Elternforum Alleinerziehend, na und?

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Leut, ich weiss nicht mehr, was ich machen soll, ich möcht hier nur noch weglaufen und nie mehr wiederkommen. Richard ist seit drei, vier Tagen eh kaum noch für den normalen menschlichen Umgang zu bändigen und jetzt ist er um 1 Uhr aufgewacht, hat angefangen zu weinen und ist nicht mehr zu beruhigen, brüllt und brüllt und brüllt und ich weiss nicht warum. Ich kann nichts tun, um ihn zu beruhigen, kriege nicht raus, was ihm fehlt... Max wird dazwischen auch wach und schreit mit. Jetzt habe ich Richard genommen und mich mit ihm in's Wohnzimmer auf's Sofa gesetzt und er brüllt weiter. Und wenn ich aus dem Zimmer gehe schreit er noch mehr da tickt er total aus... jetzt habe ich mich einfach hingesetzt und angefangen, meine Uebersetzung zu schreiben, weil nix was ich tun kann ihn beruhigt... Und jetzt grad eben, als ich dies schreibe hört er auf, fällt regelrecht um auf dem Sofa und schnarcht. Von einer Sekunde auf die andere. Bin ich in einem Irrenhaus??? Ich weiss echt nicht mehr weiter. Nicht mal nachts lässt man mich schlafen. Ich schufte schon den ganzen Tag von morgens früh bis spät und kriege nicht einen Moment Ruhe - ich will nur noch weg... Jetzt ging das Dreiviertelstunde lang. Was soll ich denn nur tun? Jetzt hat das Kind aufgehört und ich heule vor Hilflosigkeit und ... So und jetzt schreit oben Max. Yola


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Hallo, ich bin's nochmal. Ich weiss einfach nicht, ob Richard mich total zum Narren macht oder ob es ihm wirklich so dreckig geht, wenn er so daneben ist mitten in der Nacht. Zu allem Ueberfluss ist auch noch meine Schwägerin zu Besuch und wollte helfen. Sie ist jemand der gerne versucht, Erziehungsfragen mit strengem Durchgreifen und Strafen zu lösen und hat dann einfach Richards Kuscheltier weggenommen als er es aus Wut von sich geschmissen hat - dadurch wurde natürlich alles noch viel schlimmer. Ich weiss einfach nicht mehr, was ich tun soll. Bei der Erziehungsberatung sagen sie mir immer, dass es die reinste Freude sei, meine Kinder und mich zu beobachten und mit uns zu arbeiten, aber bei solchen Szenen da ist nie jemand dabei um mir zu sagen, was ich tun soll, und vor allem: was hilft! Ich weiss echt nicht, was ich machen soll. Wenn ich aus dem Zimmer gehe, weil ich ja eh nix machen kann, um ihn zu beruhigen, tickt Richard absolut aus, schreit richtig verzweifelt herum, er habe so Angst alleine zu sein, aber ich weiss wirklich nicht mehr, wo ich mit ihm dran bin. Morgen rufe ich die Erziehungsberaterin an. Aber so langsam zweifle ich, ob die mir/uns helfen kann. So, jetzt ist mein Adrenalinspiegel wieder einigermassen gesunken und ich werde meinen friedlich schnarchenden Sohn in's Bett bringen (Habe Angst, wenn er allein im Wohnzimmer aufwacht dann tickt er gleich wieder aus) Müde Grüsse Yola


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Hallo Yola, erst einmal drück ich Dich ganz fest für die vergangene Nacht. Wie alt ist Richard ? Eine zweite Frage hätte ich auch: Hast Du einmal versucht, mit ihm tagsüber darüber zu sprechen ? Wo vor er Angst hat ? Ist vielleicht nur ein Gedanke. Aber bleibt bei der Erziehungsberatung hartnäckig. Dafür sind sie schließlich da: Um DIR in dem Umgang Deiner Kinder zu helfen. LG Nicole


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Meine Güte, Du Arme (((((Yola)))))!!! Nein, das macht er nicht, um Dich zu ärgern oder so, aber das weißt Du sicher, wenn der Spuk vorbei ist. Was ihn bewegt ist sicher schwer herauszufinden. Probieren würde ich es doch. Aber unbdingt einen ruhigen und entspannten Moment aussuchen. Wäre es Dir möglich, für jeden der Jungs mal Zeit alleine einzuplanen? Ich muß mir das auch immer wieder vornehmen - und Ereignisse dieser Art sind es, die solche eingeschlafenen guten Gewohnheiten wieder ins Gedächtnis bringen. Mein persönlicher Fern-Tipp ist, daß die Kinder unbewußt merken, daß Du an Deiner Grenze operierst - und das macht ihnen Angst. Aber das ist natürlich nur eine Idee auf Basis der Informationen, die Du hier postest :-). Und sag Deiner Schwägerin, sie hilft Dir am besten, wenn sie sich raushält. Meines Erachtens hast Du gut reagiert: Dasein, das Beste draus machen, feddich. Lieben Gruß, Elisabeth.


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Danke Elisabeth, ich sitze hier und heule schon wieder. Nici< Richard und Max sind grad vier geworden. Und von Richard etwas zu erfahren ist schwer. Er ist der Verschlossenere von beiden. Er hat halt schon vor 2 Tagen total ausgetickt als wir seine Tante vom Bahnhof abholten. Da spielte dann auch die Uhrzeit und die Umstände mit. Sie bekamen zu spät zu essen, aber einmal losgetreten, war es unmöglich, ihn/sie irgendwohin zu kriegen, wo es was zu essen gibt. Wir brauchten für 200 Meter fast eine Stunde unter ständigem Gebrüll und sind nur nicht nach Haus gefahren, weil ich schon vor Wochen als ganz besondere Ueberraschung - eben AUCH für die Tante von ihnen - Karten für den Räuber Hotzenplotz besorgt hatte. Mensch, ich war heute nacht drauf und dran das erste Mal einem eine kräftige Ohrfeige zu geben. Ich habe dann selbst geheult anstatt. Wahrscheinlich liegt es daran, dass wir dann unter uns (Tante und ich) auch viel über die verkorkste Situation mit ihrem Bruder (dem Vater der Kinder) reden. Mir geht's immer am besten, wenn ich nicht an ihn denke und möglichst wenig Kontakt zu ihm habe. Er sieht ja die Kinder sooft und soviel wie er möchte, aber ich geh ihm aus dem Weg weil es für mich so einfacher ist. Manchmal stell ich mir vor, er läge im Koma oder wäre sonstwie hilflos und liesse uns deshalb so hängen. Gestern haben wir halt lange über die anstehende Taufe gesprochen und ich habe gesagt, dass ich mir diese Kosten für eine Rieseneinladung (mit Minimalstbesetzung liegen wir mit den Zwillingen bei 17 Leuten) nicht leisten kann. Weiss der Herr Papa auch. Meinte, ich solle dann alle zur Taufe einladen und dann nach der Kirche heimschicken. Toll. Einige müssen hier noch übernachten weil sie bis zu 1000 km fahren müssen. Aber klar, getauft sollen sie werden meint jetzt endlich der Herr Papa (vorher hat er jahrelang auf evangelischer Konfession bestanden - die gibts hier kaum und ich bin katholisch) und deshalb kam die Taufe nicht zustande. Jetzt findet er es zwar selbstverständlich, dass auch seine ganze enge Familie eingeladen wird (sind mehr als auf unserer Seite) aber kosten darf es ihn natürlich keinen Pfennig. Dann schickt man die Leute schon eher auf leeren Magen weg, wenn ich es nicht wuppen kann. Dass eine Taufe bei uns eine Familienfeier ist findet er nur Schmarrn. Wichtig ist ihm, dass die Kinder diesen (Tauf)Schein haben, um sonst geht's ihm um nichts. Um den Buchstaben. Der Typ ist sowas von neben der Spur. Ich bin froh, wenn hier wieder das ganz normale Leben einkehrt. LG und vielen Dank für's Trösten. Ich möcht immer noch einfach nur raus aus der Tür und weg, weg, weg. LG Yola


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Hallo Yola, zum "Austicken" am Tag kann ich jetzt nichts sagen, aber zu der Situation heute Nacht hatte ich spontan den Gedanken "Nachtschreck" Bist Du sicher, das er wirklich richtig wach war? Meine Tochter hatte ganz schlimme Nachtschreckphasen. Sie wurde dann panisch schreiend "wach" und ließ sich nicht beruhigen. Man hatte den Eindruck, sie sei wach, aber eigentlich schlief sie noch. Wirklich machen konnte man dadurch auch nichts. Ich habe sie in solchen Momenten immer ganz fest in den Arm genommen und versucht, sie für einen Moment richtig wach zu machen. Gelöst haben wir das Ganze damit, das wir nun immer abends vor dem Schlafengehen alle bösen Träume aus dem Zimmer schmeißen (anfangs habe ich sie laut schimpfend vor die Haustür getragen) und dann einen schönen Traum unter das Kopfkissen legen. Mein Sohn der auch ab und an Alpträume (kein Nachtschreck) hat, der hat eins meiner Kopfkissen, weil das ein Super-gute-Träumekissen ist. Es ist hart! Ich kann da selber ein Lied von singen, denn ich habe auch nicht nur "Norm-Kinder". Alles Gute für Euch Kerstin


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Hallo Liebe! Hm... darf ichmal einen Aspekt bringen, der mir gerade so spontan kam, einfach, um deine Sicht mal zu erweitern? Dein Sohn wacht nachts auf, schreit, Mama kommt, tröstet, beruhigt... .. und will dann aber bnitte auch eine "Belohnung" haben in Form von beruhigtem Kind... Weißt Du was ich meine? Du schlägst Dir die nachtruhe um die Ohren, bleoß weil Dein herr Sohn (grundlos) rumbrüllt und er LÄSST sich n icht mal beruhigen... was soll das denn??? Gerade bei so angagierten Müttern wie Dir rate ich: geh einen Schritt zurück innerlich. Er brüllt, er braucht Dich, also sei einfach da, aber "verlange" nicht von ihm, daß er sich beruhigt. Das schont Deine und seine Nerven nachts um Klassen mehr als 2 Stunden Schlaf! Du hast es ja auch richtig gemacht: Du warst Da wie er zeigte, daß er es brauchte, aber hast Di Zeit auch einbißchen nutzen klönnen, WENN Du schon nachts wach bist. Zur Taufe: Ich würde es so machen: Jeder zahlt die Kosten seiner familienseite bzw. klärt mit dieser, wer was übernimmt. Wenn er nicht dazu bereit ist, sich vorher mit Dir zu einigen, kommt das eben so (nett verpackt) in die Einladung rein :-))) Alles Liebe und Ingolstadt ist immer noch eine Reise Wert ;-) Désirée


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also bei dem wie du es nachts beschreibst, war mei gedanke auch nachtschrekc, kenne es von meinem. das schlimme ist man kann nichts tun. bei uns hat geholfen, licht anmachen, mal eine minute rausgehen und wieder reinkommen, erst dann kam er zu sich. aber da scheint bei euch ja nicht zu helfen, wenn ihr schon ins wohnzimmer gegangen seid. aber ich vermute schon, das er was schlimmes geträumt hat und eifach nicht so ganz in der realität angekommen ist. das er am tag so wutanfälle hat kann scho mit der erziehung zusammen hänge. ich weiss wovo ich spreche, da meiner das über 6 mon.hatte. überall adners, ein super kann, nur lob für ihn, aber zu hause oder wenn ich mal was forderte, womit er nicht eiverstanden war, wurde terror gemacht, aber eben nciht mehr im normalen rahmen. mir wurde als tipp gegeben ( und es hat geholfen) ein belohnungsprinzip. komt er allein aus der wut raus, oder schafft es drüber zu reden, anstatt zu toben, bekommt er ne sonne, bei so 7 sonnen bekam er dann eine belohnung ( bei uns waren es gummibärchen) musste das nicht lange machen,w eil er super geklappt hat. und ich war immer zu gut zu ihm, hab alles durchgehen lassen. ich musste lernen auch konsequent zu bleiben. so haben wir nun den stillen stuhl im flur. da hatt ich ihnn dann drauf gesetzt am tag, meitne,w enn du wütend bist, dann mach es da, lass es nicht an mama raus und danch habenw ir ruhig drüber sprechen können. der stille stuhl hat acuh wudner bewirkt, nun muss er da nicht mehr drauf, da die "anfälle" einfach weg sind. klar ist er mal sauer oder wütend, aber wer ist das nicht mal, doch es ist bei ihm nun im normalen rahmen. ich drück euch die daumen das ihr es schafft eine weg zu finden. und offen ansprechen ist wichtig, mekre ich mein kid ist sauer, frage ich direkt, bist jetzt wütend, ne? du findest mama ihre entscheidung grade doof, oder du willst da sso nicht, stimmts. höre ihm dann zu ud erkläre aber warum wir das nun so machen müssen.


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Hallo! Mir ist auch als erstes der " Nachtschreck" eingefallen... Mein Bruder hatte das auch sehr lang, meine Tochter hat es auch so ähnlich?! Allerdings weiß ich natürlich nicht was du alles in diesen 45 Minuten versucht hast?! Mein Bruder hat es am besten geholfen, wenn man ihm mit strenger Stimme gesagt hat: "geh wieder ins Bett!!!" Sonst nichts, umso mehr man mit ihm geredet hat umso schlimmer wurde er. Meine Tochter hingegen muss man wecken. Richtig aufwecken, sonst hört sie nicht mehr auf zu heulen. Ganz viel Kraft wünsch ich dir LG Maria


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scheinen hier viele Kinder Probleme mit zu haben (Alleinerziehendenproblem? *gg) Jedenfalls hatte er das erst letztens noch, er ist jetzt 5. Er brüllt, ist nicht ansprechbar, reagiert auf nichts, sieht aber aus wie ein Tobsuchtsanfall, weil er dabei bockig mit den Beinen strampelt. Ich versuche, ihn wieder hinzulegen und zuzudecken. Dann schläft er irgendwann weiter. Am nächsten Tag kann er sich an nichts erinnern. Als das das erste Mal passiert ist, so mit 2 Jahren, war es furchteinflößend für mich. Es passiert relativ selten, aber ich sehe es mit Gelassenheit. Interessieren würde mich natürlich, woher das kommen mag... LG Ilona


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Nächtliche Angstgespenster Die Eltern von Peter begeben sich gerade zu Bett, als ihr zweijähriger Sohn aus Leibeskräften zu schreien anfängt. Sie stürzen ins Kinderzimmer und finden Peter mit einem äußerst angstvollen Gesichtsausdruck im Bett stehend. Seine Augen sind weit aufgerissen. Er schreit wie am Spieß und starrt gebannt ein imaginäres Ungeheuer an. Er atmet und schwitzt, als ob er Schwerarbeit leisten würde. Als die Mutter sich ihm nähert, weicht er zurück. Die Mutter redet besänftigend auf Peter ein, was sein Geschrei aber nur verstärkt. Sie versucht ihn in die Arme zu nehmen und zu streicheln. Peter schlägt wild um sich. Schließlich schüttelt der Vater den Knaben, aber Peter lässt sich nicht wecken. Nach etwa zehn Minuten ist der ganze Spuk vorbei: Peter blickt umher, ist nicht mehr verstört. Er wirkt müde und schläft nach kurzer Zeit zufrieden ein. Peter hat ein sogenanntes Angsterschrecken oder Pavor nocturnus gehabt. Der Pavor nocturnus kann Eltern, die dieses Verhalten nicht kennen, einen gehörigen Schrecken einjagen. Die meisten Eltern rufen beim erstmaligen Ereignis nach ihrem Hausarzt. Wenn der Arzt eintrifft*, ist das ganze Geschehen bereits vorüber. Die Eltern möchten vom Arzt wissen: Warum war Peter so verstört? Was hat Peter erlebt, daß sein Gesicht so angsterfüllt war? Was hat Peter gesehen, daß seine Augen so aufgerissen waren? Warum ließ er sich nicht wecken? Könnte sich ein solcher Vorfall wiederholen? Haben sie etwas falsch gemacht in der Erziehung? Der Pavor nocturnus ist in den vergangenen 20 Jahren wissenschaftlich gut untersucht worden. Aufgrund seiner elektrophysiologischen Merkmale betrachten Schlafforscher den Pavor nocturnus als ein normales Schlafphänomen, das in einer bestimmten Altersperiode auftritt. Dem Angsterschrecken liegt ein sogenanntes partielles Aufwachen aus dem tiefsten Non-REM-Schlafstadium zugrunde; das heißt, das Kind wacht aus dem Tiefschlaf unvollständig auf, was sich in einer Art Verwirrtheitszustand äußert. Der Pavor nocturnus tritt typischerweise ein bis drei Stunden nach dem Einschlafen auf. (Ein Angstzustand in den frühen Morgenstunden ist kein Pavor!) Das Kind hat die Augen weit offen, reagiert aber nicht oder inadäquat auf das Erscheinen der Eltern. Sein Gesicht und seine Haltung drücken Angst, Wut oder Verwirrung aus. Das Kind schwitzt ausgeprägt, atmet verstärkt und hat einen jagenden Puls. Es nimmt die Eltern nur begrenzt wahr. Wenn es angesprochen wird, gibt es keine oder verwirrte Antworten. Es gelingt den Eltern nicht, das Kind zu wecken. Wenn die Eltern versuchen, das Kind zu beruhigen, indem sie es streicheln und in den Arm nehmen, regt sich das Kind zusätzlich auf. Es stößt die Eltern weg und schlägt um sich. Das Aufwachen geschieht abrupt. Atmung und Puls normalisieren sich schlagartig. Wie ein Spuk verschwindet der Schreck aus dem Gesicht und der Haltung des Kindes. Das Kind ist zufrieden. müde und schläft rasch ein. Wenn die Eltern das Kind fragen, was es erlebt hat, kann es keine Auskunft geben. Es hat auch in den folgenden Tagen keine Erinnerung. Die meisten Episoden dauern fünf bis 15 Minuten. Selten dauert eine Episode mehr als eine Viertelstunde - eine sehr, sehr lange Zeit für die Eltern. Der Pavor nocturnus tritt zwischen dem zweiten und fünften Lebensjahr, selten bereits Ende des ersten Lebensjahres auf. Am häufigsten wird er im vierten und fünften Lebensjahr beobachtet. Genaue Angaben über die Häufigkeit des Pavor nocturnus fehlen. Man darf aber annehmen, daß zwischen dem zweiten und siebten Lebensjahr ein Drittel bis die Hälfte aller Kinder solche Episoden haben. Bei den meisten Kindern tritt der Pavor nur sporadisch auf, insgesamt ein bis mehrere Male. Manche Kinder erleben während ein bis zwei Jahren alle ein bis zwei Monate ein solches Ereignis. Selten tritt der Pavor bei einem Kind jede Nacht auf. Nach einem ereignisvollen Tag, zum Beispiel nach einem Familientreffen oder dem Besuch eines Rummelplatzes, neigen manche Kinder in der darauffolgenden Nacht zu einem Pavor nocturnus. Im Schlaf verarbeiten die Kinder, was sie am Vortag erlebt haben. Waren die Kinder ungewöhnlich vielen Reizen ausgesetzt, kann ihnen deren Verarbeitung Mühe bereiten, was sich als Pavor nocturnus äußern kann. Der Pavor nocturnus gehört zum normalen Schlafverhalten, er ist keine Verhaltensauffällkeit! Beim Pavor nocturnus liegt keine psychische Störung vor. Ein Angsterschrecken ist nicht die Folge schwerwiegender psychische Erlebnisse. Betroffene Kinder leben nicht häufiger in schwierigen familiären Verhältnissen als Kinder ohne Pavor nocturnus. Der Pavor ist auch nicht mit einem bestimmten elterlichen Erziehungsstil verbunden. Er ist nicht die Folge einer Fehlerziehung. Es gibt andere Verhaltensweisen, die die gleiche elektrophysiologische Grundlage haben wie der Pavor nocturnus. So gibt es Kinder, die mit den Zähnen knirschen oder im Schlaf reden - wie übrigens auch Erwachsene. Ein Teil der Kinder mit Pavor nocturnus neigt im Schulalter zum Schlafwandeln. Wenn die Eltern bei Großeltern, Onkeln und Tanten nachfragen, stellen sie häufig fest, daß Pavor nocturnus und Schlafwandeln in der Familie Tradition haben. Wie sollen sich die Eltern verhalten? Es ist verständlich, daß Eltern alle ihnen verfügbaren Mittel einsetzen, um ihr Kind von diesem psychischen Terror zu befreien. Sie versuchen, das Kind durch Zureden, Streicheln und Halten zu beruhigen. Sie möchten das Kind wecken: Sie schütteln es, waschen ihm das Gesicht mit einem kalten Waschlappen ab oder halten es unter die Dusche. Alle diese Maßnahmen sind vergeblich. In ihrem Kind läuft ein Prozess ab, zu dem die Eltern keinen Zugang haben. Wenn sich das Kind nicht wecken läßt, was können die Eltern tun? Sie können das Kind vor Verletzungen schützen, indem sie es zum Beispiel davor bewahren, daß es eine Treppe hinunterstürzt. Daß es Eltern schwerfällt, tatenlos das Ende des Anfalls abzuwarten. ist verständlich. Beruhigend ist: Der Pavor ist nichts Gesundheitsschädigendes, insbesondere keine Epilepsie, und wird nicht durch den elterlichen Erziehungsstil ausgelöst. Vom Angsterschrecken zu unterscheiden sind die sogenannten Angstträume. Angstträume können auch bereits in den ersten Lebensjahren auftreten, sind aber seltener als der Pavor nocturnus. Während der Pavor immer spätabends auftritt. kommen die Angstträume vorwiegend in der zweiten Hälfte der Nacht vor. Die Eltern erleben einen Angsttraum bei ihrem Kind anders als einen Pavor nocturnus, Wenn die Eltern auf das Kind aufmerksam werden, ist es bereits wach. Es ist verängstigt, aber nicht orientierungslos. Es möchte getröstet werden und braucht die Zuwendung der Eltern. Die Eltern können - im Gegensatz zum Pavor nocturnus - sich mit dem Kind verständigen, es in den Arm nehmen. Je nach Alter des Kindes können die Eltern mit ihm über den Trauminhalt sprechen. Das Kind erinnert sich an das Geträumte, oft auch noch in den folgenden Tagen. Inhalt der Angstträume sind häufig für das Kind belastende Ereignisse. Das Kind braucht die Zuwendung und das Verständnis seiner Eltern, damit es seine Traumerlebnisse verarbeiten kann. Die Eltern sollten nicht versuchen, dem Kind die Träume auszureden. Träume haben für die Kinder eine ganz andere Qualität als für uns Erwachsene. Träume sind für die Kinder so real wie ihre Wahrnehmung im Wachzustand: Für die Kinder sind Träume Wirklichkeit. So kann es geschehen, daß ein Kind die Eltern beharrlich nach dem großen schwarzen Hund fragt, der ihm im Traum so große Angst eingejagt hat. Die Angstträume sind wie der Pavor nocturnus - auch wenn sie sporadisch auftreten - Teil des normalen Schlafverhaltens. Sie weisen nicht zwangsläufig auf das Vorliegen einer psychischen Störung hin. Kommen Angstträume ein oder mehrmals pro Woche vor und ist das Kind auch tagsüber verängstigt und bedrückt, sollten die Eltern fachliche Hilfe in Anspruch nehmen. Wir haben uns nun ausführlich mit den schlechten Träumen beschäftigt. Selbstverständlich haben Kinder in den ersten Lebensjahren auch gute Träume. Weil für sie die Traumwelt genauso real ist wie die Welt im Wachzustand, nehmen sie wahrscheinlich an, ihre Träume seien uns bekannt. So reden die Kinder selten darüber, was sie Schönes im Traum erlebt haben; aber ihre glücklichen Gesichter im Schlaf zeugen davon. // LG Ilona


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Hi Ilona, danke für diese ausführliche Beschreibung. Das habe ich dann schon wiedererkannt. Interessant war der Hinweis, dass Aufregungen am Tag davor den Nachtschreck auslösen können. Gestern abend, weil die Tante ja zu Besuch ist, waren mein Bruder und mein Cousin samt Anhang eingeladen und das ist bei uns ein grösseres Unterfangen, wir sind einfach nicht ausgerüstet für mehr als 2 Gäste gleichzeitig. Nachtschreck hatten wir ja schon öfter mal bei beiden, nur in letzter Zeit nicht, und irgendwie dachte ich, das träfe nur jüngere Kinder bis höchstens drei Jahre und sei jetzt vorbei. Deswegen dachte ich, es müsse wohl diesmal was Anderes sein - aber die Anzeichen waren absolut typisch und Richard konnte sich auch heute morgen an absolut nix erinnern. Ausserdem war ich als Kind auch Schlafwandlerin... Na ja, hoffentlich ist es heute nacht ruhiger. Die Nacht vorher war er schon um 4Uhr15 wach und konnte zwei Stunden nicht mehr einschlafen. Ich HASSE es, wenn mein Nachtschlaf unterbrochen wird! Das hatten wir jetzt 4 Jahre lang und irgendwie dachte ich wohl, wir haben's endlich geschafft und deshalb ist der innere Widerstand wieder da, wo bis vor ein paar Wochen nur Schicksalsergebenheit war. Und natürlich dann noch die Ex-Schwägerin als Zuschauerin bei so einem doch dramatischen Schauspiel... na ja, ich kann mir schönere Nachtbeschäftigungen vorstellen. Danke für Eure Beiträge! Es hilft immer wieder doch zu sehen, dass es nicht meine Schuld/Unfähigkeit ist. (Mein Faible - deswegen haben der Herr Papa und ich uns damals auch wunderbar ergänzt - bis es selbst mir zuviel wurde). Na ja, bald kehrt hier wieder der normale Alltag ein. Gott sei's gelobt und getrommelt! LG Yola


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meiner war heute nacht übrigens auch draußen. Hat rumgeheult und so, weil er wohl einen kleinen "Streifen" in die Schlafanzughose gemacht hatte. Gaaaanz dramatisch... Jedenfalls erschrecke ich mich auch immer sehr, wenn er nachts so herumbrüllt. Aber diesmal war es kein Nachtschreck. Nach einigen Hustenanfällen - bin seit ner Woche wieder mal erkältet - habe ich es geschafft, wieder einzuschlafen. Ca. 1 Stunde später STAND ich im Bett, weil die Katze so herumgerannt ist, dass sie den lose liegenden Teppich gegen einen stehenden Bilderrahmen getreten hat, der natürlich mit lautem Peng umgefallen, aber glücklicherweise nicht kaputt gegangen ist. Das passierte so gegen 5.00 Uhr. An Wiedereinschlafen war nicht zu denken. Jetzt sitze ich im Büro und fühle mich schlapp.... Von der Sorte Mensch gibts so viele derzeit. Jedenfalls Euch noch ein ruhiges/besinnliches Weihnachtsfest Viele liebe Grüße Ilona


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danke dir fürs einstellen! und genau das haben wir auch ab und an, passt auch vom alter, weil es ab 2.j. losging. es ist schlimm nicht zu wissen was man tuen kann, seinem kind nicht helfen zu können, weil er in einer traumwlt ist. aber ich gehe, wenn ich abgesichert habe, das nichts passieren kann, immer für 1min.aus dem raum, wenn ich wieder reinkomme, habe ich das gefühl, besser an ihn ranzukommen, er lässt dann zu, das ich ihn in den arm nehme und dann dauert es nur sec. bis man merkt, er ist wieder bei sich!