Frage im Expertenforum Pränatale Diagnostik an Prof. Dr. med. B.-Joachim Hackelöer:

Beidseitige laterale Halszysten

Frage: Beidseitige laterale Halszysten

User-1766001478

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Sehr geehrter Prof. Hackelöer,  ich bin 39 Jahre und in der 14. ssw. Ich bin im Rahmen einer mehrjährigen Kinderwunschbehandlung endlich schwanger geworden. Beim Prenatalscreening kam jetzt ein Shock: das Baby hat beidseitig laterale Halszysten. Weitere Auffälligkeiten wurden nicht gefunden, NT bei 2,2 und der NIPT war unauffällig.  Jetzt mache ich mir, besonders auch wegen meines Alters, große Sorgen. Denn, wenn ich richtig informiert bin, sind solche Zysten Softmarker für Chromosomanomalien. Muss ich davon ausgehen, dass die Wahrscheinlichkeit einer Behinderung nun recht hoch ist? Wenn ich mehr wissen will, muss ich eine Fruchtwasseruntersuchung vornehmen lassen, richtig?  Haben Sie vielleicht aus Ihrer langjährigen Praxis positive Erfahrungen in Verbindung mit diesem Befund gemacht?    Beste Grüße LizzY


Prof. Dr. med. B.-Joachim Hackelöer

Prof. Dr. med. B.-Joachim Hackelöer

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Hallo Lizzy, wenn der NIPT unauffällig ist und bisher keine weiteren Auffälligkeiten am Kind zu sehen sind,ist das Risiko für weitere Chromosomenstörungen/Behinderungen nicht sehr hoch.Lassen Sie bei einem Pränatalspezialisten in der 17.und 21.Woche eine Kontrolle durchführen und lassen Sie sich dort beraten.Wenn dieser Spezialist Ihnen eine FW-Punktion mit spezieller Punktionserfahrung empfehlen würde,müssen Sie auch keine Angst davor zu haben.Das Risiko für die Punktion wäre gering und das Ergebnis könnte zur Beruhigung dienen. Sie müssen nicht unbedingt mir einer Behinderung rechnen,aber weitere Kontrollen während der Schwangerschaft und nach der Geburt sind sinnvoll. Alles Gute Prof. Hackelöer  


User-1766001478

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Vielen Dank für Ihre Antwort! Und es gäbe auch noch die Möglichkeit, dass die Zysten von alleine verschwinden und dann gäbe es auch diesen Softmarker nicht mehr oder bleibt ein Risiko bestehen?  Könnte denn nach einer FW Untersuchung relativ deutlich erkannt werden, ob es eine Behinderung gibt, oder bleibt es bis zum Schluss aufgrund meines Alters und der Zysten eine große Ungewissheit?  Ein behindertes Kind könnte aufgrund von familiären Gründen nicht gestemmt werden und deshalb steht leider damit auch ein Abbruch im Raum, was alles fürchterlich belastend macht.


Prof. Dr. med. B.-Joachim Hackelöer

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Hallo Lizzy123, Erkrankungen kann man auch bei unauffälligen Schwangerschaften nie 100% ausschließen.Halszysten ohne weitere Besonderheiten können sich auch zurückbilden und sind sicher alleingenommen kein Grund für einen Schwangerschaftsabbruch.Nur die Angst,daß etwas sein könnte ist nicht ausreichend.Je weiter die Entwicklung des Kindes unauffällig verläuft um so weniger muß man mit einer für das Leben relevanten  Behinderung rechnen. Alles Gute Prof. Hackelöer


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