So tragen Sie Ihr Baby richtig

So tragen Sie Ihr Baby richtig
Ein Baby zu tragen, ist nicht nur schlichte Notwendigkeit, weil das Kind noch nicht mobil ist. Es ist auch eine wunderbare Form der Nähe: Getragen zu werden, gibt Ihrem Kind viel von der Sicherheit und Geborgenheit, die es braucht, um sich gut zu entwickeln. Das Gefühl, sicher und geborgen zu sein, fördert das Urvertrauen und darauf aufbauend später die Selbstständigkeit.

Das Tragen hat noch viele weitere Vorteile:

  • Babys weinen nachweislich weniger, besonders Babys mit Koliken tut es gut, getragen zu werden. Tragen vereint Körperkontakt und Bewegung. Das regt die Sinne auf vielfältige Weise an und stillt das kindliche Bedürfnis nach altersgerechten Sinnesreizen. Das fördert die körperliche kindliche Entwicklung, da es zum Beispiel den Gleichgewichtssinn trainiert und die Gehirnentwicklung unterstützt. Beim korrekten Tragen befinden sich die Beinchen außerdem in anatomisch richtiger Anhock-Sitz-Haltung. Das ist sehr gut für die gesunde Hüftentwicklung
  • Wenn Sie Ihr Kind in einer Tragehilfe (siehe unten) tragen, haben sie die Hände frei. So kommen Sie daheim leichter mit der Hausarbeit klar, wenn Ihr Baby wach ist (und können dann ebenfalls etwas ausruhen, wenn Ihr Kind schläft). Auch im Laden sind Sie beweglicher als mit dem Kinderwagen. Treppen, ein voller Bus oder ein holpriger Waldweg sind, anders als mit dem Kinderwagen, ebenfalls kein Hindernis mehr für Sie

Allerdings sollte das Tragen weder Sie noch Ihr Baby belasten oder einengen. Es gibt viele Möglichkeiten, ein Kind zu tragen, und Tragehilfen haben sich als sehr hilfreich erwiesen. Probieren Sie einfach mal aus, welche Ihnen zusagt. Wichtig ist, dass Sie gut damit zurechtkommen, Ihre Arme und Ihr Rücken entlastet sind, Ihr Kind sich wohl fühlt und anatomisch richtig gelagert ist.

Eine altbewährte, sehr flexible Tragehilfe ist das gewebte oder elastische Tragetuch. Das Kind darin zu tragen, hat zum Beispiel in Afrika eine sehr lange Tradition. Am besten lassen Sie sich das Anlegen des Tragetuchs anfangs zeigen, zum Beispiel von einer Hebamme oder erfahrenen Mutter. Denn der richtige Dreh ist entscheidend für den Komfort von Mutter und Kind.

Neben dem Tragetuch gibt es viele andere Tragehilfen (darunter auch traditionelle Varianten wie Ringsling oder Mei Tai). Egal, ob sie sich für eine traditionell inspirierte Lösung oder eine moderne Komfort-Trage entscheiden:

  • Die Tragehilfe sollte die natürliche, altersgemäße Haltung des Kindes unterstützen. Neugeborene und junge Säuglinge haben typischerweise einen Rundrücken, sie können noch nicht gerade und aufrecht sitzen. Auch sollten die angehockten Knie des Babys beim Tragen auf dessen Bauchnabelhöhe sein, die Beinchen also nicht haltlos baumeln. Eine gute Tragehilfe ist so geschnitten, dass die angehockten Beinchen des darin sitzenden Kindes erst ab Kniehöhe hervorschauen. Auch der Kopf braucht gerade bei den Jüngsten guten Halt.
  • Anfangs ist wohlige Geborgenheit viel wichtiger für Ihr Kind, als viel herumschauen zu können. Daher tragen Sie Ihr Baby am besten so, dass sein Gesicht dem Ihren zugewandt ist. Das fördert zudem seine optimale Haltung beim Getragenwerden. Auch sollte Ihr Kind so eng an Ihren Körper geschmiegt sein, dass der Kontakt in der Bewegung nicht verloren geht. Wenn Sie sich zum Beispiel nach vorne beugen, sollte Ihr Kind unverändert nahen Körperkontakt zu Ihnen haben. Das ist auch aus Sicherheitsgründen wichtig.

Bei der Auswahl und dem Preisvergleich kann es helfen, auch mal die Testberichte der verschiedenen Warentester anzusehen. Die achten u.a. darauf, ob die getesteten Tragehilfen gut fürs Baby sind oder dieses in eine ungünstige Haltung bringen.

Probieren Sie in einem Geschäft, das sich auf Tragehilfen spezialisiert hat, die verschiedenen Tragemöglichkeiten aus. Manchmal kann man sich auch Tragetücher für eine bestimmte Zeit ausleihen, um festzustellen, ob es für Eltern und Kind angenehm ist.

Buchtipp: Evelin Kirkilionis, "Ein Baby will getragen sein. Alles über geeignete Tragehilfen und die Vorteile des Tragens ", Kösel Verlag

Stephanie Helsper

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