Brookesia
Wie steht ihr dazu? Beckenbodenschäden nach vaginaler Geburt – ich hätte mir eine bessere Aufklärung gewünscht Ich möchte hier auf einen Artikel im Deutschen Ärzteblatt aufmerksam machen, der mir aufgrund meiner eigenen Erfahrung sehr wichtig ist: „Beckenbodenschäden: Besser als bisher über Risiken vaginaler Geburten aufklären“ Ich bin selbst eine der Frauen, um die es bei diesem Thema geht. Durch meine Geburt sind bei mir Senkungen von Blase, Gebärmutter und Darm sowie weitere irreversible körperliche Beeinträchtigungen entstanden. Diese Folgen begleiten mich bis heute und beeinträchtigen mich erheblich – gerade auch in meinem Alltag mit Kind. Vor meiner Geburt war mir nicht bewusst, dass solche dauerhaften Beeinträchtigungen infolge einer vaginalen Geburt entstehen können. Rückblickend hätte ich mir sehr gewünscht, besser und ehrlicher über mögliche Geburtsverletzungen, Beckenbodenprobleme und deren langfristige Folgen aufgeklärt worden zu sein. Dabei geht es mir nicht darum, Schwangeren Angst vor einer vaginalen Geburt zu machen oder einen bestimmten Geburtsweg als grundsätzlich besser darzustellen. Aber ich finde, Frauen sollten die möglichen Risiken kennen und – soweit möglich – auch ihr persönliches Risiko einschätzen können. Nur dann kann man die verschiedenen Möglichkeiten und Risiken für sich selbst abwägen und eine informierte Entscheidung treffen – und damit vielleicht auch eine Entscheidung, mit der man später besser leben kann, unabhängig davon, wie die Geburt letztlich verläuft. Was ich außerdem problematisch finde, ist die Versorgung während und nach der Geburt. Bei mir wurde bereits unmittelbar nach der Geburt ein Dammriss in seinem Ausmaß unterschätzt. Doch auch danach dauerte es lange, bis mir überhaupt bewusst wurde, welche Folgen die Geburt für meinen Körper hatte. Erst als ich auf eigene Initiative einen Termin in einem Beckenbodenzentrum vereinbarte und mich von spezialisierten Ärztinnen und Ärzten untersuchen ließ, wurde mir das tatsächliche Ausmaß meiner Verletzungen und Beeinträchtigungen bewusst. Zuvor wurden meine Beschwerden weder von den Frauenärzten vor Ort (Klinik inbegriffen) noch von meiner Hebamme ausreichend ernst genommen bzw. richtig eingeordnet und diagnostiziert. Diese Erfahrung hat bei mir den Eindruck hinterlassen, dass es nicht nur bei der Aufklärung vor der Geburt Lücken gibt, sondern teilweise auch beim Wissen über die Erkennung und Nachsorge von Geburtsverletzungen. Betroffene Frauen sollten nicht erst selbst herausfinden müssen, an welche Spezialisten sie sich wenden können, um zu erfahren, was mit ihrem Körper passiert ist. Ich wünsche mir deshalb eine bessere und individuellere Aufklärung vor der Geburt, eine sorgfältige Diagnostik unmittelbar danach und eine kompetente Nachsorge, bei der Beschwerden ernst genommen werden und bei Bedarf frühzeitig an spezialisierte Stellen überwiesen wird. Ich finde es wichtig, über dieses Thema zu sprechen. Nicht, um Angst zu verbreiten, sondern weil auch diese Seite von Geburt zur Realität von Frauen gehört. Ich hätte mir gewünscht, all diese Informationen zu haben, bevor es mich selbst betroffen hat. Wer den Artikel lesen möchte, kann nach folgendem Titel suchen: „Beckenbodenschäden: Besser als bisher über Risiken vaginaler Geburten aufklären“ – Deutsches Ärzteblatt
Die letzten 10 Beiträge
- Beckenbodenschäden nach vaginaler Geburt
- Erfahrungen KS? Wann haben sich eure Babys gedreht?
- Hebammen Vermissung
- Einleitung mit Ballon
- Geburtsverletzungen wann wirds besser?
- Bitte um Erfahrungsberichte
- Entbindung in Düsseldorf - Florence Nightingale?
- Erbrechen bei der Geburt
- VBAC Gießen Krankenhäuser
- Bericht Geburt zu schnell