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Geschrieben von Felica am 01.11.2018, 19:24 Uhr

@Silvia

Jetzt etwas mehr Zeit, also noch genauere Erklärung:

Kreisgebiet ist ursprünglich wohl evangelisch-pietistisch geprägt gewesen. Wobei laut Wiki Anteil inzwischen katholisch und evangelische nahezu gleichstark vertreten sind. Politisch kann man aber sagen, streng konservativ, die CDU ist hier seit Jahrzehnten vertreten.

Der erste Stadtumzug den ich mitbekommen habe im Alter weiterführende Schule war definitiv der in der evangelisch-lutherischen Stadt. Wurde damals sogar von deren Kirchengemeinde durchgeführt, inzwischen gut über 30 Jahre später hat es eher "Marktquarakter", sprich es werden Buden mit Glühwein, Brezel aufgebaut, es spielen Bands, gibt Spezialitäten, Wein, Süßigkeiten usw. Dazu eben der obligatorische Martins-Reiter (gefeiert wird laut Ablaufplan Martin von Tours) der seinen Mantel teilt. wann es stattfindet hängt wie gesagt davon ab wann Wochenende ist, meistens ist es Freitags abends. Wenn es terminlich besser passt auch mal der Samstag oder Sonntag. Kinder dürfen eine Laterne mitbringen, es findet vor der Mantelteilung ein kleiner Umzug statt. Klar zu erwähnen das dann verkaufsoffener Abend ist. es ist eine neue Sache die es so 100% in der Generation der älteren nicht gab.

Die Umzüge in den Grundschulen und KiGas laufen dagegen so ab das Eltern und Kinder sich treffen, etwas singen, dann man mit Laternen bewaffnet einen kleinen Umzug machen auf dessen Verlauf noch etwas gesungen wird und man danach noch die obligatorische Brezel mit Glühwein bzw Kinderpunsch sich genehmigt. Nichts mit Geschichte, Aufführung, Feuer oder sonstwas. Stattfinden tut das in der Woche vor und in der Woche nach Martin. Auch das ist relativ jung, unsere Großeltern hatten das noch nicht. Bei mir mit U40 war es seit wenigen Jahren vermehrt zu sehen.

Wir als Kinder sind am 10.11 mit den Laternen von Haus zu Haus, haben wie gesagt gesungen, dafür Süßigkeiten bekommen und so was es in den Generationen davor auch. Irgendwann meinten ein paar zugezogene, das wäre doch am 11.11, was zu etwas Verwirrung führte. Da hier einige Gemeinden der Kreisstadt Karnevalshochburgen sind, ist der 11.11 hoch heilig, da würde sicherlich abends keiner auf die Idee kommen Laterne singen zu lassen. Erst durch die innerstädische Kommerzveranstaltungen kam es zu der Überschneidung.

Ach ja, hier gehört es dazu das dann die Martinsgans verspeist wird. Die Bäckereien bieten inzwischen süße Martinsgänse an und Brezel oder auch Stutenkerle. Auch das mit dem Gebäck ist anders wie damals, da gab es nur Stutenkerle welche immer mehr verdrängt werden. Viele Bäcker haben gar keine Stutenkerle mehr.

Wenn es also zur Vermischung gekommen ist, dann durch Schule, KiGa und vor allen den innerstädtischen Vermarktungsstrategien. Zum Wohle der Innenstädte die dann auch mal abends besucht sind. Auf Kosten aber des Brauchs des Laternesingen am Martins das wir als Kinder erlebt haben.

 
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