mamimitfrage
Hallo Dr. Busse, Mein Sohn ist genau 2 Jahre alt und ich und meine Familie haben schon seit dem Säuglingsalter Aufälligkeiten bei ihm beobachtet. Wir waren zwar immer der Meinung, dass es noch zu früh ist um so etwas einzuschätzen zu können, jedoch ziehen sich die Auffälligkeiten bis jetzt in seiner Entwicklung weiter durch. Uns stellt sich also schon lange die Frage ob er womöglich eine Form des Autismus hat. Als Säugling ist uns immer aufgefallen, dass er absichtlich den Blickkontakt (einschließlich zu mir) gemieden hat. Er hat immer den Kopf in andere Richtungen gedreht, wenn man ihm Aufmerksamkeit geschenkt hat. Auch die Bindung zu mir war nicht gewöhnlich, sodass ihn zu den Zeiten sogar die Nähe zu mir gestört hat. Von Anfang an haben ihn Motorikspielsachen sehr interessiert. Er hat sehr früh gelernt Verschlüsse aufzudrehen, Schraubspiele zu spielen, Schalter zu betätigen, Autoräder zu rollen oder zu puzzeln. Auch auffällig ist, dass er sehr spezielle Vorstellungen hat WIE er spielt. Beispielsweise muss er bei jedem Spiel das Lieblingsteil des Spiels in seiner linken Hand festhalten. Beim Ringe stapeln zB sein "Lieblingsring". Dass dann zwischendrin ein Teil fehlt, stört ihn nicht und wenn man ihn sanft dazu überreden will den Stapel komplett zu machen mit seinem Lieblingsteil wird er sofort agressiv, schreit und weint. Das gleiche, wenn er Bauklötze stapelt, ein Puzzle puzzelt, Förmchen in die Förmchenbox einsortiert, Bälle die Bahn runterkugeln lässt usw.. Sein "Lieblingsteil" hält er immer die ganze Zeit über in seiner linken Hand. Auch die Reihenfolge ist ihm sehr wichtig. Das bedeutet, dass er zB bei den Förmchen immer in derselben Reihenfolge einwirft, nämlich: Kreis, ovaler Kreis, Halbmond, Sichel, Quadrat, Stern, Trapez, rechtwinkliges Dreieck. Da reagiert er auch extrem, wenn man da etwas versucht durcheinanderzubringen. Ähnliches kann man beobachten beim Bauklötze stapeln oder Puzzeln. Auch auffällig ist, dass er mehrmals am Tag immer wieder den Schalter für die Jalousien betätigt; sie immer wieder auf und zu macht. Auch, dass er Türen immer wieder öffnet und schließt. Das macht er wiederholt so oft bis man ihn versucht mehrmals davon abzulenken. Wenn andere Kleinkinder anwesend sind, ist er anfangs interessiert und lächelt die Kinder auch an, spielt dann aber letzendlich immer lieber allein, als mit anderen Kindern. Soviel zum Spielverhalten. Bei Erwachsenen sieht das jedoch anders aus. Er mag es sehr gerne wenn sich jemand Erwachsenes dazugesellt und mit ihm gemeinsam spielt. Er spielt auch gerne Fangen oder Verstecken. Auch ist er gerne an der frischen Luft mit uns mit seinem Dreirad unterwegs oder auf dem Spielplatz. Mittlerweile hat er auch eine ganz andere Beziehung zu mir. Sprich: Er meidet keinen Augenkontakt mehr, reagiert auf mich, interagiert mit mir, schubst mich schon mal durch die Gegend um mir etwas zu zeigen, nimmt sich ein Spielzeug und kommt zu mir um es mit mir gemeinsam zu spielen, kuschelt unheimlich gerne mit mir mehrmals am Tag. Auch Papa, Oma, Opa, und Tanten mag er gern und interagiert mit ihnen. Er ist ein fröhliches Kind, lacht gerne und viel und teilt auch gerne seine Freude, wenn er beispielsweise etwas neues gelernt oder entdeckt hat und hat in der Hinsicht eigentlich keine Auffälligkeiten. Seine Reaktionen auf Gefühle von anderen sind dann jedoch wieder ungewöhnlich. Er ist überhaupt nicht emphatisch. Wenn jemand traurig ist oder sich wehtut oder gar weint, reagiert er garnicht. Er übersieht es einfach und wenn man ihn versucht darauf aufmerksam zu machen, überhört er einen absichtlich, schaut weg oder beschäftigt sich gezielt mit etwas anderem um dem zu entgehen. Wenn er sich freut, dann wedelt er ganz stark mit den Armen und verkrampft manchmal sogar ganz leicht. Das hat er auch schon seit dem er 4-5 Monate alt ist. Also seit dem er Sitzen kann, ist uns das immer mal wieder aufgefallen. Ganz am Anfang hat er, beispielsweise wenn er sich über einen Ball, den wir abgerollt haben, so sehr gefreut, dass er so sehr gewedelt und sich verkrampft hat bis er brechen musste. Das war jedoch im Säuglingsalter. Heute wedelt er nur ganz stark und verkrampft manchmal ganz kurz dabei. Sehr oft läuft er auch auf Zehenspitzen. Was seine Sprachentwicklung angeht bin ich ratlos. Mit 7 Monaten konnte er schon "Papa" sagen. Er hat seinen Vater zwar nicht angesprochen damit, konnte es aber nachsagen. Auch "fettig" (fertig) konnte er nachsagen und unserer Meinung nach manchmal sagar richtig anwenden zB. beim Essen oder wenn wir vom Spazierengehen zurück zu Hause angekommen waren. Damit hat er dann aber nach ein paar Wochen einfach aufgehört und ganz lange nichts mehr gesprochen. Es ist immernoch so, dass er sich immer nur gezielt vereinzelte Wörter aussucht, die er sagt. Anwenden tut er allerdings kein einziges Wort davon. Er sagt zwar "Mama" oder "Papa" wenn man es ihm vorsagt, hat mich aber beispielsweise noch nie mit "Mama" angesprochen oder gerufen. Tierlaute kennt er ziemlich viele, die wir ihm beigebracht haben. Wenn wir also sagen: "Wie macht die Kuh?" dann hat er immer die richtige Antwort parat. In Büchern zeigt er dann auch auf zB die Katze, wenn man fragt wo die Katze denn sei. Auch Aufforderungen versteht er. Wie: "Komm jetzt ziehen wir die Schuhe an." - "Zeit zum Zähne putzen." - "Essen ist fertig." - "Jetzt ziehen wir die Pyjamas an" - "Papa ist von der Arbeit wieder da." ... und vieles mehr. Er reagiert indem er dann hinläuft oder Ähnliches. Er zeigt einem oft was er will, aber sprechen tut er um keinen Preis von alleine. Er spricht nur gewählte Wörter wie "Mama", "Papa", "Auto" nach, wenn man ihn dazu auffordert. Das ist nun ein langer Text geworden. Daher danke ich Ihnen schon mal sehr dafür, dass sie sich die Zeit für mich genommen haben und im voraus für ihre Einschätzung.
Liebe M., eine "Einschätzung" der Entwicklung eines Kindes aus der Ferne funktioniert einfach nicht. Ich kann Ihnen nur raten, sich mit Ihren Sorgen an Ihren Kinderarzt zu wenden, der ja jetzt sowieso die Vorsorgeuntersuchung U7 machen wird und bei Bedarf Ihren Sohn zur weiteren Abklärung an ein Sozialpädiatrisches Zentrum überweisen kann. Alles Gute!
Muschelnudel
All Die von dir beschriebenen Dinge macht mein autistischer Sohn auch. Besonders auch das schrauben. Und darüber hinaus hat er in diesem Alter noch unzählige andere Dinge gemacht, auf Autismus schließen ließen. Zu viel um das hier niederzuschreiben. Autismus ist komplex und bei dem was du schreibst finde ich den Verdacht eher unspezifisch. Das Kind ist noch sehr klein. Du kannst und solltest das eher noch beobachten.
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