Frage im Expertenforum Kinderarzt an Dr. med. Andreas Busse:

Angst vor Ansteckung beim Stillen

Frage: Angst vor Ansteckung beim Stillen

Raupe2014

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Guten Morgen wünsche ich.. Ich bin total verzweifelt und weiss nicht was ich machen soll… Ich drehe mich im Kreis und komme nicht weiter. Folgende Situation. Ich habe Herpes Genitalis rezidivierend, das heißt 1-2 Schübe im Monat. Meine kleine Tochter kam 1 Monat zu früh Anfang Oktober zur Welt. Sie ist jetzt 12 Wochen alt. Vor der Geburt hatte ich einen langen Schub wegen Dauerstress, deshalb wahrscheinlich auch die Frühgeburt. Ich bekam Aciclovir Tabletten 3 Tage vor der Geburt, dann Blasensprung, 1 Stunde später Kaiserschnitt und ich in Panik das Kind zu infizieren. Seitdem lebe ich in Angst was das Stillen anbelangt. Das Stillen hat am Anfang nicht funktioniert mit dem saugen, vielleicht weil sie noch etwas schwach war (allerdings 2855 Gramm bei Geburt). Ich pumpte die Muttermilch ab und gab sie ihr plus BEBA Frühgeborenennahrung. Das ganze ging 2 Wochen, dann bekam ich einen Schub und hatte Angst. Ich bin mittlerweile so paranoid, dass ich sie anstecken kann, dass ich 1 Flasche Sagrotan Seife am Tag verwende, überall Sterilium Virugard habe und meine Hände blutig sind vom waschen und desinfizieren. Seitdem, also im Prinzip seit 10 Wochen pumpe ich die Milch ab alle 4-5 Stunden und verwerfe sie. Ich möchte mir die Option offen halten, dass ich ihr die Muttermilch wieder gebe aber ich kann mich nicht dazu durchringen, da ich diese Angst habe. Im Umkehrschluss, wenn ich abstille mache ich mir Vorwürfe, dass ich meiner Tochter die Milch nicht gegeben habe, obwohl ich es wahrscheinlich hätte können. Ich darf laut Kinderarzt nur mit Handschuhen auf die Toilette. Mein Leben ist schrecklich mit dem Virus. 1. Falls ich ihr die Muttermilch geben würde, was müsste ich als Herpes Genitalis Dauerpatient beachten? Brust waschen, immer untersuchen? 2. Wenn man einen Herpes Ausbruch hat, geht das wirklich nicht in die Muttermilch über? 3. Ist die Muttermilch wirklich so massiv gesünder für das Kind? 4. Ist das mit 10 Wochen Pause überhaupt noch von Vorteil die Muttermilch wieder zu geben? Danke für Ihre Geduld fürs Lesen und Ihre Information. Ich bin so verzweifelt. Liebe Grüsse Raupe


Dr. med. Andreas Busse

Dr. med. Andreas Busse

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Liebe R., die Ansteckung mit dem Herpes genitalis erfolgt praktisch ausschließlich beim Geschlechtsverkehr. Sie sollten trotzdem nach eigenem Kontakt mit ihrem Genitale die Hände gründlich waschen, sollten aber ansonsten aufhören sich unnötige Sorgen wegen Ihres Kindes zu machen. Und selbstverständlich dürfen Sie stillen, wenn es geht und Sie mögen. Auf der anderen Seite, sollten Sie sich aber auch weder Vorwürfe noch echte Sorgen machen, wenn Sie ihr Kind mit einer Babymilchnahrung füttern. Das wichtigste ist, dass Sie ihre Ängste besiegen, denn diese wären eine wirkliche Bedrohung für die ganze Familie. Ich kann Ihnen also nur dringend raten, mit Ihrem Frauenarzt oder Hausarzt zu reden und sich fachliche Hilfe zu holen. Alles Gute!


minzerle

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Hallo R. Ich kann Deine Angst total nachvollziehen. Ich hab zwar keinen Herpes g. bin aber gebeutelt vor Angst seit mein Kind auf der Welt ist. Erst war es die Angst vor dem plötzlichen Kindstod, dann die ständigen Vergleiche mit anderen Babys, und sozusagen Entwicklungsstress, dann Panik bei Lippenherpes, Angst vor Meningikokken, Tumoren, Leukämie ...... Es hört nie auf! Das Problem ist die Angst, und nicht der Inhalt wovor wir uns fürchten. Lass Dir professionell helfen, sprich geh zum Arzt, lass Dir was verschreiben, geh zur Therapie und arbeite an Dir! Stell Dir vor wenn die Kids 16j. sind, da gibt es andere Sorgen, man muss lernen mit den Ängsten umzugehen, sonst geht man kaputt, und denke daran, sie brauchennuns noch länger! Lg M.


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