Frage im Expertenforum Kinderarzt an Dr. med. Andreas Busse:

Trimipramin und Stillen

Frage: Trimipramin und Stillen

Laaaleelu2018

Beitrag melden

Sehr geehrter Herr Dr. Busse, ich leide seit knapp 15 Jahren, seit meinem Abitur, unter einer Angststörung, die sich zumeist als Einschlafstörung zeigt. Vor wichtigen Ereignissen (Prüfungen, etc.) fällt es mir sehr schwer, in den Schlaf zu finden. Teilweise schlafe ich die ganze Nacht gar nicht. Ich bin deshalb auch in therapeutischer Behandlung. In der Vergangenheit wurde mir ein Medikament (Trimipramin) verschrieben, das schlafanstoßend wirkt. In der Schwangerschaft habe ich keine Medikamente genommen und hatte auch verhältnismäßig wenig Probleme mit dem Schlafen, vielleicht durch die Hormone. Seit der Geburt hat sich die Problematik nun aber leider wieder verstärkt mit einigen halb oder ganz durchwachten Nächten. Meine Tochter ist nun 5 Monate alt. Ich habe seit der Geburt von Anfang an voll gestillt und nun seit ca. 3 Wochen bekommt sie auch Beikost. Ich würde so gerne noch bis zu einem Jahr oder länger stillen nach Bedarf, denn ich stille sehr gerne und bin auch der Überzeugung, dass es gut ist, wenn sie „natürlich abgestillt“ wird, also wenn wir beide merken, dass es an der Zeit ist. Aber ich merke auch, dass ich unter normalen Umständen aktuell teilweise das Trimipramin bräuchte (Baldrian, Hopfen, Melisse etc. alles Pflanzliche wirkt übrigens leider nicht im Extremfall). Ich quäle mich teilweise sehr durch den Tag. Und will ja auch als Mutter normal „funktionieren“ und für meine Tochter da sein können. Wenn ich aber abstillen würde, um das Medikament zu nehmen, würde ich mich fühlen, als hätte ich versagt als Mutter und ich fände es sehr schade, für meine Tochter und mich. Außerdem weiß ich nicht, ob es überhaupt eine Verbesserung brächte, denn meine Tochter ist sehr an die Brust gewöhnt und braucht sie z.B. zum Ein- und Weiterschlafen oder zur Beruhigung. Ich will ihr das nicht wegnehmen und es könnte sein, dass sie dann viel schreit (sie ist ein sehr ausgeglichenes Baby bisher). Und ich mag auch die enge Verbindung, die wir durch das Stillen haben. Der Psychiater, der mir in der Vergangenheit das Trimipramin verschrieb, sagte, ich könnte es auch jetzt bedenkenlos einnehmen nach dem letzten Stillen vor dem Schlafengehen. Oder wenn ich merke, ich kann nicht schlafen. Es ist wohl eine geringe Dosis und nach 4-5 Stunden, bzw. bis zum nächsten Stillen, hat sich schon einiges abgebaut. Es würde nicht bei meiner Tochter ankommen. Nehmen würde ich es wahrscheinlich 4-5 mal monatlich. Was halten Sie davon? Wäre eine solche Lösung denkbar? Und wäre das wirklich unbedenklich für meine Tochter? Ich hadere sehr damit und habe Angst vor negativen Folgen für sie. Aber irgendwie ist der Zustand teilweise schwer auszuhalten und ich will mich als Mutter auch nicht gesundheitlich schädigen.. Und natürlich auch die Babyzeit mehr genießen können... Vielen herzlichen Dank für Ihre Einschätzung und beste Grüße


Dr. med. Andreas Busse

Dr. med. Andreas Busse

Beitrag melden

Liebe L., da bin ich leider überfragt und nicht der Fachmann für Medikamente in der Stillzeit. Das müssen Sie bitte mit Ihrem Psychiater besprechen, der sich bei Bedarf ja speziellen Rat bei Medikamenten-Experten holen kann. Alles Gute!


User-1769871192

Beitrag melden

Ich bin nicht Ärztin, aber ich arbeite therapeutisch in einer Psychosomatischen Klinik, wo wir auch immer wieder schwangere Frauen behandeln. Hier orientieren wir uns bei Unklarheit an Embryotox. Wären vielleicht Promethazin oder Quetiapin eine Alternative?


Laaaleelu2018

Beitrag melden

Hallo Tigerblume, vielen Dank für deine Antwort! Stimmt, bei Embryotox steht, dass Trimipramin bei Depressionen nicht so gut erforscht ist wie andere Trizyklika und deshalb eigentlich nicht das Mittel der Wahl... Wobei es bei mir ja um die schlafanstoßende Wirkung geht. Und da könnte man ja andere Medikamente ausprobieren. Ich wäre offen dafür, wenn Psychiater und Kinderarzt das befürworten. Bisher war ich nur auf Trimipramin eingestellt und der Psychiater war auch sehr überzeugend, dass die Einnahme nun in der Stillzeit auch weiterhin OK wäre. Liebe Grüße


Bei individuellen Markenempfehlungen von Expert:Innen handelt es sich nicht um finanzierte Werbung, sondern ausschließlich um die jeweilige Empfehlung des Experten/der Expertin. Selbstverständlich stehen weitere Marken anderer Hersteller zur Auswahl.

Ähnliche Fragen

Hallo. Ich hatte ein MRT vom Schädel, wobei kein Kontrastmittel verwendet wurde. Ich stille bzw pumpe und füttere unser Baby mit der Muttermilch. Muss oder sollte ich die Milch von NACH der Untersuchung verwerfen, auch wenn kein Kontrastmittel verwendet wurde? Wegen der Magnetfeldern und Radiowellen die währenddessen auf mich erzeugt wurd ...

Guten Abend Herr Dr. Busse! Vielen lieben Dank für Ihre Hilfe! Ich musste heute zur Untersuchung bei einem Internisten und dieser hat einen Ulatraschall von meinen Achselhöhlen gemacht. Die Achseln habe ich mir ca. 1 Stunde zuvor rasiert und mich dabei minimal geschnitten. Habe das wenige Blut mit einem feuchten Taschentuch abgewischt. Beim Ult ...

Guten Tag 🌞      Ich bin mir nicht sicher ob ich hier im richtigen Forum bin.  Ich habe leider Flugangst und benutze immer einmalig vor dem Flug eine Tablette Tavor. Nun habe ich aber vor 4 Monaten entbunden und stille voll. Ich wollte daher etwas pflanzliches einnehmen und habe die Pascoflair oder Passio Balance gefunden.  Muss ich Bedenken ...

Sehr geehrter Herr Dr. med. Busse, ich dachte, ich tue gut daran, nicht zu viel Kaffee zu trinken (maximal 2 Tassen pro Tag) und diesen mit einem koffeinfreien Tee zu kombinieren. Nun habe ich in den letzten Wochen einige Tassen "Johannesbeer Kirsche" Tee getrunken und erst jetzt bemerkt, dass Hibiskus die Hauptzutat ist. Ich lese nun, dass die ...

Guten Abend, mein 11 monatiger Sohn wird noch abends umd nachts gestillt.  In letzter Zeit ist es mehrmals vorgekommen,  dass er große Mengen an Milch wieder auspukt. Was können wir tun damit das aufhört? Dankeschön 

Guten Morgen Herr Dr. Busse, ein paar Wochen nach der Entbindung habe ich eine postpartale Thyreoiditis entwickelt. Zunächst bestand wochenlang eine latente Überfunktion, anschließend – nach einer erneuten Reduktion der Levothyroxin-Dosis – kam es zu einer ausgeprägten Unterfunktion (TSH derzeit 35, die freien Werte stark erniedrigt). Diese Sit ...

Guten Abend Herr Dr. Busse! Aufgrund großer gesundheitlicher Probleme musste ich leider zu vielen Ärzten. Mir wurde Blut abgenommen und ich habe unbeabsichtigterweise an den Venenstauer im Krankenhaus gefasst. Erst beim Desinfizieren der Hände habe ich bemerkt, dass es an meiner Hand brennt und ich dort ein paar kleine Risse (nicht blutend) hab ...

Liebes Kinderärzteteam,  mein Baby ist 4 Monate alt und wird voll gestillt. Aufgrund von vielen Allergien in der Familie und bei mir möchte ich auch mindestens 6 Monate stillen. Es ist schon länger so, dass sie immer alle 1,5 h trinken möchte, sodass es für mich als Mutter so gut wie unmöglich ist ohne Kind das Haus zu verlassen. Ich würde jedo ...

Lieber Herr Doktor Busse, ich war gestern zum ersten Mal wieder Wellnessen. Nach einem Aufguss habe ich ein Glas Roséwein 0,1-0,2 getrunken und dazu Wasser und einen Salat gegessen . Gegen 18:15 Uhr war der letzte Schluck. Zu Hause habe ich dann um circa 2:00 Uhr gestillt und dann nochmal zwischen 05:00 und 6:00 Uhr. Ich bin davon ausgegangen, dass ...

Hallo Dr. Brügel,  ich habe 2 Fragen an Sie.  1. Frage: wir haben einen Holzbeißring von DM/Alana gekauft. Dieser ist mit Bienenwachs bearbeitet. Ist das für mein 5 Monate altes Baby unbedenklich. Ich frage nach, da Honig im 1. Lebensjahr ja nicht erlaubt ist und ich mich frage ob in Bienenwachs nicht auch Spuren von Honig sein können. 2. Unser ...