Frage im Expertenforum Kinderarzt an Dr. med. Andreas Busse:

Bakterielle Infektion – Behandlung auch ohne Antibiotikum möglich?

Frage: Bakterielle Infektion – Behandlung auch ohne Antibiotikum möglich?

nika_luna_moni

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Sehr geehrter Dr. Busse, Ich bin bezüglich der Behandlung meines 15 Monate alten Sohnes verunsichert. Wir leben in Sambia und haben hier Zugang zu einer kleinen, von unserer Firma geleitet Klinik. Mein Sohn wurde aufgrund verschiedener Erkrankungen bereits 4-mal mit Antibiotika behandelt. Die letzte Behandlung mit Penicillin (Penv125 - 7 Tage 4xtaeglich) für eine Mandelentzündung haben wir erst letzte Woche Mittwoch abgeschlossen. Danach ging es ihm gut bis er gestern Abend angefangen hat sich, ohne Unterbrechung über Stunden hinweg zu übergeben und er war sehr weggetreten. Wir haben ihn schließlich zur Klinik gebracht, wo sie erneut ein Blutbild gemacht haben. Da die WBC Werte bei 19.49 [10^3/uL] und die NEUT Werte bei 15.01 [10^3/uL] lagen wurde uns gesagt, dass es sich um eine bakterielle Infektion handelt und ihm wurde Amoxiclav verschieben. Ich muss gestehen, dass ich kein volles Vertrauen zu dem Mitarbeiter hatte der unseren Sohn untersucht hatte. Von älteren Beiträgen bei Ihnen habe ich verstanden, dass Antibiotika eher gezielt eingesetzt werden sollte, und einzig Laborwerte ohne weitere Hinweise (wie z.B.geschwollene Mandel etc) eher nicht ausreichend sind. Er hatte kein Fieber, hat den Tag über ok gegessen und schien keine Schmerzen beim Schlucken zu haben und auch keine Ohrenschmerzen & kein Husten, Lunge war klar. Nun meine Frage, sind Ihrer Meinung nach die WBC/NEUT Werte meines Sohnes so hoch, dass wir auf jeden Fall mit einer Antibiotikabehandlung beginnen sollten, oder wäre es auch möglich, dass sein Körper die Infektion ohne diese bekämpfen kann (NB – er hat alle seine bisherigen empfohlenen Impfungen erhalten). Vielen Dank für Ihre Zeit und ich würde mich sehr über eine Antwort freuen. Die vollen Werte seines Blutbildes waren: WBC 19.49 [10^3/uL] (3.98-10.04) RBC 4.34 [10^6/uL] (3.93-6.08) HGB 11.7 [g/dL] (11.2-17.5) HCT 37.4 [%] 34.1-51.0) MCV 86.2 [fL] (79.4-94.8) MCH 27.0 [pg] (25.6 - 32.2) MCHC 31.3 [g/dL] (32.2-36.5) PLT 302 [10^3/uL] (182-369) RDW-SD 38.2 [fL] (35.1-46.3) RDW-CV 12.5 [%] PDW 10.0 [fL] MPV 9.6 [fL] P-LCR 21.1 [%] PCT 0.29 [%] NEUT 15.01 * [10^3/uL] 76 * [%]((1.56-6.13#),(34.0-0.71.1%)) LYMPH 3.64 * [10^3/uL] 18.7* [%] ((1.18-3.74#)(19.3-53.1%)) MONO 0.80 * [10^3/uL] 4.1 * [%] ((0.24-0.85#)(4.7-12.5%)) EO 0.01 [10^3/uL] 0.1 [%] ((0.36-0.54#)(0.7-7.0%)) BASO 0.03 [10^3/uL] 0.2 [%] ((0.01-0.08#)(0.1-1.2%)) Pan RMT = non reactive Typhoid Ab test = non reactive B/S = no mps seen


Dr. med. Andreas Busse

Dr. med. Andreas Busse

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Liebe N., ganz grundsätzlich haben Sie Recht: man sollte nur gezielt mit einem Antibiotikum behandeln, wenn das gesamte Krankheitsbild und nicht nur ein Laborwert klare Hinweise auf eine bakterielle Ursache ergibt. Was Ihrem Sohn akut fehlt, kann ich natürlich aus der Ferne nicht beurteilen und weiß auch nicht, mit welchen spezifischen Krankheiten Sie in Sambia rechnen müssen. Deshalb bleibt wohl nichts anderes übrig, als den Kollegen vor Ort zu vertrauen. Alles Gute!


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