Mädchen79
Hallo, ich dachte, ich antworte Dir hier gesondert, weil Du es weiter unten womöglich nicht mehr siehst. Ich kam nicht früher dazu, Dir zu antworten, sorry. Natürlich finde ich es auch wenig amüsant, dass mein Mann in Kauf nimmt, die Geburt zu verpassen. Aber mehr ärgere ich mich darüber, dass ich jetzt auf der Zielgeraden auf mich alleine gestellt bin, obwohl es mir nachweislich bereits nicht mehr so gut geht. Die Geburt als solches, das ist etwas, das mir persönlich absolut heilig ist. Nun drohe ich nicht Gefahr zu laufen, sie zu verpassen, weil ich naturgemäß daran beteiligt sein werde. Aber so wie bei unserem Großen hatten wir bis vor vier Wochen eben gemeinsame Vorstellungen von der Geburt und inzwischen hat sich das eben verlagert. Er redet sich ein, das trotz der 6 Stunden Fahrtzeit Minimum noch zu schaffen, ich gebe mich dieser Illusion nicht hin, sondern muss das für mich persönlich einfach anders angehen. Ich muss ja einen Plan dafür haben, was ich tue, wenn es los geht und er nicht da ist. Insofern setze ich mich natürlich ganz anders mit dieser Eventualität auseinander. Und wenn Ärzte und Hebammen sagen, das dauert drei Stunden, dann werden die ihre Erfahrungswerte haben und das nicht grundlos sagen. Wie gesagt, für mich ist das etwas ganz Besonderes und ich will einfach nicht dann da liegen und heulen, wenn es soweit ist, sondern mich darüber freuen können. Ihn kann ich nicht mehr als mehrfach drauf ansprechen. Das habe ich getan, das haben auch Ärzte und Hebamme getan, indem sie ihm ihre Prognose gesagt haben und nun liegt es in seiner Hand, ob er bei seiner Haltung bleibt oder nicht. Er soll mir aber auch nicht danach oder in x Jahren erzählen, wie furchtbar er es fand, nicht dabei zu sein. Gewarnt worden ist er. Wie gesagt, viel ärgerlicher empfinde ich jetzt diese Zeit. Ich habe wirklich Tage, da quäle ich mich Stunde um Stunde.Wir haben hier auch keine Familie, auf die wir zur Not zurückgreifen könnten. Ich quäle mich dann, weil ich den Großen ja habe und für ihn habe ich eine Verantwortung, der ich gerecht werden muss. Ich könnte es mir natürlich einfach machen und den Rat meiner FÄ befolgen und mich in die Klinik legen. Aber der Große hängt so an mir, dass er dann der Leidtragende dessen wäre. Das will ich auch nicht. Also versuche ich, das irgendwie durchzustehen. Man mutet sich bei Folgekindern ja eh wesentlich mehr zu als beim Ersten. Wenn ich hier lese, dass mancher nicht mal mehr eine Einkaufstüte trägt, dann muss ich schmunzeln. Habe ich vor drei Jahren auch nicht mehr getan, heute trage ich den Großen mit seinen 15 Kilo noch, obwohl ich schon Vorwehen habe und streng Bettruhe halten muss. Und Aussagen wie "wenn es dir nicht gut geht, dann meld dich, ich komme dann" oder "wenn es nicht geht, dann bleibe ich hier", da kann ich mir in der Praxis ein Ei drauf braten. Wenn ich anrufe, dass es mir nicht gut geht, dann braucht er mindestens 6 Stunden, bis er hier ist. Wo ist das eine Hilfe für mich? Und was heißt, er bleibt hier, wenn es mir nicht gut geht? Mir geht es seit Wochen nicht gut und die Entscheidung für diesen Job ist trotzdem gefallen? Insofern, ich muss sehen, dass ich das Beste aus der Sache mache. Es wäre schon schwer, wenn man eben in so einer Phase nur für sich verantwortlich wäre, aber wir haben eben bereits ein Kind und das dann in seiner Trauer, dass der Papa so oft weg ist, noch zusätzlich aufzufangen und ihm gerecht zu werden, das ist manchmal schon extrem belastend. Seine Traurigkeit zieht mich dann noch eher runter, als mein eigenes Befinden. Denn dieses "Papa ist wieder weg" kommt ja nun immer und immer wieder und er ist zu klein, als dass man ihm das so klar machen könnte, dass er das versteht. Insofern fängt man dann jede Woche aufs Neue an, es ihm irgendwie begreifbar und erträglich zu machen. So ist das hier... Aber es wird schon irgendwie werden. Wie gesagt, auf die Geburt möchte ich mich freuen und irgendwie ist es - wie Du ja auch schreibst - auch eine tolle Sache, dass unser Sohn dann relativ nah dabei sein wird (natürlich nicht im Kreißsaal) und dann direkt zu mir darf. Hast Du denn mal gefragt, ob Euer Kind nicht auch irgendwo warten darf? Also ich habe in meiner Klinik das einfach geschildert, also wie die Situation ist, und da haben die sich nun drauf eingestellt. Meine Hebamme hat mir dahingehend auch Mut gemacht. Das hat mir sehr gut getan. Sie hat mir eindringlich zu verstehen gegeben, dass ich an Tag X nur an mich samt Baby und unseren Sohn denken soll. Für uns muss ich eben alles gerichtet haben, dass es ggf. dann schnell losgehen kann (weil sie eben alle denken, dass es diesmal schnell gehen wird). Und meinen Mann soll ich dann natürlich informieren, aber alles andere was ihn dann bezüglich Anreise betrifft, nicht mehr an mich ran lassen. Dass sie das so offen gesagt hat, fand ich gut, weil ich dann wirklich auch überlegt habe, wie ich dieses oder jenes geregelt bekomme. Der Große wird ja auch in der Klinik mit schlafen (hat die Klinik uns auch zugesagt), aber da brauche ich beispielsweise dann auch das Reisebett. Und solche Sachen müssen einfach parat stehen, nicht dass ich da noch den Keller auf links machen muss, um sowas zu suchen und zu finden. Aber die sagte mir auch - da hatte ich das mit der Klinik allerdings schon besprochen - dass die Klinik damit leben muss, wenn ein Geschwisterkind aus irgendwelchen Gründen dabei ist. Da wäre ich nicht der erste Fall. Insofern, vielleicht hilft bei Euch da ja auch eine Nachfrage?! So, das von meiner Seite zu Deinem Text. Ach ja, und saugenden und putzende Schwiegermütter - gruselig. Da bin ich doch froh, dass die alle nicht hier sind. Lach. LG
Oh man wenn ich das so lese zieh ich echt den Hut vor dir wie efasst u realistisch du das alles aunimmst. Ich glaube dir dass es nervlich total schwer sein muss. Koennte mir das nich vorstellen die Geburt ohne meinen Freund zu machen,obwohl ich es bei der Grossen leider musste (aber ihr Vater war auch wo er da war keine grosse Hilfe, von daher war sein Fehlen nich wirklich ein Verlust). Aber denke, daher bin ich einfach schon total gepraegt und glaube, dass ich mich deswegen nich drauf freuen koennte... Finde es super, dass du es alles so gut organisierst wie moeglich und du deinen sohn trotzdem jede woche aufs neue emotional auffaengst u unterstuetzt obwohl es fuer dich bestimmt auch super schwer sein muss. Ich wuensche dir von ganzem Herzen, dass alles glatt laeuft u dein Mann es vll durch irgendeinem Zufall schafft dabei zu sein.... Ich weurde es mir wirklich fuer dich wuenschen... Erwaehne die Schwiegermama, die kommt gleich zum waeschekorb tragen glaubs oder nicht LACH sie hat mit mir geschimpft, weil ich seit 2 Tagen so geschwollene Fuesse habe... Ich drueck dich mal ganz lieb u sende gaaaaaaanz liebe gruesse von der Insel Jenny und Oscar der Zappelwurm