Mitglied inaktiv
Liebe Petra, oh ich verstehe dich auch sehr gut. Ich habe auch das Gefühl daß ich reif für die Couch bin. Bei uns ist leider so, daß "unsere" Spermien nicht in Ordnung sind und das ist nicht behandelbar!!!! Das heißt entweder ICSI oder ein Leben ohne Kinder. Mein Mann hat mit ICSI aus vielen Gründen (noch) nichts im Sinn und das macht mich ganz fertig, weil das im Prinzip bedeutet kinderlos zu bleiben. Wenn wir einen Abend mit "Eltern" verbracht haben staut sich alles was die so über Kinder erzählen in mir auf, so daß ich dann, wenn wir zu Hause sind anfange zu weinen oder irgendwie extrem schlecht drauf bin. Da ich dann nicht jedesmal sagen will: "Es ist weil wir keine Kinder haben können", denn dann fühlt er sich ja wieder schuldig, sage ich mittlerweile gar nichts warum ich so schlecht drauf bin. Für ihn ist es dann so, als ob ich total launisch wäre. Was ich damit sagen will, seid bitte froh, daß bei ihm alles in Ordnung ist, denn alles übrige ist nicht so schlimm wie ICSI. Ihr habt doch noch alle Möglichkeiten einer "relativ" normalen Zeugung, was bei uns ausgeschlossen ist. Bei euch können jetzt Streß und Stimmungstiefs die Misere auslösen. Das kann sich aber ändern. Ich würde dir wirklich empfehlen ärztlich jetzt alle Möglichkeiten zu erkunden, was ihr tun könnt und das wird dir sicher wieder genug optimismus geben. Den Job würde ich an deiner Stelle aufgeben. Wer Spaß an der Arbeit hat, denkt nicht dauernd ans Kinderkriegen und vielleicht wirkt sich diese Freude auch psychisch und physisch auf den KIWU aus. Ich sags nochmal und das soll jetzt bloß nicht altklug wirken. Seid bloß froh, daß bei euch beiden medizinisch gesehen alles halbwegs in Ordnung ist. Das ist schon viel mehr als bei vielen anderen! Und das Problem mit der Schwangerschaft deiner besten besten Freundin kenne ich nur gut. War bei mir genauso. Wir haben beide zusammen versucht schwanger zu werden. (Sie ist allerdings um einiges jünger als ich) Nach dem ersten Monat dieser gemeinsamen Forschung nach dem ES etc. war sie schwanger.Einen Monat nachdem ihr Kind geboren wurde wurde bei meinem Mann festgestellt, daß es nicht klappen wird. Ich versuche immer mein Problem wegzuschieben, denn es ist nicht fair anderen das Glück zu mißgönnen. Es klappt fast immer und wenn ich mal zu deprimiert dann tröstet sie mich und wir knutschen und knuffeln dann gemeinam an dem Kleinen herum, denn der kann am wenigsten dafür. Es ist alles sauschwer für mich und ich habe schon eine Tonne Tränen vergossen. Aber da muß ich eben durch. Also zum letzten Mal sei froh!!! Ich wünsche euch viel viel viel Glück. Alles Liebe Silke
Hallo Silke, danke dass Du Dir die Mühe machst, so ausführlich zu antworten. Es tut mir leid für Euch, dass bei Euch die med. Diagnose so düster aussieht. Ich muß dazu sagen, dass ich normalerweise kein "Jammerlappen" bin - in letzter Zeit war einfach alles ein bisschen viel. Die Schwangerschaftsmitteilung meiner Freundin war dann halt der berühmte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat. Heute gehts schon wieder viel besser...auch dank Eurer Antworten. Ich war grade mit meinem Mann schoppen und wir haben uns allen möglichen, unnützen und sauteuren Krimskrams gegönnt. Ich hab dann gesagt: Schau Schatzi, das könnten wir uns mit Kind gar nicht mehr leisten. Ich habe grundsätzlich schon die Einstellung, dass ich mir auch ein Leben ohne Kind vorstellen kann (dann halt im Luxus *grins*), nur manchmal übermannt mich halt der Kinderwunsch. Wir sind uns sogar einig, dass wir, falls wir uns behandeln lassen, diese Behandlungen nicht bis zum Exzess treiben. Ich will mein Leben auch genießen können. Eins muß ich jedoch noch loswerden: Klar ist es schön, dass bei uns nichts festgestellt wurde, was gegen das Kinderkriegen spricht - aber einfacher macht das die Sache für mich keineswegs! Manchmal denke ich, es wäre einfacher zu wissen, warums nicht klappt. Dann kennt man seine Alternativen besser, oder weiß auch genau, wenn man keine Alternativen hat. Das klingt zwar hart, aber man weiß wo man steht. So pauschal lässt sich das wohl auch nicht über den Kamm scheren, da geht wohl auch jeder anders damit um. Ich wünsche Dir von ganzem Herzen, dass Du Deine Super-Einstellung behälst. Ab und zu werden uns die Heultage wohl wieder einholen, aber ich habe heute schon gemerkt, dass die Sonne doch relativ schnell wieder scheint. Alles Liebe, PetraK
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Liebe Petra, du bist auch nicht als Jammerlappen rüber gekommen. Keine Sorge. In Bezug darauf, daß es dir vielleicht besser ginge wenn Du genau wüßtest, daß es nicht klappen kann, kann ich nur sagen, daß ich exakt dieselbe Meinung hatte bevor wir das Spermiogramm gemacht haben. Ich dachte dann weiß ich wo ich dran bin und fixiere mich nicht mehr jedesmal so auf den ES etc. Pustekuchen! Es ist nach der Diagnose erst richtig schlimm geworden. Jetzt denkt man beim Sex fast immer daran, daß es kein Kind nach sich zieht. Der Mann ist total deprimiert weil er sich nur "halb" fühlt und kann deshalb auch schwer darüber reden. Wenn sich einer allein schuldig fühlt, dem anderen das Glück eines Kindes nicht geben zu können, fangen die Beziehungsprobleme an und die sind schlimmer, als in dem Fall daß beide gesund sind, es aber einfach nicht klappen will! Und wenn dir als einzige Alternative bleibt Dein Ei per Nadel befruchten zu lassen wie ein Laborprodukt, dann glaube mir, wird es nicht einfacher, selbst wenn man die Tatsachen kennt. Wir kennen die Tatsachen jetzt seit 7 Monaten und es wird kein Stück leichter. Denn erst in dem Moment, wo dir die Ärzte sagen, daß du auf natürlichem Wege nie Kinder haben kannst, erst dann setzt du dich bewußt damit auseinander nie Kinder zu haben. Und erst dann wird dir klar, wie wichtig das für dich ist. Da hilft auch kein "Luxus" wenn du das Gefühl nicht haben darfst, wie es ist dein eigenes Baby oder Kind im Arm deines Mannes zu sehen. Ich muß jetzt aufhören, sonst fange ich wieder das Heulen an, so locker wie ich schreibe gehe ich nämlich nicht damit um! Viele liebe Grüße,S.
Hallo Sk, es tut mir leid, dass Du so unter Deiner Situation leidest - ehrlich gesagt weiß ich nicht, wie ich Dich trösten könnte - wahrscheinlich gar nicht. Jetzt, mit etwas "Heultag-Abstand" weiß ich schon, wieviel besser gegenüber anderen wir es haben. Aber an dem Tag hats mich halt voll erwischt... . Ich denke, es musste halt auch mal raus. Es bleibt mir eigentlich nur Dir zu wünschen, dass Du genug Kraft hast, die ganze Geschichte mit zusammen mit Deinem Mann "durchzustehen", ohne dass Eure Beziehung darunter leidet. Denk immer daran: Ihr habt Euch - und alles andere zählt eigentlich nicht, wenn Ihr nur füreinander da seid. Es gibt Menschen, die haben nicht einmal das. Ich wünsche Dir alles, alles Liebe. Bestimmt scheint auch bei Dir bald die Sonne wieder. Liebe Grüße PetraK