Frage im Expertenforum Frauenarzt / Frauenärztin an Dr. med. Helmut Mallmann:

Zu jung für eine OP???

Frage: Zu jung für eine OP???

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Hallo, mich beschäftigt seit einigen Monaten, dass Thema verhüten und ehrlich gesagt, habe ich auf die Pille keine Lust mehr. Ich habe sie vorher schon lange genug eingenommen und will eigentlich keine Chemie mehr zu mir nehmen. Ich bin nun auf die Idee gekommen mich zu sterilisieren. Da ich jetzt 2 Kinder habe und wirklich keine mehr haben möchte, weil es finde ich reicht, und ausserdem wird es auch nicht billiger. Leider. Nun hat mir aber meine Ärztin geraten es nicht zu tun, denn schliesslich wäre ich noch zu jung, mit meinen 32 Jahren. Wenn ich aber fest davon überzeugt bin, dass es nicht so ist, denn auch mein Mann ist der Meinung, dass unsere beiden Töchter reichen, warum "verbietet" sie es mir. Sie war richtig standhaft und meinte auch, dass sie es nicht machen würde, dies würde auch für meinen Mann gelten. Wir wären auch nicht ganz abgeneigt, wenn mein Mann die OP durchführen würde, haben aber etwas Angst denn er hatte vor einigen Jahren eine miese OP hinter sich, die eigentlich Routine hätte sein müssen. Können Sie mich da beraten?? Vielen Dank und Grüße Marisa


Dr. med. Helmut Mallmann

Dr. med. Helmut Mallmann

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Liebe Marisa, Die Vorteile der Sterilisation: -Hohe Sicherheit Pearl-Index 0,2 bis 1,8. Von 1000 Frauen, die sterilisiert sind, werden bei optimalen Verhältnissen also 2 Frauen schwanger. -Keine Gedanken um die Verhütung mehr. -Kein Stress mit Pilleneinnahme, Spiralenkontrolle oder Hantieren mit Barrieremethoden. Die Nachteile: -30 % der sterilisierten Frauen wollen, die Sterilisation rückgängig machen. -Das Narkose-Risiko - Das Operations-Risiko: Darmverletzung, Blutungen und Infektionen -Minderung des Lustempfindens (5%) -Psychische Probleme (2 bis 5%) -Hormonstörungen durch Gefäßverletzung, dadurch ggf. wieder Hormoneinnahme nötig. Je früher die Sterilisation erfolgt, um so mehr ist ein Eintreten der Nebenwirkungen zu erwarten. Deshalb wird von vielen Frauenärzten empfohlen, die Sterilisation bis zum 35. Lebensjahr hinauszuzögern. Meine persönlich Meinung zur Sterilisation der Frau ist sehr durch zahlreiche Gespräche mit Frauen beeinflusst, bei denen nach der Sterilisation Probleme auftraten: Die Entgültigkeit der Operation ist auf Grund der Zahlen nicht zu unterschätzen. Aber man kann im Leben falsche Entscheidungen treffen und muss dann halt dazu stehen. Was nach meinem Erachten jedoch unterschätzt wird, ist die Tatsache, dass durch die Verletzung der Blutzufuhr zu den Eierstöcken, psychische, sexuelle und hormonelle Probleme auftreten können, die zum guten Schluss wieder auf die Einnahmen von Hormonen hinauslaufen. Wenn Nebenwirkungen oder Komplikationen nach der Operation auftreten, machen sich meist die Frauen selbst den Vorwurf, andere Methoden nicht versucht zu haben. Wir Ärzte machen es uns relativ leicht, indem wir Sie in der Einverständniserklärung unterschreiben lassen, dass diese Komplikationen bei der Sterilisation auftreten können. Bedenken Sie aber bitte auch, wenn Sie über endgültige Verhütung nachdenken, dass die Sterilisation des Mannes ohne Narkose und mit weniger Komplikationen einhergeht. Auch wenn Männer generell sehr sensibel sind (kleiner Scherz) vergessen Sie diese Alternative nicht. Da die Sicherheit der Sterilisation auch nicht besser als die der Pille (z.B. niedrig dosierte Mikro-Pille mit 20 Mikrogramm Östrogen) oder der Hormonspirale ist, muss man sich den Schritt zur Sterilisation halt gut überlegen. Sterilisation des Mannes Vasektomie ein paar Gedanken zur Sterilisation des Mannes: - Vorsicht, wenn der Mann sich „kastriert“ fühlt. Hier sind erhebliche sexuelle Probleme zu erwarten - Bei Verletzung der Blutgefäße (selten) Verlust der Hoden denkbar. Schwere Folgen für Sexualität. - Nach OP lokale Schmerzen und Wundheilungsstörungen. Langfristige Beschwerden sehr selten. - Wiederherstellung der Fruchtbarkeit kaum möglich. Meist künstliche Befruchtung erforderlich. - Guter Schutz aber nicht 100% sicher. - grundsätzlich keine Änderung der Sexualität. - nur lokale Betäubung erforderlich. - Die Wiederherstellung der Fruchtbarkeit ist nur selten möglich. Meist ist eine künstliche Befruchtung erforderlich. Also gut überlegen. Gruß Dr. Mallmann


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