Monatsforum April Mamis 2014

Was tolles zum heulen;-)

Was tolles zum heulen;-)

Maja86

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MEINE LIEBLINGSKOLUMMNE IM STERN VON FRAU WEH...LES ICH TOTAL GERN3 Archiv: März 2014 25MRZ2014 Die ewige Frage nach Vereinbarkeit von Familie und Beruf gepostet in Kinder von Frau Weh “Du hast es gut, du hast wenigstens eine Familie, zu der du jetzt fahren kannst!”, kommentiert die alleinstehende Kollegin, als ich nach der viel zu langen und unerfreulichen Konferenz schwer bepackt und gehetzt zum Lehrerparkplatz eile, um noch pünktlich im Kindergarten des Miniwehs anzukommen. Ich denke an Abholzeiten und strenge Blicke auf die Uhr, an gellende Lautstärke, Streitereien zwischen den Wehwehchen, daran, dass ich so oft – und besonders nach langen Arbeitstagen – nicht die Mutter bin, die ich gerne wäre. Ich denke an meinen Haushalt, der sich an manchen Tagen ins Unermessliche türmt, an riesige Wäscheberge und die immer wiederkehrende Zubereitung von Mahlzeiten.Termine, die koordiniert, Gespräche, die geführt werden müssen. Kindergartenlisten, auf denen ich eintragen soll, was ich wann mitbringe, vorbereite, besorge. Schuhe, die den Kindern immer genau dann zu klein sind, wenn die Zeit knapp ist. Und das ist sie doch immer. Mir fallen Tausende von Tränen ein. Tränen der Wehwehchen bei Unfällen, Misserfolgen, Sorgen und Ängsten. Tränen, die ich immer wieder geduldig stillen will, obwohl mir doch manchmal nach Brüllen zumute ist. Ich denke an meine letzten Tränen und an Sorgen, die tatsächlich mit den Kindern wachsen. Ich denke an Schlafmangel, Schlafentzug, gar keinen Schlaf. Ans Kuchenbackenmüssen und Vokabelabfragen. An die vielen Abende am Schreibtisch, an denen mir vor Erschöpfung der Kopf sinken will, obwohl noch Arbeit wartet. An Ansprüche, die niemand außer mir selber an mich stellt, und die genau deshalb zu hoch sind. Mir wird das Herz schwer. “Wenn ich nach Hause komme, ist alles so still, dass ich sofort das Radio anschalte”, fährt die Kollegin fort. Mir fallen Kinderküsse ein, so zart und so vielzählig, dass ich Hallen und Konzertsäle damit füllen könnte. Im Halbschlaf gemurmelte Ich liebe dichs, kleine Briefe auf meinem Schreibtisch, krakelige Bilder, mit Stolz für mich gemalt. Mir fallen Nachmittage voller Gekicher und Gewusel ein, der Geruch von Sonnenmilch auf Kinderarmen, die sich um meinen Hals schlingen. Ich erinnere mich an Blicke im OP, im Moment des Wegschlummerns, und das unendliche Vertrauen darin. Ich denke daran, wie es sich anhört, wenn sich der Atemrhythmus eines Kindes beim Einschlafen verändert, friedlich und ruhig wird. Und wie mit Liebe und Übermut abgerupfte Blumen, ausgetrocknete Regenwürmer und gesammelte Kronkorken immer wieder den Weg zu mir finden. Ich denke an Sandkastenkuchen und das Kribbeln im Bauch beim Schaukeln. Höher, Mama, höher! An glöckchenhelles Lachen und überschäumende Lebensfreude. An Liebe, die so stark ist, dass der bloße Gedanke daran, wie es ohne sie wäre, Schmerzen verursacht. Und ich denke an Herrn Weh. Der mir Hafen und Anker ist und unseren Kindern Fels in der Brandung. Der meinen Körper, meine Seele und besonders meinen Geist liebt. Der unruhige Träume einfach wegstreichelt, Monster verjagt und dessen Alles wird gut! ich immer wieder glauben kann. Ich denke an das verrückte, kleine Glück, das ich habe und das die unlösbare Frage nach Vereinbarkeit von Familie und Beruf für den Moment einfach zur Seite schubst. Die Taschen auf dem Boden neben mir, drücke ich die überraschte Kollegin an mich. “Danke”, murmele ich, “fürs Zurechtrücken!”


Mondlicht

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Antwort auf Beitrag von Maja86

Das ist wirklich schön! Danke dafür!


ElizaBenett

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Antwort auf Beitrag von Maja86

Ja, wirklich schön!