Frage im Expertenforum Kinderwunsch an Prof. Dr. med. H. W. Michelmann:

Spermienanzahl

Frage: Spermienanzahl

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Hallo Hr. Prof. Michelmann, bereits am 10.07. habe ich mich wegen eines schlecht ausgefallenen Spermiogramms meines Mannes an Sie gewandt. Nun haben wir bereits ein Kontrollspermiogramm machen lassen und uns liegt ein Bericht des Urologen an den Gynäkologen vor. Darin heißt es: "In einer ersten Ejakulatuntersuchung (nach 3tägiger Karenz) waren die physikalischen Daten wie Ejakulatmenge, Farbe, Geruch, Konsistenz und ph-Wert normal. Initial, d.h. 25 Minuten nach der Ejakulation, fanden wir in 60% lebhaft bewegliche Spermien, 40% unbeweglich, nach 3 Stunden noch 40% der Spermien lebhaft beweglich und 60% unbeweglich. Morphologisch 60% der Spermien normal gestaltet, ca. 40% pathologische Formen, der Spermatozoenvitaltest (Eosinfärbung) 90% vitale Spermien und 10% devitale. In der Zählkammer nur 4,0 Mill. Spermien pro ml. Samenflüssigkeit. In einem Kontrollspermiogramm waren die physikalischen Daten weiterhin normal, hinsichtlich der Motilität der Spermien hatte sich keine Veränderung im Vergleich zur Voruntersuchung ergeben, im Spermatozoenvitaltest 95% der Spermien vital, keine pathologische Zahl von missgestalteten Spermien, auch diesmal mit 6,6 Mill. Spermien pro ml. Samenflüssigkeit zu geringe Spermiendichte." Mein Gynäkologe sprach von einer mittelmäßig eingeschränkten Zeugungsfähigkeit. Er riet, es zunächst weiterhin auf normalem Wege zu versuchen, da meine Gelbkörperschwäche seit dem letzten Zyklus unter Pravidel und Utrogest verschwunden ist und der Postkoitaltest und ein Zyklusmonitoring gut ausgefallen sind. Stellt sich kein Erfolg ein, empfiehlt er eine Insemination. Nun meine Fragen: Wie interpretieren Sie das Spermiogramm meines Mannes? Stimmen Sie mit dem Gynäkologen überein? Ich wende mich deshalb nochmals an Sie, da Sie in meiner letzten Anfrage direkt zu einer ICSI geraten haben und Ihr Rat und der des Gynäkologen ja nun völlig unterschiedlich ausgefallen sind. Vielen Dank für Ihre Antwort.


Prof. Dr. H. W. Michelmann

Prof. Dr. H. W. Michelmann

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Hallo Andrea, nein, ich stimme ganz und gar nicht mit ihrem Gynäkologen überein. Ihr Mann hat eine hochgradige Oligozoospermie mit einer stark eingeschränkten Zeugungsfähigkeit. Mit einer Spermatozoenzahl von 4 bzw. 6 Mio/ml Ejakulat wird es kaum möglich sein, auf normalem Weg eine Schwangerschaft zu erreichen. Auch mit Hilfe einer Inseminationsbehandlung bzw. einer IVF wird sich nur schwer eine Schwangerschaft einstellen. Bitte holen sie sich eine zweite Meinung, am besten in einem Kinderwunschzentrum oder von einem Reproduktionsmediziner. Man wird sie gerne beraten.


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