Gewchwisterkind oder nicht?

Prof. Dr. med. Katrin van der Ven Frage an Prof. Dr. med. Katrin van der Ven Frauenärztin

Frage: Gewchwisterkind oder nicht?

Liebe Frau Prof van der Ven, danke für Ihre Zeit und die immer sehr präzisen und hilfreichen Antworten. Ich würde Sie gerne um Einschätzung der folgenden Situation bitten: Ein Kind 2018 (Schwangerschaft spontan nach wenigen Zyklen). Dann leider zwei ESS 2019 und 2020 mit Entfernung der Eileiter (spontane Schwangerschaften). Entschluss zur IVF 2021: 23 reife EZ, 19 befruchtet, 9 an Tag 3, 4 Blastos an Tag 5. Es wurde eine PID durchgeführt. Zwei Blastos mit Trisomien verworfen, zwei gesunde Blastos transferiert. Ein gesundes Kind 2022. AMH zuletzt 2020 bestimmt: 3,95 (Referenz 0,41 - 6,96 ng/ml), alle Hormonwerte in der Norm.    Zyklus regelmäßig mit 30 Tagen ohne Auffägkeiten, Spermiogramm normal. Alter der Frau jetzt 41J, Alter des Mannes 45 J. Beide gesunde, sportliche Nichtraucher. Es besteht der Wunsch nach einem weiteren Kind, aber auch Angst sich angesichts des Alters etwas vor zu machen... Es war auch unglaubliches Glück direkt mit einem Transfer schwanger zu werden. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit mit einer erneuten IVF schwanger zu werden? Gefühlt müssten doch die Chancen besser als die 12% sein, die man bei Ü40 immer liest? Ganz herzlichen Dank für Ihre Zeit!

von Sonja9 am 25.11.2022, 20:16



Antwort auf:

Gewchwisterkind oder nicht?

Da Sie bereits 4 mal schwanger wurden und 2 Kinder ausgetragen haben und die Entfernung der Eileiter eindeutig der Grund für die bestehende Sterilität ist sind Ihre Schwangerschaftschancen sicher höher als der altersentsprechende Durchschnitt von ca 12 % . Die altersentsprechende durchschnittliche Schwangerschaftschance umfasst  alle Patientinnen die eine Therapie unterlaufen unabhängig von der jeweiligen Sterilitätsursache und vorausgegangenen Schwangerschaften. Was aber bleibt ist die altersabhängige Zunahme von Chromosomenstörungen in den Eizellen. Deren Häufigkeit kann nicht beziffert werden weshalb man auch in Ihrem Fall keine konkrete Prozentangabe machen kann.  

von Prof. Katrin van der Ven am 26.11.2022