Mitglied inaktiv
Hallo ihr Lieben, hat jemand von euch den aktuellen Spiegel Nr 29 gelesen?? Da geht es um späte Mutterschaft. Es wird von Frau Lakotta ein Bericht geschrieben, der die Kinderwunschpaare übels verunglimpft. Bitte lest ihn und schhreibt an den Spiegel eure Meinung dazu. Liebe Grüße, Barbara
Ich empfinde den Bericht nicht als Verunglimpfung. Warum? Im Prinzip macht er nur klar, daß es ein gewisses Konfliktpotental zwischen Karriere und Kinderkriegen gibt. Und es deshalb häufig Frauen über 35 gibt, die sich einer KIWI-Behandlung unterziehen. Evt. etwas krasse Kommentare sind zitiert... Ich verstehe Deine Aufruhr nicht. Viele Grüße, Klara
Hallo Klara, es wundert mich, daß du das Thema so locker siehst. Ich für meinen Teil hatte nach 9 Kinderwunschjahren keinerlei Karrieregründe erst mit 35 Jahren nach etlichen Fehlgeburten und der Odysse längs die Ärzteschaft in der Reproklinik gelandet zu sein. Und ich bin nur eine von Millionen. Und sehr sehr viele Frauen in diesem Forum erleiden das gleiche. Schaue doch mal bitte in dieses Forum, http://www.babyhilfe.de/phpBB/viewforum.php?forum=2&272
.
Das ist zum Beispiel ein leserbrief einer Bekannten dazu. Sehr geehrte Frau Lakotta, zu Ihrem o.g. Artikel möchten wir folgende Bemerkungen ausführen: Selten haben wir – gerade von einer renommierten Zeitschrift wie „Der Spiegel“ – einen so schlecht re-cherchierten Artikel gelesen. Sie reihen sich damit in die bunte Klatschpresse von Super-Illu und Bild-Zeitung ein und reißen das Niveau des „Spiegels“ auf die unterste Stufe herunter. In Ihrem Artikel berichten Sie – fast schon sensationslüstern – von älteren Frauen (z.B. die amerikanische Starfotofrafin Annie Leibovitz, die im Alter von 52 mit Hilfe der Reproduktionsmedizin ein Kind bekam und auch von einer Italienerin, der im Alter von 62 Jahren von ihrem Arzt Dr. Severino Antinori zu ei-nem Kind verholfen wurde. Diese Beispiele gingen in den letzten Wochen durch die Öffentlichkeit und zwar vor allem durch Artikel in den Klatschmedien. Mit solchen Beispielen kann man natürlich Auflagen einer Zeitschrift steigern, jedoch zeigen diese das Ausland und nicht die Realität in Deutschland. In Deutschland gibt es ca. 2 Millionen ungewollt kinderlose Paare und diese nur zu einem kleineren Pro-zentsatz über 35. Der Großteil der Paare, die sich in der Kinderwunschbehandlung befinden, liegt al-tersmäßig um die 30. Diese und auch die älteren Paare haben schon oftmals langwierige Behandlungen wegen nicht erfülltem Kinderwunsch hinter sich. Einige „probieren“ es auch jahrelang auf dem „natürli-chen“ Weg, bevor sie sich auf den Weg in Kinderwunschpraxen machen. Hier trifft sie dann das nieder-schmetternde Ergebnis, dass ? die Frau aufgrund von z.B. verklebten Eileitern, Endometriose oder Verformung der Gebärmutter nicht schwanger wird oder ? das Spermiogramm des Mannes so schlecht ist, dass nur eine künstliche Befruchtung in Frage kommt, was in einer immer zunehmenderen Zahl der Fall ist. Von einer „beliebigen Planbarkeit der Schwangerschaft“ kann hier überhaupt nicht die Rede sein. Es handelt sich bei dem Weg in die Kinderwunschpraxen eher um den letzten Ausweg, sich nach jahrelan-gen Bemühungen auf natürlichem Weise den Kinderwunsch zu erfüllen. Wenn Sie zitieren: „Eine egoistische Einstellung: Die Frauen sehen nicht das Wohl des Kindes, sondern zuerst ihr eigenes“ so entspricht das nicht den Tatsachen. Wir „Kinderwunschpaare“ sehen das Wohl des Kindes! Wir planen seit Jahren für das Wohl des Kindes und wollen uns nicht egoistisch eigene Träume erfüllen! Teilweise haben wir uns die geeignete Wohngegend ausgesucht, ein Haus gebaut und vieles mehr, um dem Kind eine glückliche Kindheit zu ermöglichen. Ist das „das Wohl der Mütter“??? Oder ist hier nicht wirklich das Wohl des Kindes gerade in der heutigen Zeit gemeint??? Wenn Sie weiter ausführen: „Nicht wenige hätten erst ein, zwei Jahre zuvor eine Abtreibung hinter sich gebracht“, so kann ich darauf wiederum nur antworten: Schlechte einseitige Recherche! Sie sollten sich mal mit Kinderwunschpaaren in Verbindung setzen und nicht irgendwelche Aussagen aus der Luft grei-fen! Zu Ihrem Absatz ... „Das Kind in der Warteschleife“, so die Mediziner, könnte eines Tages den Konflikt zwischen Karriereplanung und Kinderwunsch lösen: Eine Frau könnte in jungen Jahren ein Kind auf Eis legen, einen Posten ergattern und anschließend Mutter werden“ kann ich nur auf meinen vorherigen Absatz verweisen. Keine von uns Kinderwunschpaaren in Deutschland legt mit 20 bis 25 Jahren (laut Ihrem Artikel ja aus medizinischer Sicht das ideale Alter um Kinder zu bekommen) Eizellen auf Eis, macht dann Karriere und holt sich nach Bedarf ihr Kind von der Stange. Im vorletzten Absatz schreiben Sie weiter „...Dabei müssen alte Schwangere mit ernsten gesundheitlichen Komplikationen rechnen: Thrombosen, erhöhtem Blutdruck, Wassereinlagerungen. Mit jedem Jahr steigt auch das Risiko, ein behindertes Kind zu bekommen“. Sie zielen hiermit auf die Fruchtwasseruntersu-chungen ab, die eine Schwangere ab dem 35. Lebensjahr als Vorsorgemaßnahme vornehmen lassen kann. Auch hier können wir Ihnen wiederum nur schlechte Recherche vorhalten. Die Fruchtwasseruntersu-chungen werden eben erst ab dem 35. Lebensjahr vorgenommen. Bei jüngeren Schwangeren (hier ist die Untersuchung freiwillig und muss zum größten Teil auch von den Betroffenen selbst übernommen wer-den) gibt es also keine Statistik, die darauf hinweist, wie hoch die Rate „Down-Syndrom“ bei ihnen ist. Weiterhin wird im Ausland die PID bereits durchgeführt. Durch die PID, die ja nur bei einer künstlichen Befruchtung zum Tragen kommen kann, können eventuelle Behinderungen des Kindes im Vorwege un-tersucht werden. Hier verweisen wir auf Absatz 3, Seite 1 dieses Schreibens, aus dem klar hervorgeht, dass wir Kinderwunschpaare zum größten Teil schon einen langen Weg auf dem Wunsch nach einem Kind hinter uns haben. Die Untersuchungen finden also entsprechend erst bei 35-jährigen und älteren statt, womit klar besagt ist, dass es bei jüngeren Schwangeren gar nicht erst zu so einer Untersuchung kommt. Sehr geehrte Frau Lakotta, wir fordern Sie hiermit auf, einen „Sensations-Journalismus“ wie Sie es in Ihrem Artikel betrieben haben, zu unterlassen und der Berufssparte „Journalismus“ gerecht zu werden, indem Sie auf einseitige Recher-chen verzichten und sich auch die Meinungen der Betroffen anhören. Ihren Artikel empfinden nicht nur wir „als Ohrfeige“ gegen uns Kinderwunschpaare. Wir erwarten von Ihnen eine Stellungnahme und verbleiben mit freundlichem Gruß
Also, ich fand den Spiegel-Artikel sehr interessant und nicht verunglimpfend. Es gibt eben tatsächlich Frauen, die den Kiwu aus Karriere- und anderen egoistischen Gründen (Freiheit, Reisen etc) aufschieben, bis es (fast) zu spät ist, und dann "auf den letzten Drücker" Hilfe in der Repromedizin suchen. Aber das hat doch nichts mit den Mädels hier im Forum zu tun. Verstehe auch die Aufregung nicht. LG Sabine
leider hab ich den Artikel nicht gelesen, versuche aber, da ran zu kommen. Ist der vielleicht auch im internet? Dann würd ich ihn schnell mal lesen und dann mein urteil abgeben. LG Biene
Hallo Barbara, ich habe den Spiegelartikel ausführlich gelesen und kann ehrlich gesagt die Aufregung auch nicht ganz nachvollziehen. Auch ich "übe" seit 2 Jahren vergeblich und auch ich muß mich mit dem Gedanken auseinander setzen, mich auf Nachhilfe der Medizin einzulassen. Der Zusammenhang in dem jedoch der Spiegelartikel geschrieben ist, ist doch ein völlig anderer. Hier geht es doch tatsächlich um ein verändertes Rollenbild. Ich persönlich hab mich schon das ein- oder andere Mal in dem Artikel wiedererkannt, denn auch ich gehöre zu den Frauen, die sich erstmal eine gesicherte Existenz aufbauen wollten, bevor sie ein Kind in die Welt setzen. Dass ich jetzt die Konsequenzen daraus zu tragen habe, steht auf einem anderen Blatt, aber ich gehöre nicht zu den Frauen, die es als erstrebenswert empfanden, unmittelbar nach der Ausbildung (oder sogar in der Ausbildung) die Mutterrolle zu schlüpfen. Ich will diese Frauen auch ganz gewiss nicht verurteilen sondern meine das durchaus wertneutral, aber Fakt ist doch tatsächlich, daß die Erstmütter immer älter werden. Und genau den Gründen geht der Artikel sachlich und ausführlich nach. Auch bin ich weiterhin der Meinung, daß berufstätige Mütter KEINE Rabenmütter sind, sondern das vielmehr Vater Staat mehr für die Kinderbetreuung (auch der ganz kleinen) tun müßte. Ich empfinde es als eine Schande, das Frauen mit Kindern geradezu dazu gezwungen werden, ihren Beruf an den Nagel zu hängen - zumindest für die ersten drei Jahre und häufig auch länger. Und in HighTech-Bereichen sind drei Jahre nunmal eine unglaubich lange Zeitspanne, die ausreicht den Anschluss völlig zu verpassen. Die Statistik in dem Spiegelartikel (nur 2% der Kinder unter 3 haben Chancen auf einen Betreuungsplatz) spricht doch Bände. Ich finde, der Spiegelartikel macht nachdenklich - und insofern kann man ihm keinen "schlechten" Journalismus ankreiden. Denn im Gegensatz zu den einschlägigen Blättern, die in erster Linie polemisieren, bleibt hier am Ende ein Fragezeichen, mit dem sich jeder auf die ein- oder andere Art auseinandersetzen kann. Alleine die Tatsache, das wir hier darüber diskutieren zeigt doch schon, das er ein gewisses Ziel erreicht hat. Euch allen noch einen schönen Tag und liebe Grüsse Anke