Gestationsdiabetes als Ursache möglich?

 Silke Westerhausen Frage an Silke Westerhausen Hebamme der Frauenklinik St. Anna in Herne

Frage: Gestationsdiabetes als Ursache möglich?

Sehr geehrte Frau Westerhausen, sehr geehrter Herr Doktor Kniesburges, ich schreibe Ihnen, weil Sie mir zur Geburt meiner Tochter damals sehr geholfen haben. Es lief einiges nicht optimal, z. B. ein 24 h-CTG im Kreißsaal ohne Schlaf für mich, ein übersehener Wehensturm nach tagelanger Einleitung. Ich wurde gezwungen mich auf eine blutige Toilette zu setzten nach der Geburt, die von einer anderen Patientin verschmutzt war, mein Kind lag 7 h nach der Geburt blau in seinem Bett, die Schwestern trennten uns ohne einen Arzt zu informieren ohne Überwachung der Kleinen für 24 h, gestillt werden dufte nach frühestens 3 h. Wenn ich am Kinderzimmer vorbeikam weinte sie immer. Ich wurde beschuldigt, sie im großen Bett gehabt zu haben, was nicht stimmte. Mir wurde geraten nur 10 min pro Seite zu stillen, ich wurde mit einem völlig ikterischen Kind nach Hause gelassen, dass auf Anlass der Hebamme einen Tag später wieder aufgenommen wurde und gerade noch für eine UV-Therapie geeignet war, wobei sie im Auto dorthin wieder aufhörte zu Atmen. Es gab damals auf Ihr Anraten ein Geburtsgespräch, das lange verweigert wurde und einiges an Entschuldigungen. Ich habe lange gebraucht, auch mit einer Therapeutin, es zu verarbeiten, jetzt bin ich wieder schwanger und habe natürlich Angst, dass so etwas wieder passiert. Das blaue, reglose Baby hat sich natürlich eingebrannt. Meiner Kleinen geht es soweit gut, hat aber auch ein paar ungünstige Baustellen. Ich bin in der 25. SSW und habe einen auffälligen OGTT. Bisher kein Problem, Diagnostik folgt. Ich hatte bei der letzten Schwangerschaft 2015 beim 50 g OGTT ein Ergebnis von 5,49 mmol/l, war allerdings, soweit ich mich erinnerne, nüchtern. Es war so früh morgens, dass ich vorher nichts runter bekam, nachts natürlich nichts aß. Dass das nicht so sein soll, habe ich erst jetzt bei der 2. SS erfahren. Die Sache ist: Ich hatte ab Mitte der letzten Schwangerschaft ständig Durst, auch nachts, 4-5 l waren nichts. Im gleichen Zeitraum litt ich an Kopfschmerzen, an einer Farbsehstörung auf einem Auge. Im Urin war nur einmal etwas Glukose bei den normalen Untersuchungen. Da der 50 g-Test ja unauffällig war, hat nie wieder jemand Zucker gemessen, obwohl ich einiges wegen Ausschluss TVT etc. an Laborwerten hier vor mir liegen habe. Mein Kind war ab der ersten Stunde massiv unruhig, hat fast nur geschrien, kein Schlaf länger als 30 min, ob Tag oder Nacht, bis nach Abschluss der UV-Therapie, wollte nur an die Brust, wovon mir abgeraten wurde damals. Für mich ist vor allem der Aussetzer mit dem Blausein und das Drama mit dem Ikterus schlimm gewesen. Natürlich der Schlafentzug und die Hormone obendrauf. Wären wir gleich in der Klinik geblieben und sie nicht im Auto wieder blau gewesen, vielleicht wäre ich besser klar gekommen. Meine Frage ist nur: Kann es sein, dass der Test damals falsch negativ war, weil ich nüchtern war und die Komplikationen mit der Kleinen daher kamen? Ich komme jetzt durch die Aufklärung vorm großen OGTT darauf, weil alles so passend dafür erscheint. Ich weiß, mir kann keiner versprechen, dass es nicht wieder beim 2. Baby passiert, nur wäre ich ruhiger, wenn ich endlich eine Ursache abhaken könnte. Wäre es für mein großes Kind jetzt noch in irgendeiner Weise relevant, wenn aus welchem Grund auch immer, dies die Ursache sein könnte?

von Äpfelchen am 17.08.2018, 15:17



Antwort auf:

Re: Gestationsdiabetes als Ursache möglich?

Hallo, Oje,da haben Sie aber wirklich einen Streifen mitgemacht - dennoch sollten Sie versuchen etwas Abstand zu nehmen von der 1. Geburt und dem "Drumherum";es ist eine neue Schwangerschaft,ein neues Kind und eine neue Geburt;-) Der Ikterus und die Atemaussetzer beim Kind haben wahrscheinlich nichts mit einem auffälligen BZ zu tun,denn wenn die Kinder nach der Geburt Auffälligkeiten bieten wird auch immer ein BZ bestimmt. Nein,für Ihr großes Kind ist diese Geschichte irrelevant und Sie sollten nach vorne sehen. Alles Gute für Sie, Grüße Silke Westerhausen

von Silke Westerhausen am 17.08.2018


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Leider gab es keine Blutzuckerbestimmung

Sehr geehrte Frau Westerhausen, leider gab es keine Blutzuckerbestimmung bei ihr. Der Vorfall wurde komplett von den Schwestern geregelt, es wurde keinem Arzt mitgeteilt. Mir wurde gesagt, blaue Babys gäbe es häufiger bis 24 h nach der Geburt wegen Verschluckens von Fruchtwasser. Sie entschieden, die Kleine bis die 24 h vorbei waren zu sich ins Kinderzimmer zu nehmen, wo ich nur alle 3 h stillen durfte. Sie war auch an keiner Überwachung. Wir hatten Einsicht in alle Akten, es gab lediglich einen pH-Wert und Bilirubinwert aus dem Nabelschnurblut und Blutentnahme für das Neugeborenenscreening. Nicht einmal einen Bilirubinwert, als sie schon so gelb war, wollte man entnehmen. Die Psychologin riet uns, mahnend zu klagen, damit es keinem anderen passiere. Ich war dazu aber nicht mehr in der Lage. Umso besser, wenn es jetzt keine Relevanz mehr für die Maus hat. Noch einmal passiert mir das sicher nicht so. Hier in der Klinik weiß ich schon, dass immer ein Biliwert mit entnommen wird, wenn für das Neugeborenenscreening gepiekst wird. Da der OGTT jetzt auffällig ist, wird sicher auch der Diabetes sicher ausgeschlossen oder behandelt werden. Danke

von Äpfelchen am 17.08.2018, 19:18


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