Nadja127
Hallo, Ich durfte heute (ES+9, ich weiß, eigentlichzu früh, aber ich hatte so ein Gefühl) hauchzart positiv testen. Ich bin total aufgeregt und freue mich sehr. Auf der anderen Seite weiß man ja beim zweiten Kind, was da (in etwa) auf einen zukommt. Mein Sohn ist jetzt vier Jahre alt, war ein absolutes Wunschkind und hat sehr viel geschrien und sehr schlecht geschlafen. Ich habe im ersten Babyjahr eine schwere postnatale Depression entwickelt, es war alles nicht leicht. Mit dem zweiten Kind sind ganz viele Ängste verbunden. Aber auch die Hoffnung, dass man ja bereits Erfahrung hat und nicht mehr so ins kalte Wasser geschmissen wird. Vielleicht hat jemand eine hoffnungsvolle Story über die Erfahrung, zum zweiten Mal Mama zu werden, ihr würdet mir helfen, meine Nerven zu beruhigen :D
Huhu,
hauchzarte Linien so früh müssen natürlich nicht "positiv" bedeuten, aber das weißt du sicher selbst. Trotzdem kann es natürlich sein, dass du schwanger bist, und wenn du es jetzt nicht bist, wirst du es sicher bald sein. Von daher ist es gut, dass du dir Gedanken machst zum Thema zweite Schwangerschaft.
Also, ich habe selbst keine Erfahrung mit postpartalen Depressionen. Aber ich kann etwas Mutmachendes von meiner besten Freundin berichten. Sie hatte beim ersten Kind auch eine postpartale Depression, mit der sie sogar kurzzeitig in der Klinik gelandet ist, weil sie viele Monate nicht erkannt wurde. Sie selbst und auch ihr Mann hatten nicht verstanden, dass ihr Zustand eine Depression war. Sie hat sich dann aber mithilfe von Medikamenten relativ schnell erholt.
Beim zweiten Kind besteht immer eine hohe Wiederholungsgefahr, und auch sie bekam nach der zweiten Entbindung wieder eine Depression. ABER: Diesmal war sie viel besser vorbereitet. Ihr Frauenarzt verschrieb ihr schon während der Schwangerschaft ein homöopathisches Mittel, um sie schon früh emotional gut zu unterstützen und vorzubereiten. Sie sagte, sie glaubt eigentlich nicht an die Homöopathie, aber es habe einfach super dabei geholfen, dass die Depression nach der Entbindung nur ganz leicht auftrat.
Es reichte dann nach der Entbindung, dass sie ein ganz niedrig dosiertes Antidepressivum einnahm, und das auch nur für wenige Wochen. Dann war das Thema komplett durch. Sie sagte, das sei überhaupt kein Vergleich zum ersten Mal gewesen, fast nicht der Rede wert. Sie war im Alltag fast gar nicht eingeschränkt.
Ich hoffe, der Bericht konnte dich ein wenig beruhigen. Mit guter Begleitung und Vorbereitung sowie nötigenfalls einer wirklich frühzeitigen Einnahme eines Antidepressivums (nicht erst lange warten, sondern bei den ersten Anzeichen beginnen) wirst du das Ganze bestimmt gut im Griff halten.
LG und *daumendrück*, dass du schwanger bist. Und dann natürlich eine schöne (zuversichtliche und gelassene!) Kugelzeit!
Vielen lieben Dank! Ich übe mich mal in Gelassenheit.
Ein bisschen andere Geschichte von mir. Ich bin auch gerade mit dem zweiten Kind schwanger. Beim Ersten hatte ich eine Panikattacke im Krankenhaus, bedingt durch meine Sozialphobie. Entsprechend habe ich diesmal beschlossen nicht ins Krankenhaus zu gehen. Ich habe schon zu Beginn der Schwangerschaft gesagt, dass ich alles anders machen möchte bei der Geburt als beim Großen. Beim Ersten habe ich zwar auch in der Schwangerschaft schon viel Podcast von der friedlichen Geburt gehört, diesmal hab ich mir auch den Kurs gekauft. Wir sind im Geburtshaus angemeldet und ich hoffe auch, dass es dort klappt. Wenn nicht ist das keine Katastrophe, aber dann weiß ich eben schon was ich im Krankenhaus ansprechen muss, bzw was mein Partner ansprechen muss. Mir hat es außerdem geholfen viel darüber zu sprechen, dass es mir eben nicht gut ging. Und ich habe mich auch im Wochenbett nicht wirklich gut gefühlt. Ob es wirklich eine Depression war, kann ich so gar nicht sagen. Aber ich habe immer wieder nach Unterstützung gefragt und diesmal werden wir das auch so regeln, dass mein Mann länger Zuhause ist am Anfang. Natürlich ist das jetzt für mich alles keine Garantie, dass es mir diesmal danach gut geht, aber ich habe die Themen bereits bei den Hebammen im Geburtshaus angesprochen und werde es auch bei der Geburtsplanung in Krankenhaus ansprechen. Aber schon allein das wird vermutlich helfen, eben weil nicht nur ich darauf vorbereitet bin, sondern auch die Personen in meinem Umfeld. Du hast ja jetzt noch viel Zeit dich vorzubereiten und dir Hilfe zu suchen. Vielleicht kannst du noch mit deiner Hebamme von damals sprechen oder du hast die Möglichkeit einer Kurzzeittherapie, das sind häufig nur eine Handvoll Sitzungen und man kann nochmal was aufarbeiten. Ach so. Und natürlich eine schöne Kugelzeit :)
Danke :)
Jede Schwangerschaft und jede Geburt ist anders! Ich kann selbst nicht aus Erfahrung berichten, aber vielleicht liest/hörst du die Geschichte von Hazel Brugger an, die ihre Depression bei Kind 1 veröffentlicht hat?! Bei Kind 2 ist sie wohl ganz anders rangegangen und hat ganz andere Erfahrungen gemacht. Übrigens: eine Depression wird meist durch Stress ausgelöst und Geburt kann ein stressreiches Ereignis sein. Aber es gibt auch tausend andere Auslöser, sogar auch positive. Aber nur weil man (noch) ein Kind bekommt, führt das nicht zwangsläufig zur Depression. Genausogut kann man eine Depression entwickeln, weil sich ein Kinderwunsch nicht erfüllt.
Danke :)