LinaBen
Lieber Dr. Brügel, ich habe in meiner Schwangerschaftt eine Angsterkrankung entwickelt, nach der Geburt eine Wochenbettdepression und jetzt eine schwere Depression. Mein Sohn ist jetzt im 9. Monat und ich bin seit drei Wochen in psychiatrischer und psychotherapeutischer Behandlung. Ich soll jetzt auf Sertralin eingestellt werden, Startdosis ist 50 mg und 100mg soll die Enddosis sein. Ich stille meinen Sohn noch 2x am Tag und in der Nacht 3x zum Einschlafen, er nimmt über Tag seine vollen drei Mahlzeiten ein und trinkt auch gut sein Wasser. Ich habe gelesen, dass Sertralin das Mittel der Wahl bei Depressionen in der Stillzeit ist, trotzdem mache ich mir Sorgen, dass das Medikament die Hornchemie meines Sohnes beeinflusst, oder Nebenwirkungen für ihn auftreten. Ich bin da sehr hin- und hergerissenen. Vor allem kann ich in meinem Zustand nicht wirklich eine Entscheidung treffen. Ich habe auch schon darüber nachgedacht abzustillen,aber auch diese Entscheidung fällt mir sehr schwer. Vielleicht haben Sie ja einen Rat für mich
Hallo Lina ach herrje, das klingt ja sehr belastend. Aber zumindest das Thema "Sertalin"-Einnahme ist aus meiner Sicht nicht so schwierig. Zum Einen wäre es völlig ok, das Medikament ein zu nehmen und nebenbei noch weiter zu stillen (wirklich viel viel Muttermilch trinkt ein Kind mit 9 Monaten ja nicht mehr). Zum Anderen finde ich abstillen bei einem Kind das 9 Monate ist auch völlig in Ordnung. Ich weiß, dass es nun ein wenig blöd ist, dass ich Sie mit zwei Möglichkeiten zurücklasse. Aber vielleicht kann hier ja auch der Papa des Kindes oder sonst eine vertraute Person aus dem Umfeld Ihnen helfen, eine definitive Entscheidung zu treffen. Die wichtige Info von mir nochmals: beides ist gut und ok für das Kind. Herzliche Grüße und alles Gute Ralf Brügel