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Geschrieben von IngeA am 01.10.2018, 22:26 Uhr

Mutter fühlt sich von Martinshörner gestört und startet Petition?

Ich weiß, dass es auch die Patienten gibt, die eben nicht den Rettungsdienst rufen. Bloß keine Umstände, heilt schon wieder, wird schon wieder...

Das hatte ich auch schon oft genug.

Z. T. auch morgens gerufen obwohl die Schmerzen schon die ganze Nacht bestanden, aus Rücksichtnahme auf den Rettungsdienst, damit der nicht in der Nacht ausrücken muss.

Ich meine wirklich die Patienten die den Rettungsdienst rufen und sich sehr wohl dessen bewusst sind, dass es sich NICHT um einen Notfall handelt.

Beschwerden die in gleicher Intensität schon seit Wochen bestehen frage ich mich halt schon, warum derjenige dann mitten in der Nacht den Rettungsdienst ruft und nicht die letzten Wochen zum Arzt gegangen ist.
Was anderes ist es, wenn der Patient die Beschwerden schon seit Wochen hat, sie irgendwann z. B. dem Sohn gegenüber erwähnt und DER sich dann Sorgen macht und den Rettungsdienst ruft, z. T. mit dem Wissen, dass der Vater bei der Autorität des Rettungsdienstes mit geht, aber sich sonst nie zum Arzt schleppen lassen würde. Das ist für mich kein Ausnutzen, auch wenn der ärztliche Bereitschaftsdienst da oft besser wäre.

Ich bin nicht kleinlich. Viele Dinge kann ein medizinischer Laie nicht einschätzen.
Ich habe kein Problem damit für einen verstauchten Fuß gerufen zu werden. Tut weh, auftreten ist auch nicht mehr so toll und man kann ja auch nicht ins Gelenk rein schauen. Vielleicht ist ja doch was gebrochen.
Wenn derjenige mir aber sagt, dass er sich den Fuß vor einer Woche verletzt hat und erst jetzt den Rettungsdienst ruft, weil er ja die ganze Woche keine Zeit hatte, weil er, auf einen Stock gestützt, noch die Umzugskartons packen musste, frage ich ich in schon, warum er eine Woche auf dem Stock rumhumpeln und packen konnte, aber jetzt nicht mit Stock zum Taxi humpeln kann.

Oder: wegen Bauchweh morgens um sechs gerufen. Erster Satz: "ABER INS KRANKENHAUS GEH ICH NICHT MIT". Ja, wofür ruft sie dann den Rettungswagen?

Oder: Patient wurde am Unterleib operiert (kleiner Eingriff). Am Freitag bekommt er Schmerzen in der Leiste und geht in die Ambulanz vom Krankenhaus. Wird dort untersucht und die Ärztin sagt ihm, wenn die Schmerzen schlimmer werden muss er sich am WE noch einmal in der NA vorstellen. Samstag waren die Schmerzen nicht nur links sondern auch rechts. Wiedervorstellung definitiv sinnvoll.

"Sie müssen mich unbedingt ins Klinikum A bringen. Da hat mich der Herr Prof. Dr. X operiert und die Frau Dr. Dr. von Y hat gesagt, wenn die Schmerzen schlimmer werden, muss ich wieder kommen."
Ich bezweifle dass Frau Dr. Dr. von Y gesagt hat, er soll sich mit dem Retter einliefern lassen. Der Mann konnte ohne Probleme Laufen. Naja, der Rettungsdienst bekommt die Klinik zugeteilt, wir können Wünsche äußern, aber die Leitstelle bestimmt letztendlich wo es hin geht. "Aber das ist doch Blödsinn, die ganzen Unterlagen sind doch in Klinik A". Mit Fax sind sie in einer Minute auch in Klinik B. Der Fahrer ist funken gegangen um die Klinik auszumachen, ich bin beim Patienten geblieben. "Aber wenn ich mit dem Retter in die Klinik komme, komme ich schon schneller dran, oder?" Nein. Wir stufen die Dringlichkeit ein und nach der kommt der Patient dran. Ziehen in der Leiste ohne weitere Symptome ist nicht lebensbedrohlich und natürlich kommt der von Angehörigen in die Notaufnahme gebrachte Herzinfarktpatient zuerst dran. Oooh.
Wir sollten in Klinik B fahren. Komisch, dann konnte der Patient doch mit dem Taxi fahren. Wenn er ohne Retter in die Klinik kommt, darf die ihn nämlich nicht abweisen.
Unsere Arbeitszeit: eine Stunde für die wir keinen Cent abrechnen können und in der uns vielleicht auch jemand anderes wirklich hätte brauchen können.

In vielen Fällen sind die Patienten oder Angehörigen einfach unsicher. Das ist OK. Viele von diesen Patienten kann man beraten. Dann verständigt man den KVB-Arzt, oder sie sind beruhigt, dass es nichts schlimmeres ist und bleiben erst mal zu Hause um sich am nächsten Tag dem Hausarzt vorzustellen.
Manchmal sind es psychische Notfälle, dann verständigen wir eben der psychiatrische Krisendienst. Alles kein Problem, gehört zu unserem Job.
Sauer werde ich, wenn ich zum Zeche prellen ausgenutzt werde oder wie oben beschrieben als Taxi und der Patient auf den Transport besteht und eben nicht mit sich reden lässt. Solche Patienten bekommen dann eine Privatrechnung. Wenn er Glück hat zahlt das die Kasse wenn er die Rechnung einreicht, wenn aber das Krankenhaus im Bericht auch bescheinigt, dass der Patient missbräuchlich den Rettungsdienst gerufen hat, zahlt er das selbst.

Jemand der in der ersten Verzweiflung den Rettungsdienst gerufen hat und mit sich reden lässt natürlich nicht.

Wir haben aber echt Schichten: 8 Einsätze in 8 Stunden, davon 2 Notfalleinsatz, 3x verunsicherter Patient und 3x ausgenutzt. Trotzdem habe ich, glaube ich, noch nie einen Patienten angepampt.

LG Inge

 
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