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Geschrieben von sirosa am 14.02.2007, 19:40 Uhr

Nochmal das Thema Mutter-Kind-Kuren....

Hallo an alle da draussen die schonmal so eine Kur gemacht haben....irgendwie kommen mir ständig neue Fragen zu diesem Thema, seit ich weiter unten darüber gelesen hatte Drum wollte ich nochmal separat fragen.


Könntet ihr mal berichten, wie so eine Kur abläuft (also mit gesunden Kindern, aber gestresster Mama)? Hat man da 1 Zimmer für alle (Ich+2Kinder)? Ist man die ganze Zeit mit den Kindern auf sich gestellt? Muss man seinen ganzen Hausrat mitschleppen oder wird da viel gestellt? Würdet ihr das wieder machen? Welche Kosten kommen da auf einen zu?

DANKE im voraus für Antworten!

 
4 Antworten:

Re: Mutter-Kind-Kur - so war es bei uns

Antwort von leonie-julianna am 16.02.2007, 14:08 Uhr

Guten Tag,

ich war im letzten Sommer mit meinen 3 Kindern in Arendsee.

Zimmer: In einer Wohneinheit habe ich zwei Zimmer mit Bad bewohnt: Ein Kinderschlafzimmer ausgestattet mit einem Etagenbett, Kleiderschrank, Tisch und Stühle für zwei Kinder und zusätzlichen Platz für ein Kinderbett für meinen Tochter. Das zweite Zimmer war ein Wohnbereich mit Bett für mich, Kleiderschrank, Sideboard, Sofa und Sessel, Tisch und trotzdem noch Platz für das Kinderbett meines Sohnes. Auf dem Gang gab es Miniküchen, in denen bequem Kindernahrung oder auch mal ein Tee zubereitet werden konnte. Außerdem konnte man dort abwaschen und mehrere Mamas teilten sich einen Kühlschrank (hab ich aber nicht in Anspruch genommen).
Es gab auch die Mgl. Wäsche zu waschen, zu trocknen und zu bügeln - also keine Sorge, man muß nicht die Wäsche für 3 Wochen mitschleppen und schon gar nicht den halben Hausstand. Wir bekamen die Kinderbetten für die Kleinen gestellt, außerdem eine Babybadewanne für den Kleinen, ein Töpfchen für die Mittlere, die noch nicht das WC benutzen konnte und einen zusätzlichen verschließbaren Windeleimer.

Tagesablauf: Vor dem Frühstück konnte ich meine Kinder in die Kinderbetreuung geben. Die Kinderbetreuung erfolgte entsprechend dem Alter des Kindes in Gruppen. Mein großer Sohn (in der Gruppe der Ritter) ging dort z.B. nach dem Frühstück zur "Schule" - die Heimatschule hatte ihm Aufgaben mitgegeben, die er während der Kur unter Betreuung lösen mußte. Anschließend hatte er ebenfalls therapeutische Anwendungen (Gymnastik) oder er konnte das umfangreiche Programm der Kinderburg nutzen. Meine beiden Kleinen waren in der Wichtelgruppe - für die jüngsten Kinder des Kurdurchganges (6 Monate bis 3 Jahre). Auch die Therapien für meine Tochter (Physiotherapie) lief während der Vormittagsstunden.
So konnte ich ganz in Ruhe frühstücken - und somit auch mal ausgiebig und reichlich. Andere Mamas nutzten das Frühsportangebot. Mein 1. Kurauftrag war aber essen und mal wieder zunehmen. Anschließend hatte ich einige Anwendungen: Gymnastik, selbstständig Schwimmen gehen (ohne Anleitung oder Betreuung), Fango, Wärmebestrahlung und Gespräche (mind. 3 Gespräche während der Kur: Anfang, Mitte, Ende bzw. nach Bedarf auch mehr).
Der Vormittag war immer schnell rum und ich genoß ein reichhaltiges Mittagessen mit angenehmen Tischgesprächen unter Müttern - ohne Kinder. Dann war Mittagsruhe und danach habe ich meine Kinder aus der Betreuung abgeholt. Der Große hat meistens gemault, ihm gefiel es in der Kinderburg, aber die machen auch mal Feierabend. Nach dem Vespern gab es verschiedene Mutter-Kind-Interaktions-Angebote: Basteln, Fingerfarbenmalen, Kuscheltiere stopfen, geführte Wanderungen, Kutschfahrten, Mutter-Kind-Schwimmen, Hunde"schlitten"fahrt etc..
Ich habe nicht immer die Interaktionsangebote genutzt, sondern bin auch mit meinen Kindern allein unterwegs gewesen: baden im See, Stadtbummeln (hab ich auch ohne Kinder gemacht), Spielplatzabenteuer und Sandkastenbelagerung, Lokomotivausstellung in der nächsten Kreisstadt usw..
Nach dem Abendessen habe ich meine Kleinen zu Bett gebracht. Der Große hat sich mit seinen Freunden auf ein Fußballspiel o. ä. getroffen oder - es war ja gerade die heiße Phase der Fußball-WM - sich die Spiele angeschaut. Abgesehen von den Ausnahmeabenden mit Fußball-WM war aber auch für ihn um 20.00 Uhr Bettruhe angesagt - eben wie zu hause auch.
Dann begann das Abendprogramm für Mamas: basteln, Schminkberatung, Seidenmalerei, die Sauna war angeheizt und das Schwimmbad konnte genutzt werden, man traff sich zum Quatschen oder Fernsehen oder oder oder. Ab 22.00 Uhr sollte das aber sehr sehr leise zugehen, denn dann sollte Ruhe im Haus sein.
Ich habe ein paar Mal gebastelt (Mobile für`s Kinderzimmer daheim), natürlich auch die Fußball-WM verfolgt und reichlich Sauna und Schwimmbad genutzt. Danach war ich immer so herrlich k.o. und hatte die nötige Bettschwere.

Gepäck: für jeden eine Tasche bzw. Koffer mit Kleidung, die Windeln für die Kleinen, ein Paar Waschtabs zum Wäschewaschen, eine Flasche Weichspüler, eine Miniflasche Spüli mit Aufwaschlappen und Flaschenbürste, Flaschen/Sauger und entsprechende Nahrung für den Kleinen (Babynahrung wurde auch in der zentralen Küche aufgewärmt, besorgen mußte ich die aber selber), Fotoausrüstung (mein Hobby), zwei dicke Bücher, die ich schon immer mal lesen wollte und während der Kur auch ausgeschmöckert habe, die entsprechenden Schulsachen für den Großen und etwas Lieblingsspielzeug von jedem Kind.

Bettwäsche und Handtücher bekamen wir vom Kurheim und auf Wunsch auch jeden Tag neu.

Mein Auto war voll. Wie das so ist, wenn man mit Kindern auf Reisen geht. Falls du nicht mit dem Auto fahren kannst, und auf die Bahn angewiesen bist. Es gibt die Mgl., dass dein Gepäck einige Tage vor Kurbeginn von zu hause abgeholt und zum Kurort transportiert wird. Während der Bahnfahrt hast du dann nur noch das Handgepäck.

Kosten: Der Eigenanteil wie bei jedem Krankenhausaufenthalt 10,00 Euro/Tag > 3 Wochen Kur = 21 Tage = 210 Euro nur für dich, die Kinder sind frei. Mit 210 Euro komme ich zu hause für drei Wochen nciht aus. Bist du von der Zuzahlung befreit, entfällt auch dieser Eigenanteil. Die Fahrtkosten erstattet dir deine Krankenkasse auf Antrag.

Das Kurheim in dem ich war, vergab einen Gutschein über 100 Euro. Davon habe ich die Nutzung der Waschmaschine, Bastelmaterial, die Nutzung des Solariums und des Telefons bezahlt. Ich habe die 100,00 Euro nicht verbraucht.

Bist du AlG-II-Empfängerin mußt du auch nicht befürchten, dass man dir Geld abzieht - es gibt inzwischen ein entsprechendes Urteil, dass das unzulässig ist.

Ich hab jetzt viel geschrieben und hoffentlich alle deine Fragen beantwortet?! Frag einfach noch mal nach!
Fahr zur Kur und maximalen Kurerfolg!

Anne, die nächstes Jahr gern wieder kuren würde.

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Re: @Leonie-julianna

Antwort von Mama Jana am 16.02.2007, 22:51 Uhr

Vielen Dank für Deinen ausführlichen Bericht, ich habe ihn auch gelesen. Das klingt ja wirklich toll, macht ja richtig Lust auf solch eine Kur :-)

Eine Frage noch: Gab es abends auch eine Kinderbetreuung? Was macht man mit seinen kleinen Kindern, die dann schon schlafen, wenn man z.B. noch schwimmen oder ähnliches möchte, so wie Du es beschrieben hast?

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Re: @Jana

Antwort von leonie-julianna am 17.02.2007, 0:13 Uhr

Du kannst dir ein Babyphone mitnehmen, die immer anwesende Krankenschwester bitten, immer mal ein Ohr an deiner Tür zu haben, dich mit den anderen Müttern absprechen etc..

Ich hatte ein Babyphone dabei und es klappte prima.

Grüße
Anne

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Re: Mutter-Kind-Kur - so war es bei uns

Antwort von sirosa am 18.02.2007, 13:04 Uhr

Hallo Anne

vielen lieben Dank für deinen Bericht! Hast dir ja superviel Mühe gegeben - jetzt hab ich schon ein besseres Bild von der ganzen Sache!

LG
Sandra

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