Ureaplasma urealyticum - vaginale Geburt möglich?

Dr. med. Stefan Kniesburges Frage an Dr. med. Stefan Kniesburges Chefarzt und Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe

Frage: Ureaplasma urealyticum - vaginale Geburt möglich?

Hallo, derzeit befinde ich mich in der 33. SSW (32+6) und habe bereits seit 2 Monaten mit dem o. g. Bakterium zu kämpfen. Bereits zweimal wurde mir schon Antibiotika verabreicht. Leider jeweils ohne Erfolg. Bei der letzten Untersuchung vor knapp 3 Wochen wurde entschieden, dass man dieses nun aussetzt und kein weiteres Antibiotika mehr verabreicht, da der Muttermund, sowie der Gebärmutterhals keinerlei Anzeichen für eine Frühgeburt zeigten. Nun liest man natürlich immer wieder so Sachen, dass eine vaginale Geburt zwar möglich ist, das Kind sich jedoch anstecken könnte und zb. Probleme mit der Lunge oder Gehirnhautentzündungen usw. haben könnte. Da ich bereits vermehrt immer wieder unter leichten Wehen leide und die Geburt immer näher rückt, mache ich mir natürlich bereits jetzt schon Gedanken, ob eine normale vaginale Geburt im Falle einer bestehenden Infektion möglich ist. Ich möchte in keinster Weise mein Kind gefährden. Ich habe bereits eine 7 jährige Tochter - damals verlief die Geburt ohne Infektionen und ich konnte vaginale entbinden. Ich wäre um eine Antwort sehr dankbar! Herzliche Grüsse

von Mijaja1804 am 11.08.2021, 01:00



Antwort auf:

Re: Ureaplasma urealyticum - vaginale Geburt möglich?

Hallo, Ureaplasma gehört zu den Mykoplasmen. Es handelt sich um Keime, die in bis zu 40% der Fälle im Vaginalsekret nachgewiesen werden können. Es sind Keime, die nur in hoher Keimzahl zu Infektionen führen. Sie spielen möglicherweise eine Rolle bei Frühgeburten oder vorzeitigem Blasensprung. Oft führt schon die Normalisierung der normalen Bakterienbesiedlung der Scheide (z.B. durch Lactobazillen-Präparate oder Ansäuern) zu einer Reduktion der Mykoplasmen. Da in seltenen Fällen Hirnhautentzündungen bei Neugeborenen beschrieben wurden, könnte man überlegen eine zusätzlich Antibiotikatherapie bei Geburtsbeginn durchzuführen. Bisher ist mir das in meiner Berufslaufbahn aber noch nicht vorgekommen. Ein Kaiserschnitt ist nicht indiziert.

von Dr. med. Stefan Kniesburges am 11.08.2021


Antwort auf:

Re: Ureaplasma urealyticum - vaginale Geburt möglich?

Ich sage herzlichen Dank für Ihre schnelle Antwort!!!!

von Mijaja1804 am 11.08.2021, 09:27


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