Frage im Expertenforum Frauenarzt / Frauenärztin an Dr. med. Christiane Mallmann:

Starke Blutungen unter Eliquis - Chlormadinon einnehmen Trotz Lungenembolie???

Frage: Starke Blutungen unter Eliquis - Chlormadinon einnehmen Trotz Lungenembolie???

Blume2405

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Hallo,  ich habe eine Lungenembolie ohne bekannter Ursache festgestellt am 27.11. und nehme seitdem Eliquis. Gerinnungsstörungen werden erst in 3 Wochen abgeklärt. Ich habe jetzt meine Periode sehr stark und soll Chlormadinon 10 Tage einnehmen. Im Medikament steht aber deutlich, dass man das auf keinen Fall bei einem Blutgerinnsel in der Lunge nehmen soll. Was würden Sie mir jetzt empfehlen?


Dr. med. Christiane Mallmann

Dr. med. Christiane Mallmann

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  Guten Tag, das ist ein Fall, wo man eine Risiko-Nutzen-Abwägung durchführen muss. Sie haben Recht, dass in der Fachinfo eine stattgehabte Lungenembolie oder Thrombose als Kontraindikation aufgeführt wird. Die Fachinformationen von Medikamenten sind sehr streng und oft eher allgemein formuliert, da es sich um rechtliche Absicherungen handelt. Das Problem, welches Sie beschreiben, ist leider auch eines, was in der Praxis immer mal wieder auftritt; nämlich dass es unter einer Blutverdünnung zu einer sehr starken Periode kommt. In der gynäkologischen Leitlinie für „Hormonelle Kontrazeption“, in welcher Experten Studien ausgewertet haben und Empfehlungen für den klinischen Alltag aussprechen, wird eine Verhütung unter Blutverdünnung mit einem reinen Gelbkörperhormon als Option genannt. Zudem gäbe es keinen Hinweis, dass die Anwendung einer hormonellen Kontrazeption unter einer laufenden Blutverdünnung wegen eines Gerinnsels das Rezidivrisiko erhöht. Das bedeutet, unter strenger Risiko-Nutzen-Abwägung wäre die kurzfristige Anwendung von Chlormadinon bei sehr starker Blutung vertretbar. Längerfristig sollten Sie auf jeden Fall, nach Abklärung ihrer Gerinnung, über die Wahl der Verhütungsmethode mit Ihrer Frauenärztin sprechen. Ich wünsche Ihnen alles Gute!


Blume2405

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Danke für die schnelle Rückmeldung! Wäre es denn dann nicht auch vertretbar den Termin in der Gerinnungsambulanz abzuwarten oder könnte der Blutverlust auch jetzt schon bei einer Blutung gravierend sein? Mein Hb war heute (Tag 2 der Periode) bei 13. 


Dr. med. Christiane Mallmann

Dr. med. Christiane Mallmann

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Auch wenn ein Hb von 13 eine gute Ausgangssituation darstellt, kann ich leider aus der Ferne nicht beurteilen, ob es bei der aktuellen Blutungsintensität vertretbar wäre, die Gerinnungsdiagnostik zunächst abzuwarten. Dies kann nur durch eine Untersuchung durch Ihre behandelnde Frauenärztin/Frauenarzt erfolgen. Alles Gute!


Blume2405

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Alles klar, da halte ich nochmal Rücksprache. Wovon ist das denn noch abhängig außer dem Hb? Was sollte man denn genau untersuchen?


Dr. med. Christiane Mallmann

Dr. med. Christiane Mallmann

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Es sollte beurteilt werden, wie stark die Blutung ist, dazu zählt z.B. ob sie kreislaufrelevant ist, wieviel Blut bei einer vaginalen Untersuchung kommt, wieviele Binden oder Tampons benutzt werden müssen und wie hoch die Schleimhaut im Ultraschall aufgebaut ist.


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