Schwanger und bald alleinerziehend ...

Schwanger und bald alleinerziehend

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Manche Frauen erwarten ein Kind, ohne dessen Vater an ihrer Seite zu haben. Und sie wissen, dass sie ihr Kind auch allein erziehen werden. Das kann sehr belastend sein.

Oft haben werdende Mütter in dieser Situation das Gefühl, vor einer schier unüberwindlichen Hürde zu stehen. Mir liegt dann viel daran, ihnen zu sagen: Sie sind nicht allein! Es gibt viele Möglichkeiten, Unterstützung zu erhalten und Anschluss zu finden. Sicher wird es Situationen geben, in denen Sie Ihre ganze Stärke brauchen. Doch ich möchte Ihnen aus meiner Erfahrung heraus Mut machen: In der Regel sind es sehr starke Frauen, die sich dazu entscheiden, ihr Kind alleine auszutragen.

Auf alle Fälle sollte Ihr Frauenarzt wissen, dass Sie die Schwangerschaft ohne Partner bewältigen. Das hilft dem Arzt oder der Ärztin, sich besser auf Sie einzustellen und einzuschätzen, was in welcher Situation für Sie hilfreich ist. Ich empfehle außerdem gerade Frauen, die sich in der Schwangerschaft besonders belastet fühlen, die Vorsorge durch eine Hebamme zu nutzen. Die steht jeder Schwangeren zu - sogar zusätzlich zur ärztlichen Vorsorge. Alternativ können Sie auch nur die Betreuung durch eine Hebamme in Anspruch nehmen und die Vorsorge ganz dem Arzt überlassen. In beiden Fällen übernimmt die Krankenkasse die Kosten. Der Vorteil ist, dass eine Hebamme sich individueller auf Sie einstellen kann, als das normalerweise im Praxisablauf möglich ist. Es bleibt mehr Zeit für Gespräche - auch über die Zeit nach der Geburt und das Leben mit dem Baby.

Außerdem haben Hebammen viele Tipps, die bei Beschwerden in der Schwangerschaft helfen. Sie können zum Beispiel homöopathische Mittel, bestimmte Tees oder Übungen empfehlen. Ihre Hebamme ist außerdem eine gute Ansprechpartnerin, falls Sie sich mal sorgen, ob alles in Ordnung ist: Manchmal äußern sich seelische oder körperliche Belastungen spürbar, etwa als Schmerzen im Bauch. Dann tut es gut, mit einer erfahrenen Fachfrau zu reden; sie weiß Rat und kann beurteilen, ob ärztliche Hilfe nötig ist oder Ruhe und Wärme ausreichen.

Alle werdenden Mütter erleben, dass ihre Hormone Kopf stehen. Vermutlich wird das auch Ihnen so gehen. Sie fühlen sich vielleicht manchmal sehr niedergeschlagen, sind traurig oder fragen sich, wie alles werden soll. Wenn dann die Tränen fließen, ist das völlig in Ordnung. Es ist besser, Gefühle zuzulassen, nur so können Sie verarbeiten, was Sie bewegt.

Wichtig ist, den Kontakt zu anderen (werdenden) Müttern aufzubauen, zum Beispiel im Geburtsvorbereitungskurs oder später in Angeboten für Mutter und Kind. Ein Netzwerk, in dem Mütter sich gegenseitig unterstützen, sich treffen und miteinander reden, ist sehr hilfreich. Das gilt übrigens für alle werdenden und jungen Mütter: Die Umstellung auf das Leben mit dem Baby fällt leichter, wenn Sie Kontakt haben zu anderen, die in der gleichen Situation sind.

Hilfreiche Tipps zu Themen wie "Was steht mir zu?" oder "Wo bekomme ich finanzielle Unterstützung" können Sie hier nachlesen oder beim Verband alleinerziehender Mütter und Väter (VAMV) erfragen. Aber auch der Verein "Umständehalber" oder die Pro Familia-Beratungsstellen in Ihrer Nähe bieten Rat und Hilfe.

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