SybilleN
Hallo! Seit ein paar Wochen ist nachmittags immer wieder eine Freundin meiner Tochter (9) bei uns zu Gast. Die Kinder spielen draußen und oft essen sie auch gemeinsam, weil das mit der Mutter so abgesprochen ist, damit das Kind schon versorgt ist, wenn sie von der Arbeit kommt. Ich stelle dann die Schüssel / Platte auf den Tisch und die Kinder bedienen sich. Oder ich teile aus. Mein Problem: Der Gast bekommt natürlich zuerst. Die Freundin lädt sich den Teller voll, isst dann aber kaum etwas davon. Schmeckt ihr nicht. Egal was, ob süß oder salzig, weich oder hart. Lasagne, Pommes oder Scheiterhaufen oder Schokopudding - ganz egal. Leider werfe ich so jedes Mal eine gute Portion weg - sie war ja mit der Gabel, die sie im Mund hatte schon drin, rührt auch gerne drin rum und macht ablehnende Geräusche (bäh! urgs!) - obwohl genügend Esser da wären, die das Essen gerne gehabt hätten. Die Mutter hab ich vorsichtig angesprochen, die meinte nur, dass ihr Kind bei ihr "ganz normal" esse. Wie würdet ihr die Sache angehen? Ich will nicht unhöflich sein und bei mir muss auch niemand essen, dem's nicht schmeckt. Es ist schade ums Essen und sorgt auch für Unmut, wenn andere gerne noch mehr gehabt hätten, aber nichts mehr zu verteilen ist. Danke für eure Tipps!
Die Lösung ist ganz einfach: DU portionierst das Essen und gibst jedem Kind einen Teller mit einer kleinen Portion. Wer mehr möchte, kann mehr nachbekommen, wenn er aufgegessen hat.
Außer Obst und Gemüse nix mehr hin stellen und das Kind nicht den Teller voll knallen lassen. Sie soll erst eine kleine Menge probieren. Wieso soll sich ein Gast wie ein idiot aufführen dürfen?
Dann fülle Du die Teller auf. Wenn leer, dann Nachschlag. LG
Obst und Gemüse geht bei ihr gar nicht.
Dann hätte sich das Problem schon gelöst
Dann hätte sie bei uns Pech gehabt
Ich springe nicht für unhöfliche Nörgelbacken.
Genau ich würde einen Löffel zum probieren abgeben. Wenn es schmeckt kann man mit einer kleinen Portion starten! Im übrigen wäre ich der Typ der eine klare Ansage macht. Man darf sagen wenn man es nicht essen möchte aber würg Geräusche möchte ich nicht hören. Meine Kinder selbst sind auch mega anstrengend wenn es ums Essen geht. Bei uns gibt es immer zb Gemüsesticks etc dazu. Das ging immer gut.
Da würde ich eine ganz klare Linie fahren und sagen, dass du ab jetzt das Essen verteilst. Ich würde ihr auch sagen, warum. Das es zu schade ist, um die Lebensmittel, die weggeworfen werden. Und die Würggeräusche würde ich auch nicht hören wollen. Ich habe eine Kollegin, die sowas oft bringt. Finde ich unmöglich. Erst recht, wenn es anderen schmeckt. Meinem Mann - der sehr mäkelig ist, was Essen angeht - sage ich bei Gemäkel gerne, dass er essen darf, aber nicht muss :).
Hier bekommt der Gast nicht zuerst, sondern alle gleichzeitig. Heißt in der Küche gucken alle in Töpfe und Pfannen und sagen, was sie gerne hätten. Dann verteilen wir das nett auf die Teller und essen anschließend gemeinsam am Tisch. Bei Gastkindern handhabe ich es wie bei meinen: lieber erstmal ne kleinere Portion zum probieren, einen Nachschlag kann es ja immer noch geben. :-)
Lässt sich doch recht leicht lösen, du verteilst. Anfangs immer für jeden nur wenig, wenn das aufgegessen ist, kann es einen Nachschlag geben. Wenn selbst nehmen nicht funktioniert, muss eine andere Lösung her. Von unserem Jüngsten der Freund ist ähnlich, wenn er selbst nehmen dürfte, wären die Schüsseln, Schalen und Töpfe fast leer und sein Teller mehr als übervoll. Er isst allerdings immer nur sehr wenig. Isst er bei uns mit, dann teile ich (oder mein Mann) das Essen aus.
Ich würde mit dem Gastkind genauso umgehen wie mit meinen eigenen. Teller vollschlichten und dann wegschmeißen gab es hier noch nie. Kleine Portionen ja, aber keine ganzen Teller. Wenn sich der Gast so aufführt, gäbe es eine Ansprache. Und wenn sie dein Essen nicht mag, dann muß sie eben wieder Zuhause versorgt werden.
Das ist ein Kind und wenn Du die Portionsgröße bestimmst ist das nicht unhöflich sondern nötig. Bei den Freunden meiner Kinder von denen ich weiß dass sie mäkelige Esser sind, mache ich das immer so.
„Nimm dir bitte erst eine kleine Portion. Wenn es dir schmeckt darfst du gerne Nachschlag nehmen.“ Das Kind ist 9 und versteht das. Portionieren würde ich nicht. Du bist ja sicherlich mit am Tisch und könntest erklärend stoppen wenn die Probierportion zu groß ausfällt.
Kenne ich zu gut.... Meine Groß Cousins sind genauso weswegen es hier nur verteilt wird wenn sie zu Besuch sind. Zudem hab ich klar gesagt das ich kein Geschmatze, Würggeräusche oder ein Ih hören will. Gäste dürfen gerne sich als erstes nehmen, aber wenn man was nicht kennt soll der jenige es erst einmal probieren, ansonsten darf sich gern ein Brot gemacht werden wenn es das Essen jemand nicht zu sagt.
Hej!
Das "Problem" kenne ich gut, es ist aber letztendlich nur eins, wenn Du es dazu machst.
Dein Haus, Deine Regeln.
Meine eine Tochter hatte witzigerweise immer die mäkeligen Freundinnen. Da habe ich soweit möglich Rücksicht genommen und nicht durcheinander gekocht, wenn ich wußte, sie essen mit - aber letztendlich nicht extra für das Gastkind gekocht.
Dann kann bei getrennten Sachen das Gastkind auch nur das nehmen, was es mag.
Wenn DU aber bei so einem Kind regelmäßig mitkochst, dann ist das kein Gastkind mehr, sondern Kind im Hause - und wird auch so behandelt.
Es darf sich immer noch raussuchen, was es mag, aber was es raussucht, wird auch gegessen.
Und es wird nicht nicht bevorzugt in der Reihenfolge - es bekommt wie andere, wenn es an der Reihe ist.
Übrigens habe ich bei den Kindern da immer mehr das Gleichheitsprinzip angewendet: Der Obstteller mit Keksen oder die Möhren/Gurken oder ... werden hingestellt - und dann nehmen sie sich - ohne große Kaffeetafel-Gäste-Knigge.
Einer Freundin, die das zweite "3. Kind" bei uns war, habe ich auch manchmal nur ein kleines Stück vom Kuchen zum Probieren gegeben oder - wie in Deinem Fall - klipp und klar gesagt:
"ich möchte nicht alles wegwerfen müssen, was Du nicht ißt - jeder darf sich nachnehmen, solange er es aufißt, aber probier erst mal."
Gerade in meinen ersten Jahren waren meine (dt.) Freundin und ich entsetzt,. was dänische Tagesmütter, der KIGA ,aber vor allem auch Mütter wegwarfen - die hatten wie Du beschreibst - als MÜTTER! - die Tendenz, bei Geburtstagen dem Kind aufzuhäufen, dann mochte es nicht und ab damit.
Da bin ich offen, klare Ansage - und gut ist.
Bei der oben erwähnten zweiten 3. Tochter habe ich es später so gemacht, daß die zu uns kommen durfte, aber wenn sie hier übernachte, dann erst nach deren Abendessen (oder sie brachte sich was mit), denn die aß derart auserwählt, daß es hoffnunglos war.
Trau Dich, so schwierig ist das nicht! - Ursel, DK
kliner Teller , ein Löffelvoll geben zum probieren, wenn es schmeckt kann sie nehmen, wenn es nicht schmeckt pech gehabt.
Na auch wenn alle meiner Meinung sind auch von mir ein : Go!
Mach ihr eine kleine Portion auf den Teller bzw allen Kindern erst mal weniger und dann darf nachgenommen werden. Dann noch in Schnitzen was dazu von dem Du genug hast: Gurkenschnitze, Apfelschnitze...
Und auch ich bin für eine klare Ansage gegenüber dem Gastkind, dass Würggeräusche , Beleidigungen ("Schmeckt das eeeeklig") oder ähnliches in diesem Haus tabu sind.
Bei uns ist es der Neffe, der dann meint sich affig ausführen zu müssen bzw eben negativ zu kommentieren, allerdings schöpft er auch fast nichts. Dass das Essen nicht beleidigt wird, hab ich deutlich kommuniziert.
Jeder der motzt, kocht die nächste Mahlzeit. Für Alle. Und lässt es bewerten.
Andere Gastkinder, die sich auch volladen aber kaum essen, bekamen dann auch geschöpft. Eben wegschmeissen ist echt zu schade bei vielen Kindern am Tisch.
Ich bin ein Freund klarer Ansagen, sowohl bei meinen eigenen Kindern als auch bei Gastkindern. Ich würde dem Mädchen klar sagen, dass ich beobachtet habe, dass sie ihren Teller nie fertig isst und ich kein Essen wegwerfen möchte. Daher darf sie sich von allem nur noch einen kleinen Löffel nehmen. Sollte das nicht klappen, wirst du ihr demnächst das Essen zuteilen. Und abwertende Geräusche haben zu unterbleiben. Sollte das der jungen Dame nicht passen, kann sie sich wahlweise ein Butterbrot mitbringen oder wegbleiben. Das kann man etwas netter formulieren, als ich es jetzt geschrieben habe, aber die Aussage sollte in diese Richtung gehen. Mein Zuhause, meine Regeln. Silvia
Ich würde auch entweder selber erstmal eine kleine Portion geben, damit sie probieren kann, ob es ihr schmeckt, oder ihr sagen, dass sie sich bitte erstmal eine Probierportion nehmen soll. Und ich sehe es so, dass ein Kind, das ständig da ist, wie ein eigenes Kind mitlaufen darf. Ich hab hier täglich den Nachbarsbub stundenlang am Hals. Der wird nicht hofiert. Und er wird natürlich auch auf unpassendes Benehmen hingewiesen, wie meine Kinder. Mehr als nötig rumärgern muss man sich da nicht. Und wenn es gar nicht funktioniert, kann man solche Freundschaftsdienste auch wieder canceln. Das hatten wir mit einer Freundin meiner Tochter, die unerträglich war, nicht nur beim Essen. So gerne ich die Mutter mag, aber meine Freizeit kann ich auch ohne lästige Gastkinder rumbringen.
So ein "Gastkind" hatten wir auch mal. Das ist echt ätzend. Zu anderen Familien dürfte sie deswegen sogar gar nicht mehr zum Essen kommen... Ich hab's so gemacht, wie es die anderen schon geschrieben haben und zuerst gefragt, was sie überhaupt essen/probieren möchte, dann das Essen entsprechend verteilt und dabei erst mal kleine Portionen ausgegeben. Selbst dann blieb oft noch etwas liegen, es war aber nicht ganz so viel.
Dieses "würg", "bäh" und "iiihhh" hatten wir da natürlich auch. Das habe ich mir entschieden verbeten. Ich seh's wie Häsle: wenn ein Kind so häufig und lange da ist, läuft es fast wie ein eigenes mit und wird auch entsprechend behandelt, also z.B. auf unangebrachtes Benehmen hingewiesen.
Hallo, Du hast ja schon wirklich etliche (gute) Vorschläge bekommen - und die unterschreibe ich alle dick und fett. Und ich persönlich würde es so machen: Sie von allem zuerst - bevor sie überhaupt zu essen beginnt - EINEN KLEINEN LÖFFEL probieren lassen - und sie dann das, was sie möchte, nehmen lassen. Und falls ihr das alles nicht schmecken sollte und es "nur"(?) Obst anstelle von Pudding und Süßigkeiten gibt, dann hat sie halt Pech gehabt. Und woanders/außerhäusig; wie z.B. im Hort oder so; ist es ganz genauso - da gibt es das, was es nun mal gibt und nichts anderes und die können dort auch nicht für jeden Geschmack kochen. Ginge ja auch gar nicht. Und wenn sie halt woanders und nicht daheim is(s)t, dann ist das nun mal so. Oder ich wäre auch dann mal - falls es ganz verzwickt sein sollte und man ihr überhaupt nichts recht machen kann und sie überhaupt nicht hören würde - knallhart und würde sagen, wenn das in Zukunft nicht klappt mit dem Essen, sie entweder nicht mehr zu Euch kommen kann oder ihr Essen (dann halt meinetwegen ein Brot mit ihrem Lieblingsbelag) von zuhause mitbringen muss. Denn - wie hier auch bereits angemerkt - Dein Haus, Deine Regeln. Und ich würde mit ihr auch ganz klar und deutlich und unmissverständlich kommunizieren und sagen, dass es das in Zukunft nicht mehr gibt, dass Du ihretwegen so viel Essen entsorgen musst, dass DU das schließlich alles bezahlt hast und bezahlen musst, Ihr auch keine Millionäre seid und dass die ganzen Lebensmittel viel Geld kosten (stimmt ja auch - Lebensmittel SIND nun mal nicht billig). Und auch, wenn das alles nichts fruchtet, mal mit der Mutter reden. Und das ist auch überhaupt kein Petzen, sondern nur noch er allerletzte Weg, denn das Mädel ist ja noch nicht volljährig.
Ich würde keine großen Erläuterungen oder Rechtfertigungen geben, sondern wie vorgeschlagen Probierlöffel geben und dann mit einer kleinen Portion starten. Ob du austeilst oder ob du sie anleitest, spielt keine Rolle. Wähle die Variante, mit der du dich wohler fühlst. Wenn sie meckert wieso sie nicht einen Teller füllen darf, erklärst du kurz und neutral, dass sie die letzten Male eben kaum etwas gegessen und du viel wegwerfen musstest. Kenne das aus der Arbeit: Selbst wenn der Probierlöffel als gut empfunden wurde, bedeutet das noch lange nicht, dass auch wirklich aufgegessen wird. Es spielt auch keine Rolle ob sie wirklich mäkelig ist oder ob es allein am Auswärts Essen liegt. Auch der Mutter gegenüber musst du dich nicht rechtfertigen. Du hast es einmal angesprochen, sie weiß bescheid. Wenn das Kind Zuhause noch Hunger hat, wird sie sich schon bemerkbar machen.