Frage im Expertenforum Hautfragen an Prof. Dr. med. Dietrich Abeck:

Lichen Sclerosus oder Neurodermitis im Vaginalbereich Tochter 3 Jahre

Frage: Lichen Sclerosus oder Neurodermitis im Vaginalbereich Tochter 3 Jahre

Sophiawa

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Sehr geehrter Herr Prof. Dr. med. Abeck, meine Tochter leidet seit ihrem 1. Geburtstag an einer roten Vulva. Zunächst wurde eine Streptokokken-Infektion angenommen, der Abstrich war allerdings negativ. Mehrere Wochen vergingen, zeitgleich kamen andere rote/ekzemisch Stellen am Körper dazu (insbesondere Augen, Halsfalten). Der Abstrich wurde wiederholt, dieses Mal Streptokokken-positiv, was mit einem oralen Antibiotikum behandelt wurde. Die "Röte" ging aber nie richtig weg. Da sich der allgemeine Hautzustand verschlechterte, waren wir im Februar 2025 für zwei Wochen in einer Hautklinik. Diagnose (für alle betroffenen Stellen) Neurodermitis. Allergietests waren negativ. Ihre Vulva wurde vor Ort abwechselnd mit Clotrimazol und Elidel behandelt. Diese Behandlung mussten wir langsam ausschleichend einige Monate fortsetzen. Daraufhin war einige Monate Ruhe. Im Winter 2025/2026 fing die Rötung - dieses Mal nur noch an der Scheide und an keinen anderen Hautstellen - wieder an. Wir wurden in der Hautklinik wieder vorstellig, zudem einmal beim Kindergynäkologen und auch mehrere Male bei der Kinderärztin. Alle waren sich in der Diagnose und der Behandlung bis dato einig - Neurodermitis bzw. sehr sensible Haut und bei Rötung Elidel auftragen. Meine Tochter ist nun seit einigen Wochen am Trockenwerden. Mindestens seitdem ist sie in immer kürzeren Abständen an den inneren und äußeren Schamlippen feuerrot, zudem zieht sich diese Röte bis in den Analbereich. Am Damm und an der Klitoris sind immer mal wieder kleinere Fissuren. Mit Elidel kriegen wir es sehr gut in den Griff, müssen aber mittlerweile alle zwei Tage dünn cremen, ansonsten wird sie wieder rot. Über Schmerzen klagt sie erst, wenn wir die betroffenen Stellen nicht eincremen und sie nicht morgens/abends mit Wasser abwaschen. Einen Juckreiz hat/hatte sie nie, Verwachsungen oder weiße Hautveränderungen gibt es auch nicht. Bei extremer Röte kommt allerdings weiß/gelblicher Ausfluss dazu. Bei der U7a sprach ich heute unsere KiÄ erneut an, nachdem ich den Genitalbereich bewusst einige Tage unbehandelt gelassen habe. Sie war schockiert und äußerte sofort den Verdacht Lichen Sclerosus, insbesondere da der Analbereich nun auch betroffen sei. Einen Kindergynäkologen-Termin in einer Uniklinik konnten wieder leider erst für in einigen Wochen vereinbaren. Meine Tochter hatte übrigens eine mittlerweile bereits ausgeheilte Autoimmunneutropenie, falls das eine Rolle spielt. Wie schätzen Sie die Situation ein? Ich habe große Angst vor der Diagnose LS, habe aber schon immer infrage gestellt, ob es sich wirklich (nur) um eine Neurodermitis handeln könne. Kommt eine chronische und so hartnäckige Neurodermitis (auch ohne Juckreiz!) überhaupt vor und ist die langfristige Behandlung mit Elidel aus Ihrer Sicht unproblematisch? Oder könnte es sich wirklich um Lichen Sclerosus handeln, trotz Fehlen wichtiger Symptome wie Juckreiz, Brennen, weiße Hautstellen? Herzlichen Dank für Ihre Arbeit und Mühe!


Prof. Dr. med. Dietrich Abeck

Prof. Dr. med. Dietrich Abeck

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Guten Abend, Sie haben schon sehr viel durchgemacht. Eigentlich ist das atopische Genitoanalekzem von einem Lichen sclerosus klinisch zu unterscheiden. Da ich Ihr Kind nicht gesehen habe, kann ich Ihnen auch Ihre Frage nicht mit der notwendigen Sicherheit beantworten. Elidel auch in der Langzeitanwendung wie in Ihrem Fall ist unproblematisch. Ich wünsche Ihnen, dass Sie hoffentlich bald eine klare Diagnos zu der bei Ihrer  Tochter vorliegenden Erkrankung erhalten!


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