Schwanger mit 35 plus

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Geschrieben von uli_s am 18.11.2005, 19:19 Uhr

@julia

Hallo, Julia,

ja, in der Tat, die *beiden* Studien aus der Athener Uni-Frauenklinik müssten Auswirkungen auf die Aufklärungspflicht haben. Aber wer hakt schon nach, wenn sie selbst bei den Klinikern in Deutschland weitestgehend unbekannt sind (obwohl in renommierten Zeitschriften veröffentlicht). Zumindest hätten Validierungsstudien folgen müssen, um die Athener Ergebnisse zu bestätigen, schließlich liegt eine endgültige Klärung eindeutig im *hohen* Interesse sehr vieler schwangerer Frauen. Aber was soll ich sagen? Die Studien liegen schon ein paar Jahre zurück und offenbar tat und tut sich nichts weiter!
Von der statistischen Sicherheit der beiden Studien her kann ich nur sagen, dass die Aussagen bei der hohen Zahl untersuchter Frauen sehr schwer zufällig zustande gekommen sein können(die Ergebnisse in den Studien waren hochsignifikant). Andererseits müssen weitere Aspekte berücksichtigt werden, bevor so etwas die Form der Aufklärung von Frauen vor Amniozentese beeinflussen kann. So wurde die Studie etwa in einer Klinik durchgeführt, in der jeder Punkteur jährlich Hunderte von Amniozentesen durchführt und damit eine beträchtliche Erfahrung mitbringt. Wie sieht es dann aber bei Frauenärzten aus, die deutlich weniger Punktionserfahrung haben? Erhöht sich unter solchen Bedingungen nicht doch das Risiko?
Auch die Frage nach dem mütterlichen Alter ist nicht geklärt. In der älteren Studiengruppe wurden ja deutlich mehr Fehlgeburten gezählt. Ist die Kombination aus "Alter und Punktion" nicht vielleicht doch ein zusätzlich zu berücksichtigender Risikofaktor? Es wurde nämlich nicht der Unterschied zwischen "Alterseffekt mit Punktion" und "Alterseffekt ohne Punktion" studiert.
Ja, Julia, leider liegt das alles nicht in meinem Forschungsgebiet, sonst hätte ich da bestimmt schon lange etwas angeleiert. Vielleicht bekomme ich ja aber doch einmal ein paar Klinikchefs zusammen, um eine gemeinsame Studie zu entwerfen. Leider arbeite ich inzwischen aber nicht mehr an der Uni, was ein solches Vorhaben erleichtern würde.
Trotzdem (Endsatz): Die Wahrscheinlichkeit, dass die bisherige Angabe stimmt (0,5-1% eingriffsbedingte Abortrate), halte ich für äußerst gering.

Viele Grüße
Uli

 
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