Die Schul­eingangs­untersuchung

Arzt mit einem Jungen und seiner Mutter

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Bevor Ihr Kind in die Schule kommt, wird noch einmal überprüft, ob es auch wirklich schulfähig ist. 

Zu diesem Zweck werden alle Kinder, die bis zum Stichtag sechs Jahre alt sind, von einem unabhängigen Arzt untersucht. Die Schuleingangsuntersuchung (auch SEU genannt) ist in den meisten Bundesländern Pflicht. Jedoch wird dies, wie fast alles was die Bildungspolitik betrifft, in den einzelnen Ländern etwas unterschiedlich gehandhabt. So oder so ist die SEU aber meist eher eine Formalität und für Sie und Ihr Kind überhaupt kein Grund zur Sorge.

Was ist die Schuleingangsuntersuchung?

Wahrscheinlich findet die Schuleingangsuntersuchung in dem gewohnten Umfeld Ihres Kindes im Kindergarten statt. Hierfür kommt extra ein Arzt oder eine Ärztin vom Gesundheitsamt. Bitte halten Sie sich diesen Tag frei, denn zu dieser Untersuchung sollten Sie Ihr Kind wenn möglich begleiten. Falls Ihr Kind keinen Kindergarten besucht, können Sie die Termine auch bei der zuständigen Grundschule erfragen. Zum Untersuchungstermin sollten Sie den Impfpass Ihres Kindes und das gelbe Vorsorgeheft mit den Ergebnissen von der U9 mitbringen.

Nach der etwa halbstündigen Untersuchung bekommen Sie eine Bestätigung, die Sie dann bei der Einschulung vorlegen müssen. Ergeben sich bei der Untersuchung Auffälligkeiten, wird der Arzt Ihr Kind zu einer weiteren, ausführlicheren Untersuchung durch den Schularzt schicken. In manchen Bundesländern findet statt der Schuleingangsuntersuchung auch gleich eine richtige schulärztliche Untersuchung oder ein Schulreifetest statt.

Keine Angst vor der Untersuchung!

Viele Eltern sind vor der Schuleingangsuntersuchung regelrecht nervös. Das ist wirklich unnötig. Die SEU ist keine Prüfung, durch die Ihr Kind durchfallen kann. Und selbstverständlich muss es dafür auch nicht vorher üben. Das Ziel ist lediglich herauszufinden, ob es schulreif ist. Denn für alle Beteiligten - und vor allem für Ihr Kind - ist es sehr unangenehm, wenn man später feststellt: es wäre besser gewesen, noch ein Jahr zu warten. Die untersuchenden Ärzte haben große Erfahrung und können recht gut einschätzen, wie sehr sich ein Kind in den Wochen und Monaten bis zum tatsächlichen Schulbeginn noch entwickeln kann. Nur weil es sich vielleicht noch nicht alleine die Schuhe zubinden oder seinen Namen richtig schreiben kann, wird es sicher nicht zurückgestellt werden. Sofern sich Ihr Kind bis dahin normal entwickelt hat und die bisherigen U-Untersuchungen unauffällig waren, sind bei der SEU auch keine unliebsamen Überraschungen zu erwarten. Ohnehin hat das Ergebnis nur Empfehlungscharakter. Die Entscheidung, ob Ihr Kind eingeschult werden soll oder lieber noch nicht, liegt letztendlich immer bei der Schule und bei Ihnen als Eltern.

Was wird im Einzelnen bei der SEU untersucht?

Bei der Schuleingangsuntersuchung überprüft der Arzt, ob Ihr Kind aufgrund seiner körperlichen, geistigen, sprachlichen und sozialen Fähigkeiten in der Lage ist, die Schule zu besuchen. Es wird es z.B. gemessen und gewogen, ein Seh- und ein Hörtest durchgeführt, die Händigkeit festgestellt - also ob es Rechts- oder Linkshänder ist - Koordination, Feinmotorik, Sprachverständnis, etc. untersucht. Auch der Impfstatus wird überprüft und Sie werden gegebenenfalls aufgefordert, fehlende Impfungen nachzuholen.

Warum trotzdem zur U9?

Immer wieder kommt es zu Verwirrungen, weil Eltern die schulärztliche Untersuchung mit der U9 verwechseln. Die U9 findet zwar tatsächlich oft erst kurz vor der SEU statt, hat aber einen ganz anderen Hintergrund. Hier überprüft Ihr Kinderarzt, ob Ihr Kind gesund und seinem Alter entsprechend entwickelt ist. Und falls auf irgendeinem Gebiet Defizite bestehen sollten, wird er nach der entsprechenden Diagnose die nötigen Fördermaßnahmen verordnen und vielleicht eine Zurückstellung empfehlen. Ganz wichtig ist diese Untersuchung auch, wenn Sie Ihr Kind gerne früher einschulen möchten. Die U9 sollte spätestens mit 5 1/2 Jahren (zwischen dem 58. und 66. Lebensmonat) - und in jedem Fall vor der Schuleingangsuntersuchung erfolgen.

Die Bedeutung der Schuluntersuchung

Erwarten Sie sich bitte nicht zu viel von dieser Untersuchung. In der kurzen Zeit hat ein Arzt kaum die Möglichkeit, ein Kind, das ihm ja völlig fremd ist, auf Herz und Nieren zu untersuchen. Wenn Sie tatsächlich Bedenken haben, dass es aus dem einen oder anderen Grund noch nicht schulreif ist, sollten Sie dies möglichst schon vor der Schuleingangsuntersuchung mit Ihrem Kinderarzt und der Betreuerin im Kindergarten, die Ihr Kind wesentlich besser und länger kennen, besprechen.

Zuletzt überarbeitet: Januar 2019

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