Kalte Füße - bekommt man davon eine Erkältung?

Kalte Füße - bekommt man davon eine Erkältung?

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Schon die Oma hat immer gesagt "Pass auf, dass Du keine kalten Füße bekommst, sonst erkältest Du Dich". Aber stimmt das tatsächlich? Wird man von Kälte und insbesondere von kalten Füßen wirklich krank?

Obwohl man in fast allen Sprachen von "Erkältung" spricht, ist es natürlich nicht die Kälte an sich, die Husten, Schnupfen und Heiserkeit auslöst. Dann müssten ja Menschen, die in kaltem Klima leben oder sich viel draußen aufhalten, besonders häufig krank sein. Und das ist natürlich nicht so - ganz im Gegenteil.

Kälte macht nicht krank - kalte Füße schon!

Auslöser für grippale Infekte sind immer Erkältungsviren, die die Schleimhäute befallen. Über 200 verschiedene Arten gibt es, die sich besonders gerne in warmer, trockener Heizungsluft tummeln und vermehren. Deshalb werden wir vor allem im Winter krank, wo wir uns viel drinnen auf engem Raum aufhalten. Zusätzlich trocknet die Heizungsluft die Schleimhäute aus, die dann ihre Abwehrfunktion nicht mehr richtig ausüben können. An der "Kälte" liegt es also sicher nicht. An der Beobachtung, dass man von kalten Füßen krank wird, ist aber trotzdem etwas dran. Das wurde inzwischen sogar wissenschaftlich bestätigt: Unser Immunsystem kann nur dann richtig arbeiten, wenn der Körper gut durchblutet ist, und Abwehrzellen und Immunglobuline schnell dorthin gelangen können, wo sie gebraucht werden. Wenn jedoch die Füße auskühlen, nimmt die Durchblutung im ganzen Körper ab, vor allem auch in den Schleimhäuten im Nasen-Rachen-Raum. Und schon haben die Erkältungsviren, die sich dort aufhalten, ein leichtes Spiel. Die Oma hat also durchaus Recht, wenn sie vor kalten, nassen Füßen warnt.

Wie schütze ich mein Kind vor Erkältung?

Häufige Infekte in der kalten Jahreszeit sind vor allem bei Kindern völlig normal. Es dauert eben eine gewisse Zeit, bis das Immunsystem gelernt hat, sich gegen die vielen verschiedenen Erkältungsviren zu wehren. Das Gute ist: bei jeder Erkältung lernt es dazu und wird stärker. Trotzdem kann man den typischen Erkältungskrankheiten im Herbst und Winter ganz gut vorbeugen.

Die beste Vorsorge heißt immer noch: Raus an die frische Luft! Sport und Spielen im Freien sorgt für gute Durchblutung und stärkt die Abwehrkräfte - und damit haben es die Viren schwerer. Gut für die Abwehr sind auch alle Methoden nach "Pfarrer Kneipp", also Sauna, Warm-kalte-Wechseldusche oder mal schnell mit nackten Füßen durch den Schnee laufen. Dabei kühlen die Füße zwar kurzfristig ab, werden aber im Anschluss extra gut durchblutet und fühlen sich hinterher auch richtig schön warm an. 

Ebenso wichtig ist natürlich auch die richtige Kleidung beim Toben im Freien. Mehrere dünne Schichten nach dem "Zwiebelsystem" wärmen gut und lassen sich trotzdem schnell ausziehen, wenn es Ihrem Kind zu heiß wird. Schwitzen sollte es nämlich nicht, weil Schweiß die Haut auskühlen lässt.

Warme, wasserfeste Stiefel sorgen dafür, dass die Füße immer schön warm und trocken sind. Am besten kaufen Sie sie eine Größe größer, dann passt bei Bedarf noch ein Paar warme Socken rein. Außerdem gehört auf den Kopf eine Mütze, weil der Körper hier am schnellsten Wärme verliert.

Sinnvoll ist außerdem regelmäßiges Händewaschen, vor allem wenn Ihr Kind Kontakt mit vielen anderen hat, also in der Schule oder im Kindergarten. Die meisten Viren übertragen sich nämlich nicht durch die Luft, sondern auf direktem Weg, wenn sich einer an die Schnupfennase fasst und dann ein Spielzeug berührt oder dem anderen die Hand gibt.

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