Sehr geehrter Herr Dr. Busse, mein Sohn (5) hat seit längerer Zeit Probleme mit dem Stuhlgang. 1. Seit mindestens zwei Jahren erhält er Macrogol verordnet. Die Kinderärztin sagte uns, es führe nicht zu einer Gewöhnung, sondern sei wie eine Art "chemische Trockenpflaume. Wir haben schon alles mögliche versucht - Ballaststoffe erhöht, Trinkmenge überwacht, "Toilettentraining" (Umstellung auf Toilettenstuhl statt Windel, mit Erinnerungen an Klogänge - ohne Zwang) und auch sehr viel Obst/ Gemüse gegeben. Zuletzt stellte sich nun leider heraus, dass mein Sohn wohl eine Fructosemalabsorption hat, die - in seltenen Fällen, wurde uns gesagt - paradoxerweise auch Verstopfung verursachen kann. Da waren Fruchtsäfte und Trockenpflaume wohl leider kontraindiziert... Was können wir noch tun? Unsere ausgezeichnete Kinderärztin hat auch zweimal eine Sonografie gemacht und nach organischen Ursachen geschaut - nichts zu finden. Haben wir irgendwo einen Denkfehler? Entgeht uns etwas an Nahrungsmittelallergien? Auf Möhre reagiert er tatsächlich allergisch, die lassen wir weg, so gut es geht. Sollten wir eine Ernährungsberatung besuchen oder noch etwas testen lassen? 2. gerade bei Infekten reagiert unser Sohn mit hartem Stuhl. Er hatte vor Kurzem leider sehr heftig RSV und heute beim Kotabsetzen (optisch sehr harter Stuhl) gesagt, es würde stark stechen. Ich habe nachgeschaut, er hat einen kleinen Schlitz am After, der minimal geblutet hat und den wir zunächst mit Weleda Wundschutzcreme versorgt haben. Später haben wir auch ein Sitzbad mit Tannolact gemacht. Es erschien mir jetzt nicht so schmerzhaft/ schlimm, dass es bei einem Bereitschaftsdienst vorgestellt werden muss, zumal die Blutung wirklich winzig war und der Ratscher am Po als Quelle offensichtlich war.  Ich würde jetzt zunächst abwarten, die Dosis Macrogol zeitweilig erhöhen, noch mehr aufs Trinken achten und falls die Schmerzen dauerhaft stärker sind, morgen Posterisan akut in kleiner Menge auf die äußere Wunde geben. Notfalls hätte ich auch Jelliproct-Salbe da, habe aber gelesen, dass die nur nach ärztlicher Beratung bei Kindern angewendet werden soll, wenngleich sie wohl auch bei Kindern verordnet wird. Vielleicht haben Sie hierzu noch einen Rat.  Herzlichen Dank im Voraus!