sum
Lieber Herr Dr Busse, ich bin neu in diesem Forum und hoffe, dass ich hier richtig bin; vielleicht gehört meine Frage in das Stillforum, doch die Meinung eines Kinderarztes ist mir sehr wichtig. Ich habe einen Sohn, der 15 Monate alt ist und noch gestillt wird. Vor und nach den Mahlzeiten, auch zwischen den Mahlzeiten wird bei uns häufig gestillt. Er bekommt natürlich auch 3 Hauptmahlzeiten. Der Ramadan beginnt und somit für uns das Fastenmonat. Als ich schwanger war hatte ich nicht gefastet, auch letztes Jahr habe ich nicht gefastet, weil ich vollgestillt hatte. Darf ich dieses Jahr nun fasten oder sollte ich wieder darauf verzichten? Hat es irgendwelche negativen Auswirkungen auf die Muttermilch, wie z.B. das Toxine oder Ähnliches in die Mumi übergehen wenn man so lange nichts isst? Gefastet wird einen Monat lang von Sonnenaufgang bis -untergang. Es geht Samstag los und ich kann mich einfach nicht entscheiden, ob ich nun fasten soll oder nicht. Ich würde sehr gerne fasten, aber die Gesundheit meines Kindes möchte ich natürlich nicht gefährden. Können Sie mir vielleicht behilflich sein und mich aufklären? Ich freue mich schon auf Ihre Antwort und verbleibe Mit freundlichen Grüßen S.
Liebe S., für ein 15 Monate altes Kind, das ausreichend normale Familienmahlzeiten mitisst, hat das Stillen keine entscheidende Bedeutung mehr für die Versorgung mit Nährstoffen. Und der Gehalt der Muttermilch wird auch bei nicht tagelang anhaltendem Fasten der Mutter nicht beeinträchtigt. Für Ihr Kind sehe ich also keine Gefahr, wenn sie tagsüber fasten. Nur für Sie selber könnte vor allem er Mangel an Flüssigkeit zum Problem werden. Alles Gute!
Banu28
Hallo, islamische Gelehrte sagen, dass eine Stillende nicht fasten muss, sofern sie Angst und Sorge hat, dies könne ihrem Kind schaden. (https://islamfatwa.de/soziale-angelegenheiten/92-familie-und-kinder/schwangerschaft-geburt/783-muss-im-ramadan-schwangere-oder-stillende-frau-fasten-nachholen). Diese Aussage lässt bewusst Raum für Interpretation und eine Entscheidung der Mutter. Wenn Du spätabends und frühmorgens ausreichend isst, kannst Du das Kalorien-Defizit (das eine Stillende nicht haben sollte), weitgehend ausgleichen. In der Stillzeit sollte man nicht abnehmen. Problematisch ist aber vor allem das Trink-Verbot tagsüber. Reichliches Trinken ist sehr wichtig für Stillende, damit die Milchbildung und Milchmenge nicht leidet. Das Trinkverbot belastet außerdem Deine Nieren, weil Dein Körper - durch das Stillen - mehr Flüssigkeit verliert als bei einer Nicht-Stillenden. Ich persönlich würde erst im nächsten Jahr, also nach dem Abstillen fasten. Und zwar nicht, weil das Fasten Deinem Kind ganz sicher und objektiv schadet. Sondern weil Du SORGE hast, es könne ihm schaden. Dies reicht als Begründung aus. Du hättest sowieso ein schlechtes Gefühl dabei, und dies würde den religiösen Sinn des (freudigen, positiv gestimmten) Fastens untergraben. Falls Du unbedingt fasten willst, würde ich vielleicht einen Kompromiss eingehen, mit dem Allah in seiner Fürsorge und auch in seiner Liebe für Dein Kind ganz bestimmt einverstanden ist, und der zugleich Deinen guten Willen bezeugt: Ich würde tagsüber zwar auf Nahrung verzichten, aber genug Wasser trinken. Spätabends und frühmorgens solltest Du natürlich dann reichhaltig und wertvoll essen. LG
sum
Liebe Banu, vielen Dank für deinen Beitrag. Ich weiß, dass ich als Stillende nicht fasten muss, deshalb hatte ich auch letztes Jahr nicht gefastet uns auch nicht in meiner Schwangerschaft. Dieses Jahr würde ich sehr gerne wieder fasten, habe jedoch Angst, dass das meinem Kind schaden könnte. Ich bin gespannt was Herr Dr Busse dazu sagen wird. Und zum Abnehmen in der Stillzeit: Nach der Entbindung habe ich 1 Jahr lang regelmäßig ca. 2 kg im Monat abgenommen, obwohl ich nicht gehungert habe. Könnte das jetzt meinem Kind geschadet haben? An diese Frage musste ich jetzt denken nachdem ich Deine Antwort gelesen habe. Danke und Gruß , S.
Banu28
Das Abnehmen damals hat Deinem Kind sicher nicht geschadet. Davon wird heute nur noch deshalb abgeraten, damit die Milchmenge nicht zurückgeht. Da dies ja offenbar kein Problem war, würde ich das Ganze komplett abhaken. Die Schadstoff-Theorie gilt bei den meisten Ärzten als überholt, wie ich vor einiger Zeit gelesen habe. Auch bei einer Gewichtsabnahme gehen nicht mehr Schadstoffe in die Milch über. Ich bin aber auch gespannt, was Dr. Busse sagt. Ich würde in jedem Fall, wie gesagt, sehr auf die Flüssigkeit achten, damit die Milch nicht zurückgeht. Wenn Du Dir tagsüber keine Ausnahmen gestatten willst, musst Du vermutlich nachts mindestens zwei Liter trinken (und dann unruhigen Schlaf mit häufigem Toilettengang in Kauf nehmen...), damit Du ausreichend Flüssigkeit im Blutkreislauf hast und die Milchmenge nicht leidet. Um Dein Kind musst Du Dir sicher wegen des Fastens keine Sorgen machen, sofern es genug Flüssigkeit bekommt. Notfalls könntest Du einfach Folgemilch geben, selbst wenn Deine Milchmenge vorübergehend während des Ramadans etwas leidet. LG
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