Tata-Box123
Hallo ihr Lieben, mich plagt momentan eine Frage, aif die ich keine rechte Antwort finde. Vielleicht geht oder ging es ja jemandem ähnlich. Mein Sohn ist jetzt 2 Jahre und 4 Monate alt. Wir hatten einen schweren Start. Ich hatte ab der 16. SSW mit Angstzuständen zu tun. Mir wurde etwa zu diesem Zeitpunkt ein kurzer (nicht zu kurzer!) Gebärmutterhals diagnostiziert und ab da hatte ich konkret starke Angst vor einer Fehl- oder Frühgeburt. Mein Arzt war nie wirklich besorgt, aber niemand konnte mich so wirklich erreichen oder beruhigen. Selbst als ich ab der 28. SSW wöchentliche Termine bei einer psychologischen Schwangerenberatung war. Jedes Ziepen habe ich überinterpretiert, esxwar der Horror. Ich lebte in der Illusion, nach der Geburt würde alles besser werden, dann wären die Ängste weg, ich hätte meinen Körper wieder für mich und das Baby "vor Augen" und würde sehen, ob es ihm gut geht. Tja. Es stellte sich heraus: Falsch gedacht. Ob es danach schlimmer war oder genauso weiterging, kann ich gar nicht genau sagen. Ich war massiv überfordert und wollte oft einfach nur weg. Als mein Freund nach 6 Wochen wieder arbeiten musste habe ich ihn angefleht, länger zu Hause zu bleiben, weil ich mich der Aufgabe nicht gewachsen sah, mich allein um unseren Sohn zu kümmern. Ich habe es trzd gemacht. Jeden Tag. Obwohl ich aufgewacht bin und alles dunkel zu sein schien. Als wäre mein "freies" Leben für immer vorbei. Irgendwann kam meine Mutter dann täglich um zu helfen. Ich erinnere von dieser Zeit nicht wahnsinnig viel. Es war so hart. Nach etwa 3 Monaten wurde es etwas besser und dann kontinuierlich immer mehr. Richtig "Spaß" hatte ich in meinen 16 Monaten Elternzeit aber nie. Einzelne Tage und Momente waren sehr schön, aber ich fand jede Phase irgendwie auf ihre Art einfach nur anstrengend. Mein Partner war die ersten 6 Wochen wie gesagt daheim und sehr engagiert. Dann ging er wieder arbeiten: 7.30 Uhr los, da haben ich und der Kleine meist noch geschlafen. 18 Uhr frühestens zurück, da war der Kleine dann quasi schon wieder im Bett. Wir hatten viele Konflikte, es eskalierte irgendwann, als der Kleine 8 Monate alt war, da hätten wir uns fast getrennt. Das war in gewisser Weise dann aber ein Wendepunkt zum Guten, weil wir beide gemerkt haben, dass wir keine Trennung wollen und haben uns ab da langsam aber sicher wieder zusammengerauft. Als unser Sohn 16 Monate alt wurde ging ich wieder arbeiten. Ab da bin ich total aufgeblüht. Ich arbeite Vollzeit. Was die meisten als Stress empfinden würden, hat mich geheilt. Ich hatte wieder eine Aufgabe. Wir waren endlich wieder gleichberechtigt. Zeitgleich wurde der Kleine älter, verständiger, die Aktivitäten spaßiger und nun haben wir eine starke Bindung. Auch in der Beziehung läuft es wieder. Soweit, so gut. Wir wollten immer zwei Kinder. Und für mich stand das irgendwie auch nie so wirklich in Frage, dass ich mir das trotz allem wünsche. Aber ich habe Angst, dass es sich wiederholt. Dass ich nochmal in ein Loch falle. Dass unsere Beziehung es diesmal vielleicht nicht überlebt. Kein Mensch mit Verstand würde das wiederholen wollen und dafür sein momentanes Glück aufs Spiel setzen. Aber der Kinderwunsch ist mittlerweile sehr stark und ich wäre sehr traurig, dass nicht umzusetzen. Herz gegen Kopf. Und nun? War jemand in einer ähnlichen Situation? Wie habt ihr euch entschieden? Und wie sieht es vllt jetzt etwas später aus?
Huhu, ich kann dich gut verstehen. Was mir in deinem Posting ein bisschen fehlt, ist, ob du inzwischen eine echte Psychotherapie gegen deine Angststörung gemacht hast. Das scheint nicht so zu sein? Natürlich besteht dann eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass sich alles ähnlich wiederholt. Denn die zugrundeliegende Problematik der Angststörung wurde nicht gelöst, auch wenn es dir momentan besser geht. Ich würde jetzt eine Gesprächstherapie machen (bei einem niedergelassenen Psychotherapeuten). Das dauert in der Regel 50 wöchentliche Sitzungen, die Krankenkasse bezahlt das. Angststörungen sind gut behandelbar, WENN man sie denn behandeln lässt. Viele Leute schleppen so eine unterschwellige Störung ja lieber viele Jahre völlig unnötig mit sich herum und reden sich ein, das ginge schon irgendwie. Aber sobald dann eine Belastung auftritt (Schwangerschaft), kommt alles wieder hoch. Deshalb: Ja, ich würde ein weiteres Kind bekommen. Aber ich würde zuerst eine Therapie machen. Da ist nichts dabei, das sind gemütliche Gespräche von 45 Minuten einmal die Woche. Wenn die Therapie gut läuft, kannst du schon während dieser Zeit schwanger werden. Sei klug und auch ehrlich zu dir selbst – und geh das Thema an! Damit das Ganze diesmal richtig gut klappt, gell. LG
Am Ende ist das eine ganz individuellen Entscheidung. Aber vielleicht hilft dir die Frage: was ist schlimmer? Kein zweites Kind oder im Zweifel nochmal Angst? Ansonsten würde es ja vielleicht auch helfen, wenn du nach acht Wochen wieder arbeiten gehst und dein Mann die Elternzeit übernimmt?! Es gibt kein Gesetz, dass die Frau das machen muss. Die Schwangerschaft musst du natürlich leider übernehmen… gerade wenn dein Mann auch ein zweites Kind möchte, muss er vielleicht eben auch andere Aufgaben übernehmen. Wie hier schon geschrieben wurde, kann man Ängste wirklich gut behandeln. Du kannst dir inzwischen sogar Verhaltenstherapie per App als Rezept verschreiben lassen, wenn es wirklich nur um Angst geht. Wenn lediglich die Angst behandelt werden soll, dann sollte das auch nicht so viele Sitzungen benötigen (Kurzzeittherapie). es wäre auch eine Möglichkeit, sich mal in einer psychotherapeutischen Praxis vorzustellen und sich auf die Warteliste zu setzen. Dann hast du eine Unterstützung, falls die Ängste zurückkommen. Vielleicht bleiben sie ja aber auch weg.
Warum ausgerechnet jetzt? Der Altersabstand ist recht gering. So haben wir es uns auch gewünscht und knapp 3 Jahre Abstand. Aber das ist auch anstrengend! Wir mussten das zweite Kind zeitnah nach dem ersten bekommen, weil mir frühe Wechseljahre prognostiziert wurden. Aber so wie Du Eure Situation beschreibst, würde ich lieber noch 2 Jahre warten. Und in der Zwischenzeit eine echte Psychotherapie machen und abschließen, um den Ängsten vorzubeugen.