Trennung vom Partner Trennung vom Partner
Geschrieben von Jana37 am 31.05.2017, 16:54 Uhrzurück

Entgültige Trennung von meiner Mutter

Hallo, eigentlich passt meine Frage hier nicht so recht her, aber ich versuche es mal, vielleicht gibt es ja welche von euch die für mich einen Rat haben...
Ich bin eine verheiratete Frau mit vier Kindern, die mit beiden beiden fest im Leben steht. Jedoch habe ich aber eine Mutter, die seit ich zwölf Jahre alt bin, Alkoholikerin ist. Daher habe ich zum Schutz meiner Kinder den Kontakt zu ihr vor 6.5 Jahren komplett abgebrochen. Es war einfach nicht mehr zu ertragen. Sie sieht ihre Sucht auch nicht ein. Vor 1.5 Jahren habe ich für meine Verarbeitung ihr einen Brief geschrieben, in dem ich ihr verziehen habe, aber explizit daraufhin wies, dass ich meinen Weg alleine ohne sie weitergehen möchte. Auf den Brief kam jedoch keine Resonanz. War für mich ok. Ich versuchte damit einfach abzuschließen. Bis auf den Tag als der Muttertag kam war für mich alles in Ordnung. Da bekam mein Mann zahlreiche WhatsApps um drei Uhr morgens , denn meine Nr hat sie zum Glück nicht. Sie möchte dass ich wieder zu ihr zurückkomme. Schickte mir einige Videos vom Zug des Lebens, dass man doch verzeihen soll usw. Ich heulte wie ein Schlosshund und war plötzlich wieder komplett durcheinander und war mir mit meiner Entscheidung doch nicht mehr so sicher, obwohl es mir die Nackenhaare aufstellt, wenn ich an eine Versöhnung mit ihr denke....es wäre einfach nicht ehrlich...Ich muss dazu sagen, dass ich schon bis zu meinem 10 Lebensjahr bei meiner Oma aufgewachsen bin und so gut wie keine Mutter-Kind-Bindung zu ihr hatte.
Ich ließ die Nachrichten und Videos unbeantwortet und mein Mann blockierte die neue Nr. Nun musste ich vor ein paar Tagen festgestellen, dass meine Mutter als Profilbild meine Kinder eingestellt hatte....
Ich war geschockt. Das Foto hat sie sich einfach aus der Wohnung von meinem verstorbenen Opa genommen, ohne meine Erlaubnis. Meine Kinder kennen sie nicht!!!! Ich habe nur zwei von meinen Freunden von dem Vorfall erzählt und die meinten, dass ich wieder den Kontakt zu ihr aufnehmen soll, weil ich es bereuen würde, wenn sie irgendwann nicht mehr da sein sollte. Ich bin hin und hergerissen und das schon seit drei Wochen. Mein Mann meinte, ich soll ihr nochmal per WhatsApp klarmachen, dass ich meinen Frieden möchte.
Was würdet ihr machen?
Herzlichen Dank schonmal im Voraus

 
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*14 Antworten:

Re: Entgültige Trennung von meiner Mutter

Antwort von desireekk am 31.05.2017, 18:58 Uhr

Ich würde:

-schriftlich einen Frist von 2 Tagen setzen in denen sie die Kinder aus ihrem WA-Profil zu entfernen hat.
Sie hat nicht das recht am Bild der Kinder und somit auch kein Recht deren Gesichter zu publizieren.

Nur weil SIE dich "wiederhaben" will heißt das doch nicht, dass DU diesen Wunsch erfüllen musst?
Was würde denn eine "Versöhnung" bringen für Dich und die Kinder?
Was wäre der Nutzen?

LG

D

 

Re: Entgültige Trennung von meiner Mutter

Antwort von Jana37 am 31.05.2017, 19:30 Uhr

Hallo D,

vielen Dank für deine Antwort. Ja, da hast du Recht, zu dem Schluss bin ich auch schon gekommen, dass es nichts bringen wird. Zumal man ja nicht von einem Streit sprechen kann, sondern davon, dass ich mich aufgrund ihrer Alksucht distanziert habe und ich eben nicht möchte, dass meine Kinder sie so sehen. Aber trotzdem wirft mich das ganze aus der Bahn und ich habe wirklich Schwierigkeiten mich hiervon zu regenieren.

 

Re: Entgültige Trennung von meiner Mutter

Antwort von nils am 01.06.2017, 8:48 Uhr

Hallo!
Wenn sie immer noch keine Therapie gemacht hat um vom Alkohol loszukommen wird es schwierig. Ich denke deine Kinder würden eher leiden eine Alkohol-Oma zu haben als gar keine Oma.
Würde mir das echt gut überlegen.
Das Bild würde ich ihr lassen, aber ich würde ihr sagen, dass sie die Kinder aus den sozialen Netzwerken raushalten soll.

Warum hat sie überhaupt die Nr. deines Mannes? Hat er ihr die gegeben? Hat er Kontakt zu ihr?

 

Zwei verschiedene Baustellen

Antwort von Strudelteigteilchen am 01.06.2017, 9:48 Uhr

Vielleicht solltest Du doch mal in einer Therapie Deine Kindheit und auch Deine Beziehung zu Deiner Mutter FÜR DICH aufarbeiten. Meine Erfahrung ist, daß es dann fast egal ist, ob man den Kontakt tatsächlich abbricht oder nicht - weil man selber die Sache hinter sich gelassen hat. Erst dann kannst Du auch wirklich objektiv entscheiden, was für Deine Kinder gut ist - und was nicht.

Also zuerst Deine eigene Geschichte für Dich klären - und dann davon unabhängig schauen, wie Du mit Deiner Mutter in Zukunft umgehst. Solange ein Kontaktversuch von Deiner Mutter Dich so aufwühlt, und solange Du Deiner Mutter in sozialen Netzwerken hinterherspionierst, ist das Thema für Dich noch lange nicht abgeschlossen.

 

Re: Zwei verschiedene Baustellen

Antwort von salzstange am 02.06.2017, 14:31 Uhr

zu allerst finde ich es sehr gut das dein Mann zu dir steht.
verarbeite erst mals deine vergangeheit, ich würde wenn überhaubt
ohne deine Kinder kontakt aufnehmen,wenn sie mit dem trinken aufgehört hat.
aber wenn nicht, dann lass es bleiben, sie kennt deine Schwache Stelle zu gut
und weiß, wie sie dich verunsichern kann, du hast eine Familie
und die lass sie nicht von Ihr kaputt machen, nur weil sie jetzt
geschnall hat, das sie keinen hat.

das Bild auf dem Händy muss sie löschen.

 

Re: Entgültige Trennung von meiner Mutter

Antwort von Jani0312 am 02.06.2017, 19:31 Uhr

Hi,
Ich habe zwar keine alkoholkranke Mutter, aber 'krank' ist sie trotzdem.
Ich will das jetzt auch gar nicht näher erläutern, da das jetzt einfach echt ausufern würde. Es reicht wenn ich sage, dass sie meine Schwestern und mich seelisch und körperlich sehr verletzt hat.
Ich habe öfters den Kontakt abgebrochen und auch wieder aufgenommen, genau wegen solcher Geschichten wie du sie beschreibst (emotionale Nachrichten, etc). Sie ist und bleibt meine Mutter und ich bin halt auch nicht aus Stein...
Gebracht hat das nichts. Ich denke nicht, dass sie sich ändern wird.
Vor fast fünf Jahren dann habe ich den Kontakt endgültig abgebrochen. Seitdem geht es mir ENDLICH gut! Es kamen noch am Geburtstag, Weihnachten etc. Nachrichten von ihr, die ich aber unbeantwortet lies.
Als letztes Jahr meine Tochter geboren wurde (ihr erstes Enkelkind) wurde ich von allen möglichen Verwandten angehauen, dass meine Mutter doch so viel weinen würde weil sie mein Kind nicht sehen darf... das hat mich natürlich nicht kalt gelassen, aber ich bin beim kontaktabbruch geblieben.
Anfangs hätte ich nicht gedacht, dass mich das nach fünf Jahren noch so aufwühlen könnte.... falsch gedacht.

DU musst für dich entscheiden, was du glaubst, womit es DIR besser geht.
Mir geht es so definitiv besser, aber wer weiß was in zehn Jahren ist...
Meine Mutter hat mich sehr kaputt gemacht und ich bin dabei die Scherben wieder zusammen zu setzen, aber das wird wohl noch lange dauern.

Und ich würde in dem Fall nicht auf Freunde hören. Was meinst du wie oft ich den Satz "aber es ist doch deine Mutter" zu hören bekommen habe. Ich habe immer darauf geantwortet "ja, aber das entschuldigt nicht alles"

 

Unterschied außen und innen...

Antwort von Bonnie am 03.06.2017, 18:04 Uhr

Ich kann Deine Lage sehr gut nachvollziehen. Aber ich glaube, der Kontaktabbruch ist für Dich schwer zu verkraften und in Deinem Fall vielleicht nicht die heilsamste Lösung.

Es gibt immer eine Verbindung zur eigenen Mutter, auf irgendeine Weise. Du hast zwar die äußere Verbindung fast gekappt, aber die innere längst nicht. Und wahrscheinlich funktioniert das für Dich auch nicht wirklich. Es gibt sicher Menschen, für die es die letzt Rettung und richtig ist, den Kontakt abzubrechen. Aber ich glaube, Du gehörst nicht zu ihnen.

Ich würde einen vielleicht ganz anderen Weg probieren als bisher. Du bist heute nicht mehr das bedürftige Kind, das Du früher warst und das die Mutter gebraucht hätte. Du bist eine starke erwachsene Frau. Versuche doch mal, ob Du Deine Mutter auf neue Wese, ohne jedes Bedürfnis, und auch ohne Groll anschauen kannst.

Wenn Du dann wirklich hinsiehst, erkennst Du vielleicht die kranke, gescheiterte und verlorene Frau, die sie ist. Die keine echte Freude kennt, und sich keine Hilfe suchen kann, weil sie gar nicht glaubt, dass sie es wert ist, dass es ihr besser geht. Und weil sie sich schämt, ihre Alkoholsucht einzugestehen. Auch vor sich selbst. Die stolz auf ihre Enkel ist, auch wenn sie sie nicht kennt.

Ich meine damit nicht, dass Du Mitleid haben sollst! Das musst Du nicht. Sieh einfach zum ersten Mal nicht von trauriger, gekränkter Warte aus auf sie, sondern von erwachsener, souveräner Warte aus. Wenn Du ihr Elend wirklich sehen kannst, brauchst Du nicht mehr aus Angst vor Deinem eigenen Kindheits-Schmerz den Kontakt mit ihr zu meiden!

Wenn Du Dich dagegen mit innerer Härte von Deiner Mutter abzuschneiden versuchst, fügst Du Dir vielleicht auch selbst viel Leid zu, weil Eure Beziehung ungelöst bleibt. Und weil Du eigentlich gar kein harter Mensch bist.

Wenn Du Deine Mutter innerlich wirklich loslassen kannst, also kaum noch Groll auf sie hegst, dann kannst Du äußerlich Kontakt zu ihr haben, ohne Schaden zu nehmen. Selbst wenn sie dann schwierig ist. Nicht viel Kontakt, und mit viel innerer Distanz auf Smalltalk-Ebene, aber ein bisschen. Keinen tiefgehenden, aber einen gelassenen - ohne Enttäuschungen, weil es keine Erwartungen an sie gibt.

Dies würde sich auch für Deine Kinder indirekt lohnen. Sie spüren natürlich, dass es unnormal ist, den Kontakt zu seiner Mutter abzubrechen. Sie können sich das bei sich selbst nicht wirklich vorstellen, und es verunsichert sie, dass Du das tust, auch wenn sie nicht darüber sprechen.

Vor allem aber weil DU unter der ungelösten und schwierigen Situation leidest, würde ich den neuen, souveränen und mitfühlenden Blick einfach versuchen. Für Dich selbst! Und dann schauen, was passiert. Vielleicht ist etwas Kontakt dann möglich, vielleicht auch nicht. Aber der neue Blick würde sicher helfen, dass Du aus der Kindrolle, in der wir ja oft ein Leben lang feststecken, heraus in die souveränere Erwachsenenrolle kommst.

LG

 

Re: Zwei verschiedene Baustellen

Antwort von Jana37 am 03.06.2017, 18:10 Uhr

Ja da hast du Recht...
Die Nummer hat mein Mann schon ganz lange bevor wir uns kennengelernt haben und kann sie nicht so einfach ändern, da er sie geschäftlich benötigt....leider... und er steht 10000 prozentig zu mir, weil er auch sieht, wie ich darunter gelitten habe, als wir noch Kontakt hatten und vorallem war es ihm auch selbst zu anstrengend. Sie hat wenn sie betrunken ist, stundenlang auf ihn eingeredet und wenn du das anfangs noch nicht kennst, tappSt du natürlich voll rein und hörst dir den Stuss an.
Und er hat bereits eine Nr von ihr geblockt, anscheinend aber muss sie eine neue Nr haben. So bin ich auf das Profilbild gestoßen und nicht, weil ich ihr "hinterher spioniert" habe. Das habe ich nicht nötig, dafür ist mir die Zeit zu schade. Mir geht's nur ums Prinzip...Wenn ich sie anschreibe, dass sie das Bild meiner Kinder löschen soll, bekommt sie wieder die Aufmerksamkeit, die sie wollte und dies ist wiederum auch nicht im Sinne des Erfinders...verzwickte Lage

 

Re: Unterschied außen und innen...

Antwort von Jana37 am 03.06.2017, 18:22 Uhr

Das Problem ist und das weiß ich leider, dass es für meine Mutter kein "bisschen" Kontakt geben wird. Gebe ich ihr den kleinen Finger, nimmt sie gleich zwei Hände. Mir geht es da auch jm meinen Frieden und um meine Ruhe. Sie ruft ständig an, macht Telefonterror und versucht mit Geschenken die Probleme zu lösen. Glaub mir, ich sehe sie als total gebrochene Frau, der es wirklich nicht gut geht, aber für meine Kinder wäre es nicht gut, den Kontakt aufzunehmen. Sid wachsen so behütet auf und vorallem aber arbeite ich in einem Beruf, wo ich sehe, wie kaputt Menschen von ihren Müttern gemacht werden. Die den Absprung nicht schaffen und immer noch meinen, dass sie für ihre Mutter verantwortlich sind. Darüber bin ich bereits hinweg. Das dachte ich auch bis vor einiger Zeit. Ihr zu helfen, vom Alkohol loszukommen usw. Nein, ich habe mich für diesen Weg entschieden. Ich hege keinen Groll auf sie, auch wenn das hier den Anschein machte sich . Im Inneren hab ich ihr verziehen. Ich möchte nur meinen Frieden haben. Habe ihr damals einen ganz liebevollen Brief geschrieben. Nur leider hat sie nichts was darin stand verstanden. Und das kann ich auch nicht ändern. Für mich ist der Konflikt gelöst. Für sie leider nicht....

 

Re: Entgültige Trennung von meiner Mutter

Antwort von Silvia3 am 04.06.2017, 21:44 Uhr

Ich würde weiterhin beim Kontaktabbruch bleiben und das Foto ignorieren. Meiner Meinung nach will sie Dich mit dem Foto zu einer Kontaktaufnahme veranlassen und Du bist gerade dabei, Ihr auf den Leim zu gehen.

Das Foto schadet niemandem, ganz besonders nicht Deinen Kindern. Lass Sie ein Foto Ihrer Enkel als Profilbild haben, was soll's! Lebe einfach Dein Leben, und alss Sie ihres leben.

Silvia

 

Re: Unterschied außen und innen...

Antwort von Bonnie am 07.06.2017, 18:40 Uhr

Aber wäre alles so klar, wie Du sagst, hättest Du nicht im ersten Posting geschrieben, Du seist seit Wochen "hin und hergerissen". Ich glaube, so sonnenklar ist das Ganze längst nicht.

Und wieviel Kontakt Du zu irgendjemanden hast, bestimmt nicht derjenige, sondern natürlich Du. Was der Andere dann versucht, ist Wurscht. Dann geht man halt nur ans Telefon, wenn man will. Und begrenzt die Gesprächsdauer auf eine vorher für sich festgelegte Zeit. Geht alles!

Du denkst offenbar, es gebe nur ganz oder gar nicht - entweder verzeihen und ein ganz liebevoller Brief, oder Nullkontakt. Aber das stimmt nicht. Es gibt alle Abstufungen. Ich glaube einfach, dass man sich mit einer "Amputation" der eigenen Mutter immer auch selbst mit verletzt, und dass es da souveränere Lösungen gibt. Nicht um der Mutter Willen, sondern um deinetwillen.

LG

 

Re: @ Bonnie

Antwort von fsw am 08.06.2017, 9:14 Uhr

Das hast du sehr gut und passend geschrieben!Ganz toll!!!!

 

Da will nur jemand eine Reaktion provozieren

Antwort von Sternenschnuppe am 12.06.2017, 11:02 Uhr

Habe auch so ein Exemplar. Haben alle Nummern geändert und seitdem ist Ruhe.

Kontakte die einem schaden muss man beeenden, egal ob Blutsverwandtschaft oder nicht.

 

Re: Entgültige Trennung von meiner Mutter

Antwort von Hubbeldubbel am 17.06.2017, 23:02 Uhr

Wir haben es nach Kontaktabbruch 3 x wieder versucht und es ging immer wieder schief. Schwiegermutter hat alle Chancen vermasselt. Wir werden es also nie bereuen.

Stalken tut sie dennoch, daher von mir der Rat, überlege es Dir gut... Wenn Du dann doch wieder eine Rolle rückwärts machen möchtest, könnte Euch das enorm viel Kraft und Nerven kosten.

Eine Entscheidung kannst nur Du treffen.

(Ich würde auch zum Löschen auffordern.)

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