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Vergangenheit- Gegenwart- Zukunft

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suchepotentenmannfürsleben

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Hallo Ihr Lieben, während der Planung eines Klassentreffens schwelgte ich heute gemeinsam mit einer Schulkollegin in der Vergangenheit.... Obwohl das Treffen ein Grundschulklassentreffen wird, kamen viele Erinnerungen an die Abiturstufenzeit zu Tage, und das sehr intensiv. Ich hatte viele Wünsche und Träume, viele utopische und manche auch nur utopisch erscheinende Vorstellungen, natürlich auch realistische Zukunftspläne. Nun ist meine Zeit als Abiturientin ca. 15 Jahre her. *man, bin ich alt arggghh* Erstaunlich! Noch nie ist mir so bewusst geworden, dass ich mir meinen damals größten (Berufs-)traum erfüllt habe. Aber sowas von erfüllt. ;-)) Und das trotz hinderlicher Stolpersteine und entgegen so manche Vorhersage. Ich habe exakt den Beruf, den ich immer haben wollte, von dem ich träumte und arbeite in haargenau dem erträumten Bereich. Noch dazu habe ich ein wunderbares Kind (wenn auch keinen Mann; der fehlt mir auch nicht ;-)) Wenn ich an meine Zukunftsvisionen von damals zurückdenke (so intensiv wie heute ist mir das noch nie passiert), lebe ich bis auf den fehlenden Mann (und den Stress mit meinem Ex) genau das Leben, was ich mir vorstellte. Vor allem in beruflicher Hinsicht verblüfft mich das sehr, dass ich es genau in mein Interessengebiet geschafft habe (und mich pudelwohl fühle mit meiner Arbeit :-)) Wie ist das bei euch? Haben sich eure Zukunftsträume erfüllt? Wo habt ihr euch in eurer Schulzeit gesehen? Wo seht ihr euch in 15 Jahren? Was die Zukunft angeht, habe ich sehr schwammige Vorstellungen, die ganz anders als in meiner Schulzeit in sehr viele Richtungen tendieren (die sich teilweise gegenseitig ausschließen). Natürlich möchte ich beruflich vorankommen, ob mich die jetzt eingeschlagene Richtung meines Gebietes lebenslänglich verfolgen wird, ist ungewiß. Ich könnte mir auch einige andere Wege vorstellen. Achja, noch ein oder zwei (oder drei) Kinder wären toll. Mann nur, wenn der meinen Ansprüchen genügt, ansonsten kann ich auch ohne leben ;-)) Bin neugierig, wie das bei euch ausschaut. LG S


Mitglied inaktiv

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Antwort auf Beitrag von suchepotentenmannfürsleben

ich erinnere mich an keine Visionen oder Ziele, da ich damals in der Umbruchzeit DDR/BRD mit der Schule aufgehört habe. Sprich, keiner von uns wußte, wie es weitergeht. Hatten wir in der DDR schön vorgefertigte und klare Ausbildungsplätze (da hat es gereicht, wenn Mama in der Firma gearbeitet hat, da mußte man sich nicht mal mehr vorstellen, Hauptsache die Noten waren ok) so standen wir auf einmal total alleine da und keiner hatte einen Plan, was er machen möchte oder kann oder soll oder darf. Also rettete ich mich, da es für die Rechtsanwältin von den Noten her eh nicht reichte, erstmal mit einem berufsvorbereitendem Jahr. Und da ich dann immer noch keinen Ausbildungsplatz hatte, begann ich (also ICH Depp) ein Fachabitur, nach einem halben Jahr flog ich raus wegen schlechter Noten. Klar war immer, ich möchte was machen, wo ich Gerechtigkeit auf dieser bösen Welt verteilen kann. Und da ich für die Stewardess zu klein und wie gesagt für die RAin zu dämlich war, wurde ich nur Rechtsanwalts- und Notarfachangestellte und fand meine Berufung vorerst im Notariat. Ich hatte nie Pläne. Alle Pläne, die ich mal gemacht hatte, wurden von jetzt auf gleich zerstört, beruflich wie privat, vor allem privat (lange Geschichte) - ich lief also lange lange planlos rum und das tue ich wohl heute noch. Ich empfand mich auch immer als zu dumm für irgendwas "Besonderes", das meine ich ganz ehrlich. Ich wollte schon immer irgendwas "Besonderes" machen, ohne dieses Besondere definieren zu können... aber irgendwas, was nicht jeder macht. Heute kann ich sagen, dass ich im Laufe der Zeit (gerade hier in München) festgestellt habe, was Spaß macht, was ich gern mache und was mein Steckenpferd ist. Ich habe es ausprobiert, ich bin damit auf die Fresse geflogen - und meine einzige Vision ist, in Berlin finanziell wieder in die schwarzen Zahlen zu kommen. Beruflich ist mir momentan alles schnurz. Grundsätzlich denke ich aber, dass ich mehr gelernt habe als meine damaligen Klassenkameraden. Also ich habe mehr erlebt, mehr mitbekommen und dafür bin ich auch dankbar. Der Rest "meiner" Leute ist stehen geblieben, einen Teil würde ich sogar als weltfremd bezeichnen. LG Sue


Püminsky

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Ich glaube ganz ehrlich nicht, dass du jemals zu dumm gewesen warst. Deine Ziele waren einfach zu undefiniert und scheinbar hat dich mangelndes Selbstbewusstsein auch noch unnötig ausgebremst. Wenn man von jetzt auf gleich vor einer völlig neuen Situation steht, auf die einen auch niemand vorbereiten konnte, über die niemand aus der Familie, kein Freund/Bekannter jemals Erfahrungswerte hätte sammeln können, dann kann einen das schnell mal überfordern. Was ist schon "Besonders" ...? Wenn man sich einen absolut "besonderen" Mann ausmalt, wird man wohl auch lange alleine bleiben. Stellt man dann im Umkehrschluss fest, dass man nicht attraktiv genug ist...? Eigentlich verbaut man sich damit doch nur den Blick auf die wahren "Perlen" und auf den eigenen Wert. Ähnlich ist es mit anderen Zielen auch. My 2 Cents :) Für Berlin drück ich Dir die Daumen!


Püminsky

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Hi :) Ich hab bald 20-jähriges Abi, obs zum Treffen reicht, wird sich zeigen. Neugierig wär ich schon. Was Du über deinen Berufsweg sagst, trifft auch voll auf mich zu. Trotz aller Umwege und auch anderweitiger Ausbildung habe ich mein Ziel erreicht. Was das private angeht, hab ich mehr, als ich mir je erträumt habe. Aber der Weg dahin war steinig. Um so schöner ist das jetzt und ich bin sehr dankbar dafür!


Sakra

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das ist mla eine wirklich gute frage. auch in bin kurz nach der ausbildung in die wirre wendezeit geraten und alle pläne waren erstmal dahin. vielleicht ist es auch genau das, warum ich immer noch teilweise mit meinem leben hadere, ich fühle mich ein stück weit betrogen. ich durfte wegen meiner nicht vorhandenen politischen gesinnung kein abitur machen und hatte dann einen weg gefunden , um an meinen wunschberuf zu kommen. ich wollte agraringenieur werden. habe dazu erstmal einen landwirtschaftlichen beruf erlernt und hatte dann endlich einen platz an einer fachhochschule. und dann zerplatzte diese seifenblase am 9.11. 89. peng! über umwege bin ich zu meinem jetzigen beruf gekommen, der wirklich toll ist, aber für mich nicht die erfüllung bedeutet und mir eigentlich auf den keks geht. würde gerne was ganz anderes machen, aber so richtig hab ich keinen plan. es sollte ja was sein, was einen auch ernähren kann. also lass ich es erstmal auf mich zukommen.................. privat lief am anfang einiges schief , aber es gab ein happy end;-)) wenn ich nun so sehe, was jeder in meiner klasse machen wollte und was daraus geworden ist, dass kann man kaum glauben. von 20 leuten haben 5 ihren gewünschte beruf, der rest hat sich durch die wendezeit neu orientiert.


Mitglied inaktiv

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ich hatte keine zukunfstvorstellungen in meiner jugend, deswegen weiß ich nicht, ob sich irgendetwas erfüllt hat. ich wußte nicht mal, ob ich kinder haben will, geschweige denn einen mann....beruflich war ich mal glücklich und zufrieden, das ist aber schon 11jahre her. heute stelle ich mir meine rente vor und arbeite da auch draufhin ( was bleibt anderes? ) ansonsten lebe ich wie schon vor 25 jahren: in den tag.


Schlaflos

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Hallo Vallie, "heute stelle ich mir meine rente vor und arbeite da auch draufhin ( was bleibt anderes? ) " Schade. Das hätte ich bei Dir eigentlich nicht erwartet, nach all dem, was ich von Dir gelesen habe. Ich meine, Du bist gerade im besten Alter. Gibt es keine beruflichen Perspektiven für Dich? Mich würde das fertigmachen und ich würde mich fragen, ob das alles war. Fange demnächst auch nochmal etwas Neues an, nachdem ich nun jahrelang 'was gemacht habe, um wieder ins Berufsleben reinzukommen. Ich freue mich tierisch und habe zum ersten Mal seit langem das Gefühl, dass das richtig gut und spannend wird. Sorry, wenn ich Dich jetzt darauf angesprochen habe. Aber da klang doch ziemlich viel Resignation raus. Schau Dich doch mal um, ob es mit Deiner Qualifikation nicht etwas gibt, das Dich noch nicht nur auf die Rente warten lässt. LG Schlaflos


Mitglied inaktiv

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Hi, bei mir jährt sich das Abi dieses Jahr zum 25. Mal! Familiär gesehen habe ich so ziemlich das erreicht, was ich wollte (gut, ich wollte drei Kinder, das könnte ich mir heute aus beruflichen Gründen nicht mehr vorstellen), Beziehungsebenentechnisch wechselt die Lage immer wieder mal (momentan läuft's relativ rund). In der Sekundarstufe habe ich davon geträumt, Dometscherin zu werden (allerdings ohne klare Berufsvorstellungen), jetzt bin ich Übersetzerin. Dolmetschen finde ich ab und an spannend, als Dauerjob wär's mir zu hektisch - eine gute Freundin und ehemalige WG-Kollegin von mir arbeitet für die Fifa, das ist aber mit Familienleben nicht vereinbar (deshalb hat sie auch keine Kinder). Kurz vor dem Abi habe ich eher davon geträumt, was "Künstlerisches" zu machen, wollte eigentlich in den Kunst-/Grafik-Design-Bereich. Gescheitert ist das dann an meinen wenig realistischen Vorstellungen vom Job, rückblickend bin ich froh, dass ich's nicht geworden bin. Im weitesten Sinne künstlerisch ist mein Job insofern, als ein Großteil der Texte und Filme, die ich bearbeite, aus dem künstlerischen und literarischen Bereich stammen. Trotzdem möchte ich mir später mal (wenn ich dann mal wieder mehr Zeit habe, *harhar*) einen meiner weiteren Lebensträume erfüllen: Entweder ein kleines Häuschen in der Provence kaufen (und dort Gäste empfangen), ein eigenes Buch schreiben oder doch noch mal was Künstlerisches anfangen (wahrscheinlich aber weniger Malerei oder Grafik als Möbel oder Kleidung entwerfen). Ich warte aber noch darauf, dass mich die Muse küsst... Insgesamt bin ich heute sehr zufrieden mit meinem Leben, habe eigentlich sogar mehr erreicht, als ich mir erträumt habe (kurz nach dem Abi war ich insgesamt eigentlich eher planlos und habe mir selbst wenig zugetraut). Weniger Zeitdruck würde ich mir oft wünschen, und ein paar weniger Pfunde auf den Rippen dürften's sein, aber sonst habe ich's gut getroffen, denke ich... LG Nicole


Sakra

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also sag bescheid, wenn du das kleine häuschen hast. meinst du die muse kommt irgendwann küssen?? ich bin ja auch der meinung, dass der passende job mich irgendwann findet;-)


Mitglied inaktiv

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Zu 1: Gern, aber das dauert noch! Erst müssen wir ja mal die aktuelle Hütte abbezahlen! Zu 2: Ach, keine Ahnung. Momentan hat die Muse keine Chance, weil ich mich immer so mit Alltagskram überfrachte - ich bin die typische Kandidatin, die immer hier schreit, wenn's irgendwo Arbeit oder ein Ehrenamt gibt. Die Muse braucht bekanntlich Muße, die gönne ich mir viel zu wenig. Zu 3: Den passenden Job hast du doch, nur nicht die passenden Rahmenbedingungen! Hat sich mit deiner Chefin eigentlich was getan? Vielleicht solltest du dir mal ein paar Tipps zum Umgang mit ihr bei Fredda holen... LG Nicole


Sakra

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danke der nachfrage:-(( kurz vor weihnachten ist das ganze nochmals relativ mit einer kollegin von mir eskaliert und auch patienten wurden auf´s übelste runtergeputzt. ich habe ihr in günstigen momenten einiges gesagt, aber so, wie wenn es andere leute betrifft und sie nur angesehen, teilweise konnte ich auch etwas direkter werden. muss man so machen, sonst tickt die komplett aus und rennt heulend davon. wie du siehst ist ein normales gespräch nicht möglich. auch habe ich sie gelobt, dass sie ihren zorn letztens in andere bahnen gelenkt hat. völlig gaga das ganze. das mit fredda ist ne gute idee, muss ich sie mal anpinnen. uns rennen die patienten wegen ihr weg und man macht sich dann ja auch irgendwann gedanken um seinen job.ich hatte letzte woche ein gutes jobangebot , nur mit meinen kündigungsfristen ist es unmöglich, kurzfristig wo anzufangen. aber ich halte tapfer durch;-)) LG jeannine


Petra28

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In der Schulzeit wollte ich Lehrerin werden, da ich die Schule mochte. Bis ich begriff, dass ich kein Lehrender, sondern ein Lernender bin. Mein Problem ist, dass ich extrem vielseitig interessiert bin, aber es reicht mir, den groben Überblick über ein Fachgebiet zu haben. Ich habe dann etwas studiert, was mir vermeintlich die meisten Wege offen gelassen hat. Was mir noch wichtig war (obwohl es mir damals nicht bewusst war), waren die beruflichen Rahmenbedingungen, unter denen ich arbeiten wollte. Ich brauche hier einen großen Freiheitsgrad und ich wollte mich auch nicht verbiegen müssen, um Beruf und Kinder unter einen Hut bringen zu können. Nun bin ich selbständig, kann von zu Hause aus arbeiten und brauche nur gewisse Liefertermine einzuhalten. Das ist ziemlich genial. Und es bringt mir die materielle Basis, um mir irgendwann meinen Traum zu verwirklichen: einen verdammt guten Roman zu schreiben. Das ist der Masterplan für die nächsten 15 Jahre.