken auch in Hinsicht darauf das man sich schon fast nicht mehr als "richtige Frau" fühlt sehr gut verstehen. Ich hab besonders am Anfang meiner Erkrankung diese Gedanken gehabt und es hat mich sehr niedergeschlagen. Irgendwie war es für mich immer selbstverständlich das Frauen Kinder kriegen, aber nach dieser Diagnose...für mich hat sich viel geändert. Eine für mich wichtige und für viele Frauen immernoch selbstverständliche Sache entpuppte sich als der reinste Hürdenlauf. Ich habe ausser das ich ohne Medikamente keine Mens bekomme und eine zeitlang stärkere Schmerzen (eine Art Ziehen) am linken Eierstock hatte, eigentlich keine Beschwerden. Jedoch ist es bei mir die Psyche, die am meisten leidet. Ausser hier im Internet, kann ich mich leider mit niemandem austauschen. Mein Freund ist sehr lieb und verständisvoll, er unterstützt mich wenn er kann, aber in der Hinsicht steh ich ziemlich alleine da, da er sich mit der Krankheit ja nicht auskennt. Ich hoffe auch bald mal wieder was von dir zu hören. Bis dahin alles Gute und Liebe Grüsse, Janne
Liebe Janne! Ich verstehe dich sehr gut. Auch mein Mann ist sehr liebe- und verständnisvoll. Aber meinst du nicht, dass wir sie ein bisschen damit überfordern, schließlich sind sie doch Männer und haben keine Ahnung, was sich in der Psyche einer Frau abspielt. Ich glaube, wir dürfen einfach nicht die Hoffnung aufgeben und wir müssen viel mehr Vertrauen in unseren eigenen Körper haben. Ich bin sicher, er weiss warum wir nur so selten eine Eisprung haben, und wenn wir ihm vertrauen und geduldig sind und natürlich auch an uns arbeiten, dann wird sich die Situation bessern. Ich glaube, durch die ganzen Hormone die wir ständig schlucken, haben wir einfach keine Beziehung mehr zu uns selber! Sehr traurig, aber wahr! Mein erster Schritt zur Besserung war sehr schmerzhaft, es war die Bewusstwerdung. Erst nachdem ich gelernt habe mich zu akzeptieren, kann ich auch meine Weiblichkeit annehmen, und mit jedem kleinen Schritt wird es besser! Ich wünsche auch dir nur das Beste! Deine cyster
Hallo Jutta, ich denke du hast Recht, für Männer ist das einfach eine andere Welt mit dieser Krankheit als für uns. Aber es ist schon sehr viel Wert von dem Menschen den man liebt in den Arm genommen zu werden wenn sich wieder eine Depri-Phase bemerkbar macht! Und das hilft mir auch besser damit umzugehen. Ich glaube ein wichtiger Schritt bei dieser Erkrankung ist es sie zu akzeptieren, denn sonst arbeitet man gegen sich selbst. Auch wenn es schwer fällt sollte man häufiger versuchen abzuschalten und an was anderes denken. Ich bin optimistisch was die Zukunft betrifft, bei uns allen wird es früher oder später klappen. Wir müssen "nur" ein bisschen mehr üben als gesunde Paare, aber ich hab schon jetzt das Gefühl, dass ich dieses Glück wenn es denn mal klappen sollte, viel mehr zu schätzen weiss. Ich seh es nicht mehr als eine Selbstverständlichkeit der Natur an, sondern als ein ganz besonderes Geschenk. Vielen Dank fürs zuhören, alles Liebe und Gute von Janne