Tine-
http://www.ardmediathek.de/das-erste/reportage-dokumentation/der-traum-vom-perfekten-kind?documentId=17710570
Danke! Hab's mir grade angesehen... Da kann einem echt schlecht werden. Finde ich... Bin grade sehr froh, heute zu leben, wo viel möglich ist, aber noch längst nicht alles...
Habs auch gesehen. Ich lass auch nichts extra testen, was man nicht im normalen US sehen kann. Nachdem ich ein behindertes Kind nicht abtreiben würde, macht das Screening - zumal sowieso nicht 100% aussagekräftig - bei mir keinen Sinn. Sehe das ganze auch eher mit Bedenken. Da wird in Zukunft ganz schön selektiert werden.
Der Bericht wurde ziemlich einseitig betrachtet. Das Thema Trisomie z.B. Klar gibt es auch Menschen mit diesem Handicap, denen es prima geht, die ein tolles selbstständiges Leben führen. Aber das ist leider nur der geringste Teil. Die meisten sind schwer körperlich oder geistig behindert und dies hat sowohl Einfluss auf die Eltern als auch die bereits in der Familie lebende Kinder. Es geht hier nicht darum, Designerbaby zu schaffen, sondern nur die Entscheidung den Eltern zu überlassen, ob sie diese Bürde auf sich nehmen wollen. Klar sagt die Mutter im Beitrag, es war die richtige Entscheidung nicht vorher zu testen, nach der Geburt, ihr Baby ist gesund. Hätte sie diese Meinung auch, wenn der kleine schwerstbehindert auf die Welt gekommen wäre? Letztendlich ist eine sehr persönliche Entscheidung, welche nur die Eltern zu verantworten haben. Was auch nicht erwähnt wurde, dass die Fruchtwasseruntersuchung mehr leisten kann als der Praena- Test.
Den Titel des Filmes finde ich unglücklich gewählt. Müsste es nicht besser heißen: der Traum vom gesunden Kind? Der Traum vom perfekten Kind, klingt ziemlich nach Stimmungsmache.....
Ich fand's gut, dass der Bericht einseitig war. Es ist meiner Meinung nach eine Seite, die immer weniger Gehör findet, je mehr Möglichkeiten es zum Testen gibt. Was ich echt super fand war, dass die mangelnde Beratung angesprochen wurde. Es wird so viel Geld damit gemacht, aber so viele Eltern stehen am Ende mit einer Diagonse da, mit der sie nicht umgehen können - wie denn auch! Aber Ärzte sind dafür nicht ausgebildet, und im normalen Praxisbetrieb ist dafür auch keine Zeit. Und es ging ja nicht nur um die Trisomie, sondern darum, wohin der Trend geht. Ich glaube schon, dass wenn die Möglichkeiten da sind, auch immer mehr Eltern sie nutzen werden. Vor allem, wenn der Druck aus der Gesellschaft wächst. Der Druck zum gesunden Kind ist ja schon da - durch die Tests und auch durch die Politik. Das "perfekte" Kind ist der nächste Schritt auf der Skala.
habe es leider nicht gesehen, aber werd es mir mal in der mediathek ansehen. möchte trotzdem meinen senf schon mal dazu abgeben wenn ich darf :o) sehe das ja irgendwie doch mit anderen augen durch den job. das man so viel diagnostik betreiben kann ist natürlich fluch und segen. es wird immer mehr zum fluch wenn diese diagnostik immer mehr abbrüche erlaubt, das ist dann aber ein gesetzliches problem. es ist aber ein segen durch sinnvolle diagnostik in der lage zu sein, vorgeburtlich zu therapieren um den kindern einen guten start zu gewährleisten, und um geburtsort und geburtsmodus optimal auszuwählen. dazu hatte ich oben ja schon was geschrieben, das spar ich mir an der stelle. was für viele werdende eltern aber glaube ich auch abschreckend ist: die geringe akzeptanz von behinderten menschen und kindern und vorallem der krieg mit den kassen und um fianzielle mittel. ich habe ein halbes jahr lang ein 3-jähriges beatmetes mädchen zu haus betreut und das ist nicht witzig was die kassen sich da erlauben. wenn die politik sich endlich mal drehen würde, man vernünftig unterstützt werden würde, dann würden viel mehr menschen sich zutrauen (glaube ich - naiv!?!) auch behiinderte kinder zu bekommen und großzuziehen. wie gesagt, ich hab die sendung noch nicht gesehen, ich weiß nicht was der verdacht ist wohin der trend geht. es kann natürlich nicht angehen das eltern sich gegen ein kind mit einer lippen-kiefer-gaumen-spalte zb entscheiden dürfen. das ist wirklich absurd und pervers. aber ich befürworte dennoch einige diagnostische dinge wobei ich nicht verstehe wie manche eltern nach einem ETS zu einem abbruch gedrängt werden zb. ein ETS ist nie eine diagnose, maximal ein auswahlverfahren um zu entscheiden ob man eine FWU oder einen panorama-test zb macht. viele eltern entscheiden sich ja auch trotz trisomie 21-befund für das kind. da könnte man sich fragen warum dann der test. aber das ist meine meinung und war auch unsere entscheidung: man kann sich ganz anders vorbereiten. naja ich hoffe ich hab nicht voll am thema vorbei geschwafelt :o)