Sehr geehrte Damen und Herren, wir sind uns unsicher, ob es sich um eine normale entwicklungsbedingte Sprechunflüssigkeit handelt oder ob es bereits Stottern ist, das eine Abklärung durch eine Logopädin oder einen Logopäden erfordert: Unsere Tochter ist jetzt zwei Jahre und vier Monate alt. Bis vor vier Tagen hatte sie keinerlei Auffälligkeiten beim Sprechen. Sie spricht viele Wörter, bildet Sätze und kommuniziert für ihr Alter sehr gut. Sie verfügt über einen großen Wortschatz und sagt zum Beispiel Sätze wie: „Wir ziehen das Baby an“, „Komm, wir essen“, „Komm, jetzt gehen wir spazieren.“ Vor vier Tagen haben wir jedoch plötzlich bemerkt, dass sie beim Sprechen zu stocken begann. Zum Beispiel sagt sie: „M-m-mama ist gekommen“, „Lena, Lena möchte Wasser“, oder sie braucht mehrere Anläufe, um einen Satz zu beginnen. Anfangs trat das nicht ständig auf, heute jedoch deutlich häufiger. Manchmal beginnt sie auch einen Satz, merkt offenbar selbst, dass sie gerade nicht weiterkommt, bricht den Satz kurz ab und sagt ihn nach einer kleinen Pause ganz normal. Gleichzeitig ist uns aufgefallen, dass sie begonnen hat, deutlich längere und komplexere Sätze bilden zu möchten. Es wirkt, als wolle sie auf einmal sehr viel erzählen. Wir haben uns bereits über entwicklungsbedingte Sprechunflüssigkeiten informiert und achten seitdem bewusst darauf, sie nicht auf ihr Sprechen aufmerksam zu machen. Wir lassen sie ausreden, unterbrechen oder korrigieren sie nicht und verhalten uns ihr gegenüber ganz normal. Ich selbst habe als Kind ebenfalls gestottert – zwar nicht sehr stark, aber doch so, dass ich bis in ein höheres Alter Schwierigkeiten damit hatte. Außerdem wird Lena ab September den Kindergarten besuchen. Da wir beide aus Nordmazedonien stammen, war es uns wichtig, dass sie zunächst eine Sprache gut erlernt. Deshalb haben wir zu Hause bisher ausschließlich Mazedonisch mit ihr gesprochen. Wir gingen davon aus, dass sie die deutsche Sprache dann im Kindergarten nach und nach erwerben wird. Wir machen uns Sorgen und möchten gerne wissen, ob dies etwas Ernstes sein könnte. Würden Sie uns empfehlen, mit unserer Tochter zu einer Untersuchung zu gehen, oder sollten wir zunächst noch etwas abwarten? Wir möchten auf keinen Fall Druck auf sie ausüben. Wir wären Ihnen für jeden Rat sehr dankbar.