Mitglied inaktiv
Ich sage ja immer wieder, dass man in Deutschland die alternativen Schulformen aufwerten sollte anstatt einen Grossteil der Kinder ins Gymnasium zu schicken. :-) Dann könnte man sich auch den Numerus Klausus sparen. Zeitungsbericht von gestern (20min): An Schweizer Gymnasien wird stark «gesiebt» Ein Drittel der Jugendlichen in der Schweiz machen eine Matur. In den OECD-Ländern sind es mit durchschnittlich 60 Prozent fast doppelt so viele, die mit Matur, Abitur oder Bac abschliessen. Das hat seinen Grund. 32 Prozent der Jugendlichen in der Schweiz machen eine Matur. Trotz starker Zunahme der Maturitätsquote liegt die Schweiz nach wie vor unter dem europäischen Schnitt. Anders als in anderen Ländern wird die Matur in der Schweiz als Eintrittskarte für die Hochschule verstanden. Entsprechend wird schon im Gymnasium stark «gesiebt». Wie aus dem Bildungsbericht Schweiz 2010 hervorgeht, wuchs in der Schweiz der Anteil der Jugendlichen, die eine gymnasiale Matur machen, von 4 Prozent (1960) auf 11 Prozent (1980) und knapp 20 Prozent (2008). Zusammen mit den 12 Prozent, die eine Berufsmatur machen, haben knapp 32 Prozent der Jugendlichen in der Schweiz eine Matur. Prognosen sagen bis 2017 einen Anstieg auf 35 bis 38 Prozent voraus. Spitzenreiter Italien mit 76 Prozent Mit dieser Maturitätsquote liegt die Schweiz aber immer noch unter dem Schnitt der OECD-Länder von 60 Prozent Maturanden. In Deutschland machen 40, in Frankreich 51 und in Italien 76 Prozent der Jugendlichen Matur (respektive Abitur, Bac). Nur Österreich mit 17 Prozent liegt tiefer. Allerdings sei der Charakter dieser Maturen sehr unterschiedlich, heisst es im Bildungsbericht. In Ländern mit hoher Quote ist die Matur oft die einzige mögliche Ausbildung auf der Sekundarstufe II, da dort die Berufsausbildung schwach entwickelt oder unattraktiv ist. Schweizer Maturanden studieren meistens In der Schweiz gilt dagegen die Matur als Hochschul-Zugangsdiplom. Die meisten Maturanden machen denn auch - erfolgreich - ein Hochschulstudium. In den Vergleichsländern schliessen dagegen im Schnitt nur einer von zwei Personen mit Matur auch ein Hochschulstudium ab. Während in der Schweiz die Schüler bereits beim Eintritt ins Gymnasium im Hinblick auf das Hochschulstudium «gesiebt» werden, findet in den meisten anderen industrialisieren Ländern diese Selektion erst zum Zeitpunkt des Studieneintritts statt. (sda)
...ehrlich erschreckend: habe erst vor ein paar Tagen in unserem Regionalblatt gelessen (Kreis WT Südbaden), dass hier nur 25% der momentanen Übertrittler aufs Gymnasium gehen- so wenig wie noch nie und viel weniger als im Bundesdurchschnitt. Da brauchen sie dann auch später nicht mehr so stark zu sieben , oder
?
lG Johanna
In Bayern ist der Prozentsatz der Gymnasiasten auch entsprechend gering. Aber die Schattenseite ist, dass zu wenig studieren, da jammern jetzt alle. Hat also immer 2 Seiten. Außerdem gibt es auch Spätentwickler, das Sieben ist nicht immer ausschlaggebend.
In Hessen dürften es so um die 50% sein, die auf das Gymnasium oder den gymnasialen Zeig einer GS gehen. ca. 35% landen in der Realschule oder dem realschulzweig und der Rest findet sich irgendwo im Bereich der Haupt oder der Sonderschule. Und das liegt nicht daran, daß die Hessen so intelligent sind.
@ krueml: Hast Du den Artikel abgeschrieben oder kopiert? Hier in Österreich heißt es Matura und Maturanten. Heißt es in der Schweiz wirklich Matur und Maturanden? Es ist schwierig, die Schulsysteme der verschiedenen Länder zu vergleichen. Hier in Österreich gibt es viele Städte, in denen es nur eine Hauptschule und gar kein Gymnasium gibt! Unsere Hauptschulen sind aber nicht vergleichbar mit den Hauptschulen in Deutschland! Die Ausbildung ist sehr gut und wer möchte wechselt nach der Hauptschule in ein Oberstufen-Gymnasium und macht da die Matura. Negativ ist nur, dass man nach dieser Matura keinen Beruf hat! Man muss weiterstudieren o.ä. Wer nicht auf die Oberstufe geht, wechselt für sein 9. Pflichtschuljahr ins Poli o.ä. und macht danach eine Lehre! Ansonsten gibt es nach der Hauptschule noch mehrere andere Möglichkeit, wie HLW u.ä. Ich selbst habe nach der Hauptschule (da es in unserer Stadt kein Gym gab) das Bundesinstitut für Sozialpädagogik besucht. Das ist eine 5-jährige Ausbildung mit Matura. Danach ist man ausgebildeter Sozialpädagoge, kann also sofort zu arbeiten beginnen, oder studieren, je nachdem, wie man möchte. LG Bettina
Hier in der Schweiz heisst Matur (es gibt kantonale und eidgenössische Matur) und Maturand. :-) http://www.20min.ch/campus/campus/story/16311689
Ich denke, bei uns wird der Trend vom Gymnasium auch wieder weg gehen. Aktuell wird bei uns in der 4. Klasse Grundschule schon sehr stark gesiebt. Während unsere Grund- (und Haupt-)schule im letzten Jahrgang nur 2 Hauptschüler "produziert" hat, hat sie jetzt eine Ausnahmegenehmigung bekommen, Haupt- und Werkrealschule zu sein, aber jetzt fürchten die Lehrer um ihre Arbeitsplätze, da zu wenig potentielle Hauptschüler. Es muss eine Hauptschulklasse mit mindestens 15 Schülern her. Das kriegen die schon hin. Nach Weihnachten wurde einfach der Notenschlüssel angehoben. Null Problemo. Der Trend geht in Baden-Württemberg zur Werkrealschule *ironieoff*. Alles Politik. Die Kinder sind immer die gleichen.
In der Schweiz ist ja auch anders,weil die Kinder gehen schon erst ab 5 Jahre alt zur Schule,dann später auf höher Schule zu gehen.
So ganz habe ich Dein Posting nicht verstanden. Bis vor kurzem ging man nach 4 Jahren Primarschule (Grundschule) entweder auf Sekundar- (Haupt-), Realschule oder Gymnasium. Die 6 Jahre Primar (teilweise) haben sich erst in den letzten Jahren ergeben. Die Kinder gehen hier übrigens eher später zur Schule. Meine Tochter würde mit 6 3/4 Jahren eingeschult werden (die Kinder müssen zu einem bestimmten Stichtag 6 Jahre alt sein) Mein Sohn würde 2 Wochen vor seinem 7. Geburtstag eingeschult. Es gibt kaum Möglichkeiten Kinder früher einzuschulen.
die kindergärten sind aber nicht zu vergleichen mit den kindergärten in deutschland. hier in der schweiz ist der kindergarten eher eine vorschule, die an die öffentlichen schulen angegliedert sind mit vorgegebenen zeiten und lernzielen und normalen ferien wie die schulferien auch. soweit ich weiss, ist das niveau der schweizer matura nicht zu vergleichen mit dem des deutschen abitur. lg
Nein, es ist nicht zu vergleichen. Zum Einen herrscht hier die Mindestdurchschnitt von 4,0 - in Deutschland reicht 3,0 was dort noch genügend und bei uns schon ungenügend ist. Man kann sehr viel abwählen, in der Schweiz hat man nur die verschiedenen Typen wobei aber die normalen Fächer wie Physik, Chemie, Geschichte usw. alle beibehalten werden. Mein Maturzeugnis besteht aus 13 Fächern (Deutsch, Latein, Englisch, Französisch, Mathe, Geschichte, Bio, Geo, Physik, Chemie, Musik und ich meine Sport).
Ich finde es bei solchen Themen immer wieder interessant, den wirtschaftlichen Schaden, der durchs nicht sieben entsteht, hochzurechnen. In Deutschland machen 40 % Abitur. In der Schweiz dagegen nur 32 %. Differenz: 8 Prozent. Klingt nicht nach viel. Aber: Würden diese 8 % im Vorfeld ausgesiebt, in der 10. Klasse ihre Mittlere Reife machen und dann eine Berufsausbildung beginnen, wären das 3 Jahre lang 8 % weniger Schüler pro Jahrgangsstufe. Somit würden Lehrerkosten im Rahmen gehalten. Und die Enttäuschung, das Abi nicht geschafft und 3 Jahre in den Sand gesetzt zu haben, könnte man denen eben auch ersparen. Aber darüber denkt hierzulande wohl keiner nach?!
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