Frage im Expertenforum Kinderarzt an Dr. med. Andreas Busse:

Krampfader bei Kind 11 Jahre

Frage: Krampfader bei Kind 11 Jahre

Babsi2016

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Hallo Herr Dr. Busse, unser Sohn (11 Jahre) hat am Unterschenkel an der Innseite eine Krampfader. Man kann deutlich den Verlauf im Sonnenlicht sehen und auch Knoten/ Verdickungen am Verlauf der Vene tasten. Es ist defeinitv eine Krampfader, wir täuschen uns da nicht. Ich bin überrascht, dass ein Kind schon Krampfadern haben kann?! Ich (Mama) leide seit den Schwangerschaften meiner Kinder an Varizen (chron. Venöse Insuff.), daher nehme ich an, dass ich mein Venenleiden an meine Söhne "weitergebe", genetisch bedingt. Sollte ich das bald unserem Kinderarzt zeigen bzw. zum Gefäßchirurgen gehen? Kann man ein Kind schon behandeln bzw. operieren, wenn nötig, wie einen Erwachsenen?  Danke für Ihren Rat im Voraus!  


Dr. med. Andreas Busse

Dr. med. Andreas Busse

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Liebe B., Die Zahl der Jugendlichen, welche Veränderungen an ihren Beinvenen aufweisen, hat in den letzten Jahren zugenommen. Zur Zeit rechnet man mit 30% der Jugendlichen, die hiervon befallen sind. In vielen Fällen äußert sich das beginnende Krampfaderleiden durch die Ausbildung von Besenreiserästchen (feinste Erweiterungen der Haargefäße in der Haut). Diese stellen bei Jugendlichen nicht nur eine ästhetische Störung dar, sondern können einen Hinweis geben auf das sich in späteren Jahren entwickelnde deutliche Krampfaderleiden. Als Ursache für die in unserer Zeit vermehrt auftretenden Venenleiden bei Jugendlichen kann man die ungünstige Lebensform ansehen, mit zunehmendem Bewegungsmangel und vermehrtem Sitzen vor dem Computer bzw. Fernseher. Da den Krampfadern in der Regel eine Bindegewebsschwäche – zum Teil vererbt - als tiefer liegende Ursache zu Grunde liegt, müssen diese Jugendlichen damit rechnen, dass das Venenleiden zunehmen wird und dass sie evtl. Zeit ihres Lebens damit zu tun haben werden. Aus diesem Grunde ist eine frühzeitige Diagnostik und eine sehr früh einsetzende Beratung und ggf. Behandlung von großer Bedeutung.  Bitte lassen Sie das also in nächster Zeit Ihren Kinderarzt untersuchen, der Ihren Sohn bei Bedarf einer speziellen Ultraschalluntersuchung zuführen kann. Alles Gute!


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