Elternforum Erster Kinderwunsch

Eine etwas persoenliche Frage

Eine etwas persoenliche Frage

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Hallo, ich habe eine etwas persoenlichere Frage. Immer wieder bin ich erstaunt, was viele Paare durchmachen um ein leibliches Kind zu bekommen. Ich selber bin adoptiert und kann das nicht so richtig nachvollziehen. Habt ihr euch schon mal ueberlegt, ein Kind zu adoptieren? Mein nicht-(leiblicher) Bruder und ich sind beide als Kleinkinder adoptiert worden und ich wuerde mal behaupten, meine Eltern haben mit uns genauso viel Freude gehabt wie mit leiblichen Kindern. Meine Mutter hatte uebrigens 2 FG und das dritte Kind hat nur ein Tag gelebt. Ich hoffe die Frage ist nicht zu persoenlich, mich wuerde jedoch die Antwort sehr interessieren. Gerade diese Frage kann man Freunden oder Bekannten schlecht stellen, da sie sich "verpflichtet" fuehlen etwas nettes ueber adoptierte Kinder zu sagen. Ich selber habe eine Tochter und koennte mir gut vorstellen, ein Kind zu adoptieren. Allerdings finde ich, dass Eltern die keine Kinder haben koennen "Vorrang" haben sollten, dewegen kommt es fuer mich momentan nicht in Frage. Vielen Dank fuer's lesen. DorisL


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Hallo Doris, ich kann hier zwar nicht für alle sprechen / schreiben aber ich versuchs mal mit meiner Version. Wir sind nicht Verheiratet = 1. Minuspunkt. Wir sind zusammen älter als 60 Jahre = 2. Minsupunkt. Wir arbeiten beide vollzeit = 3. Minuspunkt. So geht es weiter... Man muss heutzutage solch extremen Voraussetzungen erfüllen, um ein Kind adoptieren zu können (was wir uns auch gut vorstellen könnten!!), dass man kaum mehr eine Chance hat. Wenn man dann überhaupt soweit kommt, ist die Wartezeit so lange, dass man spätestens danach insgesamt über 60 Jahre alt ist *grins*. Musterfamilie, die ein Kind bekommen würden, wäre wahrscheinlich: - Verheiratet - Komplette Familie unbescholten am besten mit Diplomaten, Ärzten etc. in der Verwandtschaft - Mann bringt 10.000,00 DM netto mit heim (am besten auch ein Arzt, Lehrer, Diplomat etc.) - Frau ist ein gutes Hausmütterchen - schönes großes Haus im Grünen So schade wie es ist, da kann man schon verzweifeln. Das ist wahrscheinlich früher einfacher gewesen als heute. Liebe Grüsse Julie


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Liebe Doris, eigentlich habe ich hier nichts zu suchen, da ich einen Sohn habe und das zweite Kind erwarte. Also, wenn ich keine Kinder bekommen könnte, würde ich mich wahrscheinlich um eine Adoption bemühen. Auch finde ich es klasse, wenn man einem elternlosen Kind eine geborgene und glückliche Kindheit schenkt. TROTZDEM: Ein eigenes Kind mit dem geliebten Partner zu zeugen, es auszutragen und auf die Welt zu bringen, ist für eine Frau einfach so ein wunderschönes und bereicherndes Erlebnis, daß es eben (fast) jede Frau gern erleben möchte. Was ich auch jeder von den Mädels hier von Herzen wünsche. Ich glaube, ich würde auch alles mögliche auf mich nehmen, wenn es natürlich nicht klappen würde. Alles Gute und liebe Grüße Sabine


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Liebe Doris, als mein KiWu noch unerfüllt war, habe ich es mir nicht vorstellen können, ein Kind zu adoptieren. Platt gesagt, ich wollt mich fortpflanzen. Das stand natürlich nur zum Teil hinter dem KiWu. Natürlich will man auch Elternteil sein. Auch bei uns wären die Chancen nicht sehr groß gewesen, war ich doch schon 34 und mein Partner gar 43 zu Beginn der ungewollten Kinderlosigkeit. Jetzt allerdings könnte ich mir vorstellen, ein nichtleibliches Kind genau so zu lieben wie ein leibliches. Im Übrigen bin ich nicht ganz Deiner Meinung, ich finde die Maxime, die das Jugendamt hat, nämlich das Wohl des Kindes in den Mittelpunkt zu stellen, bei der Wahl von Adoptiveltern, voll und ganz richtig. Vermutlich haben allerdings viele Jugendämter tatsächlich eine etwas spießige Vorstellung vom guten Elternhaus. Gruß, Jenny


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klar hat diese frage berechtigung. also, wenn du mich fagst, ist das eine ebenso schwere entscheidung wie die, die hier paare treffen, die sich auf kiwu-behandlungen einlassen. klar! heute gibt es ja viele wege nach rom. für mich persönlich käme es auf jedenfall noch eher in frage, ein kind zu adoptieren, als eine heterologe insemination mit fremdsamen durchführen zu lassen. ich finde das aus meiner persönlichen moralischen sicht wesentlich ethisch vertretbarer. was aus eigenen wie aus adoptionskindern im laufe der entwicklung wird, das kann ohnehin niemand vorhersagen, allerdings gibt es studien, denen zufolge alle kinder von der genetik her zum grossteil nach ihren eltern schlagen. nun gut, ob das immer so sein muss, darüber habe ich mir keine gedanken gemacht. wert würde ich darauf legen, dass das kind nicht zu alt ist, um optimal in eine neue familie integriert werden zu können. das ist halt immer das leid der etwas älteren, die haben es eben noch schwerer, denke ich mal aus den augen eines laien.


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ich habe mir noch keine konkreten Gedanken über eine Adoption gemacht. Aber ich weiß, daß es ein sehr langwieriger Weg sein soll... Ob ich allerdings eine ICSI durchführen lassen würde, weiß ich auch nicht. Am liebsten wäre es mir natürlich, wenn es doch noch mit dem leiblichen Kind klappen würde, genug Streß habe ich ja schon hinter mir... Ich denke sowohl eine künstliche Befruchtung als eine Adoption sind ein steiniger weg. Umso größer meine Hochachtung für die, die diesen Schritt gehen (müssen). Alles Liebe Petry


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Liebe DorisL! Ich könnte hier ganze Romane über meinen unerfüllten Kiwu schreiben (schaue jetzt gerade niedlich zu meinen Mädels im Chat ... *grins*), aber das würde wohl doch den Rahmen sprengen. Also wirklich die absolute Kurzfassung: Am Anfang des Kiwu dachte ich immer, ich gehe bis zur ICSI. Nun üben wir zwar schon über 2 Jahre vergeblich, aber meine Einstellung hat sich komplett verändert. Das kann sich schlagartig von heute verdrehen. Eben noch ratlos, weisst Du auf einmal: Diesen Weg gehe(n) ich/wir! Stehst voll dahinter, stöhnst sicher auch öfter, aber Du gehst ihn, komme was wolle. Wir sind "ganz frisch dabei" ein ausländisches Kind zu adoptieren. Wird sicher einige Zeit gehen, aber die ersten Schritte sind getan ... Ich war halt irgendwann an dem Punkt, an dem ich dachte, wenn ich jetzt mit den Behandlungen weiter gehe, dann hab ich das Gefühl, ich würde der Natur etwas "abtrotzen" wollen Vielleicht SOLL es so sein, dass wir kein leibliches Kind bekommen - weil irgendwo in der weiten Welt eine kleine Kinderseele sitzt, die genau zu UNS gehört. Das ist KEINE Kritik an den Frauen die Behandlungen machen lassen, dafür habe ich ABSOLUTES Verständnis!!! Es ist einfach nur ein Gefühl, dass man eben hat oder nicht. Es kann sehr gut sein, dass sich das wieder ändert und nur dann bin ich bereit für IVF etc. Ich dachte mir halt, es gibt wirklich sooo viele verlassene Kinder auf der Welt, denen es denkbar schlecht geht, bzw. die keinerlei Zukunftschancen haben. DA MUSS MAN (WIR) EINFACH WAS TUN! Gerade ausländische Kinder leben oft in sehr schlimmen Situationen. Ein deutsches bzw. europäisch aussehendes Kind (noch dazu am liebsten ein Baby), wollen fast alle. Wir haben uns deswegen ganz bewusst für ein ausländisches Kind entschieden. Die anderen Kinder haben wohl keine Probleme vermittelt zu werden. Die "Bedingungen" für Auslandsadopitonen (z.B. wegen des Alters) sind z.T. etwas "einfacher" zu erfüllen - dies ist natürlich eine Chance z.B. für "ältere Eltern". Ich hoffe, dass wir wirklich einem Kind unsere Liebe und eine neue Familie schenken dürfen. Drück uns bitte die Däumchen, ja?! Du bist ja der "lebende Beweis", dass so etwas sehr gut gehen kann ... Sollte irgendjemand nähere Infos dazu haben wollen, ich stehe zur Verfügung! Einfach anmailen ... (Adresse ist oben im Namen hinterlegt!) Liebe Grüsse Caty


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Not flesh of my flesh, nor bone of my bone, but still miraculously my own. Never forget for a minute, you didn't grow under my heart but in it! One hundred years from now it will not matter what kind of car I drove, what kind of house I lived in, how much money I had in my bank account, or what my clothes looked like. But the world may be a little better because I was important in the life of a child. Ach ja noch was zum Schluss zu mir: Ich war einige Jahre Tagesmutter, vielleicht hat mir das gezeigt, wie sehr man "fremde" Kinder lieben lernt und wie sehr man mit der Zeit zusammen wächst!


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Liebe Cathy, Meine Freundin hat sich so wie Du entschlossen, und zwar werden sie ein chinesisches Baby adoptieren - und sie strahlen soviel Freude aus. Sie hat eine 6jährige Tochter (durch Insemination, weil ihre Eileiter beide nicht mehr funktionieren) und seitdem versuchen sie vergeblich ein 2. Mal schwanger zu werden. Ich werde ihr die beiden Gedichte umgehend schicken, denn sie sind wunderschön. Ich denke, liebe Cathy, Du gehst den richtigen Weg und ich wünsche Dir alles Glück dieser Erde dazu !!! Liebe Grüsse, Heleen.


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Liebe heleen! Danke Dir für Deine Worte! Wir denken auch, dass wir uns richtig entschlossen haben! Verhüten werden wir jetzt nun natürlich nicht, d.h. es kann durchaus sein, dass sich das Leben "durchmogelt" und wir dann evtl. zweifache Eltern sind. *grins* Liebe Grüsse Caty