Frage im Expertenforum Kinderarzt / Kinderärztin an Dr. med. Andreas Busse:

Entwiklungsstottern oder echtes Stottern?

Frage: Entwiklungsstottern oder echtes Stottern?

HerzenszuhauseMama94

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Sehr geehrte Damen und Herren, wir sind uns unsicher, ob es sich um eine normale entwicklungsbedingte Sprechunflüssigkeit handelt oder ob es bereits Stottern ist, das eine Abklärung durch eine Logopädin oder einen Logopäden erfordert: Unsere Tochter ist jetzt zwei Jahre und vier Monate alt. Bis vor vier Tagen hatte sie keinerlei Auffälligkeiten beim Sprechen. Sie spricht viele Wörter, bildet Sätze und kommuniziert für ihr Alter sehr gut. Sie verfügt über einen großen Wortschatz und sagt zum Beispiel Sätze wie: „Wir ziehen das Baby an“, „Komm, wir essen“, „Komm, jetzt gehen wir spazieren.“ Vor vier Tagen haben wir jedoch plötzlich bemerkt, dass sie beim Sprechen zu stocken begann. Zum Beispiel sagt sie: „M-m-mama ist gekommen“, „Lena, Lena möchte Wasser“, oder sie braucht mehrere Anläufe, um einen Satz zu beginnen. Anfangs trat das nicht ständig auf, heute jedoch deutlich häufiger. Manchmal beginnt sie auch einen Satz, merkt offenbar selbst, dass sie gerade nicht weiterkommt, bricht den Satz kurz ab und sagt ihn nach einer kleinen Pause ganz normal. Gleichzeitig ist uns aufgefallen, dass sie begonnen hat, deutlich längere und komplexere Sätze bilden zu möchten. Es wirkt, als wolle sie auf einmal sehr viel erzählen. Wir haben uns bereits über entwicklungsbedingte Sprechunflüssigkeiten informiert und achten seitdem bewusst darauf, sie nicht auf ihr Sprechen aufmerksam zu machen. Wir lassen sie ausreden, unterbrechen oder korrigieren sie nicht und verhalten uns ihr gegenüber ganz normal. Ich selbst habe als Kind ebenfalls gestottert – zwar nicht sehr stark, aber doch so, dass ich bis in ein höheres Alter Schwierigkeiten damit hatte. Außerdem wird Lena ab September den Kindergarten besuchen. Da wir beide aus Nordmazedonien stammen, war es uns wichtig, dass sie zunächst eine Sprache gut erlernt. Deshalb haben wir zu Hause bisher ausschließlich Mazedonisch mit ihr gesprochen. Wir gingen davon aus, dass sie die deutsche Sprache dann im Kindergarten nach und nach erwerben wird. Wir machen uns Sorgen und möchten gerne wissen, ob dies etwas Ernstes sein könnte. Würden Sie uns empfehlen, mit unserer Tochter zu einer Untersuchung zu gehen, oder sollten wir zunächst noch etwas abwarten? Wir möchten auf keinen Fall Druck auf sie ausüben. Wir wären Ihnen für jeden Rat sehr dankbar.


Dr. med. Andreas Busse

Dr. med. Andreas Busse

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Liebe H., das klingt in der Tat nach dem häufig beobachteten "Entwicklungssstottern", und es ist sehr gut, wie Sie reagieren und wie gut die allgemeine Sprachentwicklung Ihrer Tochter ist. Und es war gut, dass sie die Muttersprache durch Sie beide vermittelt bekommen hat. Jetzt wäre es aber wichtig, dass sie so viel wie möglich auch Kontakt mit deutschsprachigen Menschen hat, um auch diese Sprache "aufzusaugen". Anlass für Sorgen oder spezielle Untersuchungen kann ich nicht erkennen. Und Sie dürfen  sicher ganz gelassen den Start in den Kindergarten abwarten. Was hilfreich allgemein ist, sind Reime und Lieder. Alles GUte!


KielSprotte

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Nur meine persönliche Meinung: Ich finde es suboptimal, wenn Kinder in den Kindergarten eingewöhnt werden sollen und kein Wort deutsch reden / verstehen. Die Kinder tun mir schon leid, wenn sie in Horde von Kindern und Erzieherinnen kommen, die sie nicht verstehen und umgekehrt. Ab fast noch mehr tun mir die Erzieherinnen leid, die eine Verbindung zu einem Kind aufbauen sollen, das sie nicht versteht - wie soll das gehen?? Von daher würde ich es so machen, dass ein Elternteil nur die eigene Muttersprache und das andere Elternteil nur deutsch mit dem Kind redet. Ausserdem könnt ihr nicht davon ausgehen, dass alle anderen Kinder deutsch sprechen - es können ja mehr Eltern so denken wie ihr und dann kommen x verschiedene Sprachen zusammen und das Chaos ist perfekt - spätestens in der Schule.........


HerzenszuhauseMama94

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Vielen Dank für Ihren Rat. Gerade bei solchen Themen und auf einem solchen Portal, auf dem Eltern Unterstützung und Erfahrungen suchen, wäre es schön, wenn Kommentare auf fachlichem Wissen beruhen würden und nicht nur auf persönlichen Vermutungen. Da wir beide aus Mazedonien kommen und keine Deutschen sind, wurde uns sowohl vom Kinderarzt als auch von einer Logopädin ausdrücklich empfohlen, zu Hause die Sprachen nicht zu mischen. Außerdem habe ich nirgendwo geschrieben, dass mein Kind keine deutschen Wörter kennt.... Auch die Erzieherin hat uns bestätigt, dass wir damit richtig handeln und dass unser Kind in einem guten Alter ist, um die deutsche Sprache nun Schritt für Schritt zu lernen.  Ich möchte Sie daher bitten, keine unbegründeten Annahmen darüber zu treffen, wie es unserem Kind später einmal in der Schule gehen könnte. Es ist schade, eine solche Einschätzung über ein Kind abzugeben, das Sie weder kennen noch dessen Entwicklung Sie beurteilen können. Sie kennen weder unser Kind noch uns als Familie. Ich habe lange überlegt, ob ich auf einem solchen Portal überhaupt nach Meinungen fragen soll. Jetzt weiß ich leider auch, warum ich gezögert habe....


Pinguina1

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Gut, dass ihr euch informiert habt und eure eigene Entscheidung getroffen habt! Lass dich nicht von einer anderen Meinung aus dem Konzept bringen und stell gerne weiter deine Fragen. 😊  Ich hätte es genauso gemacht, auch wenn ich meine Kinder möglichst früher in die Kita geben würde.  Du schreibst perfekt deutsch, also wird das alles schon klappen 


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