Monatsforum Februar Mamis 2012

@Clara

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Wunderkind1980

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Du schreibst immer von hochpotenten Allergenen. Sag mir mal welche Nahrungsmittel noch darunterfallen und was es anrichtet wenn man es gibt. Wie....z.B. Kamille oder Sellerie Daaaaaaaaaaannnnnnnnnnke


Clara01

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Antwort auf Beitrag von Wunderkind1980

Liebes Wunderkind, so einfach ist das gar nicht :( Also, wir unterscheiden ja zwischen Kontaktallergien und Soforttyp-Allergien. Kontaktallergien verursachen primär Kontaktekzeme, und es gibt eben stark potente Kontaktallergene, bei denen sich meist erst bei wiederholtem und häufigem Kontakt Allergien ausbilden können - müssen natürlich nie. Gefährdet sind sicherlich eher Menschen, die eh schon mit Neurodermitis und Co. zu tun haben. Im Babybereich ist das v.a. Kamille und andere Korbblütler (Sesquiterpenlactone). Natürlich sind gerade in Feuchttüchern, Cremes und Co. lauter andere Allergene drin wie Ringelblume, Bepanthol, Phenoxyethanol u weitere Konservierer etc., aber diese sind nicht soooo dramatisch, und da wir in unserer Familie nicht zu Ekzemen neigen, wende ich sie an. Ich achte immer darauf, daß die Produkte vom DAAB (Deutscher Asthma und Allergiebund) empfohlen werden. Wenn wir vorbelastet wären, würde ich nur Wasser nehmen. Dann gibt es die Soforttypallergene, die Heuschnupfen oder Sofortreaktionen auf Nahrungsmittel auslösen können. Heuschnupfen gibt es nicht vor 3 Jahren, und dagegen kann man letztlich auch nichts tun, selbst HA-Nahrung schützt davor nicht, sondern nur ggf. vor Neurodermitis. Zu den Birkenpollen kreuzreaktiv (also verwandt wegen ähnlicher Struktur) sind Kernobst, Nüsse, Möhren. Bei Obst und Möhren werden die Allergene aber durch Kochen zerstört, also kein Problem. Aber auch roh würde ich mir da wenig Sorgen machen - wenn sich darauf eine Allergie entwickelt, werden wir das kaum vermeiden können, weil sie letztlich durch Birkenpollen kommt. Andere MÖGLICHE und ggf. starke Nahrungsmittelallergene sind bei Babys Kuhmilch, Hühnereiweiß, Soja (weswegen Sojamilch als Milchersatz auch nicht bedenkenlos zu empfehlen ist), ggf. auch Mehle, Fisch etc. Man geht heutzutage aber davon aus, daß gerade das, was früher praktiziert wurde, nämlich die Kinder davon fernzuhalten, erst recht zu Allergien führt. Lieber sollte man die Kinder früh mit dem Allergen konfrontieren, damit sich das Immunsystem damit auseinandersetzt und das Nahrungsmittel toleriert. Ggf. lernt es das sonst nicht und erkennt das Nahrungsmittel später als FREMD an und überreagiert in Form von Allergien. Deswegen ist man weit ab von der Empfehlung, im 1. LJ keinen Fisch zu geben etc. Meine Tochter darf alles probieren - nur bei Kindern, die bereits allergisch SIND, muß man natürlich aufpassen und einen Allergologen konsultieren. Sellerie ist kein typisches Baby-Allergen, aber Sellerie gehört (bei Erwachsenen) zu den potentesten Nahrungsmittelallergenen (gerne bei Kamille und Beifuß-Allergikern), wobei nicht alle Allergene beim Kochen zerstört werden. Grundsätzlich darf meine Tochter auch Sellerie essen, damit sie Kontakt hat. Hier gilt für mich: in Maßen, aber nicht in Massen. Ich würde es ihr vielleicht nicht gerade als Hauptgemüse anbieten. Die Wissenschaft deckt nach und nach die ganzen Prozesse auf und man versteht erst langsam, was wirklich passiert... Man kann auch nie für einen Menschen pauschal urteilen, aber Kinder, die erstmal nicht zu Allergien neigen, würde ich eher früh mit allem kofrontieren (nur beogen auf die Soforttypallergene!).


Clara01

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Antwort auf Beitrag von Clara01

Ups, war noch nicht fertig... Die Frage ist nämlich auch, wieso HA Nahrung noch up to date ist. Fakt ist: in der großen GINI-Studie wurden versch. HA-Nahrungen getestet, und nicht alle bringen was! Je nach Struktur etc. war es am Ende die BEBA HA 1er Nahrung, die das Auftreten von Neurodermitis reduzieren konnte, nicht von Heuschnupfen! Auch bei Kuhmilchallergie ist sie nicht geeignet. Deshalb: WENN HA Kost, dann BEBA. Bei den anderen haben wir letztlich keine Ergebnisse. Weiter konnte aber auch nur ein Gewinn für die ersten 4 Monate bestätigt werden, deshalb wird empfohlen, HA Kost nach 4 bis spätestens 6 Monaten auf normale Kost umzustellen - zwecks Konfrontation des Kindes mit dem Allergen. Meine Tochter hat 5 Monate HA pre bekommen, seit 1 Woche bekommt sie Pro Pre. Das war jetzt alles ein wenig vereinfacht, aber leider ist es insgesamt auch ziemlich kompliziert :(( Ich hoffe, ich konnte ein wenig zur Aufklärung beitragen ;) LG, Clara