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EMARIA
Guten Morgen Frau Dr. Mallmann, ich habe folgende Probleme. Seit einer Weile hab ich immer wieder mit Problemen im Vaginalbereich zu kämpfen. Angefangen hat das Ganze während des Jahreswechsels 2025/2026. Ich habe mir aufgrund der Symptome wie Brennen, Juckreiz und unangenehmen Ausfluss in der Apotheke ein Produkt zur einmaligen Anwendung mit dem Wirkstoff Clotrimazol gekauft. Auf dieses wurde das Ganze noch viel viel schlimmer. Daraufhin habe ich ein Produkt mit Nystatin geholt, 3x2 Tabletten für 3 Tage, darauf kurze Besserung, dann Symptome wieder so stark wie anfangs. Darauf Vagisan Sept mit Povidonjod. Immer kurzzeitig besser, dann Beschwerden wieder da. Am 7. Januar dann zu meiner Frauenärztin, dort im Abstrich keine Pilze mehr nachweisbar. Ich bekam ein Rezept über eine kortisonhaltige Fettsalbe gegen die Entzündung, welche ich morgens und abends äußerlich auftragen sollte und ein Privatrezept über Kadeflora Milchsäurekur. Nach Ende der Anwendung 4 Wochen Ruhe, dann ging's wieder los. Dieses Mal gleich zur Frauenärztin, Pilze im Abstrich nachgewiesen. Rezept über 4 Tabletten Fluconazol 150mg erhalten, von denen ich am ersten Tag und 3 Tage später 1 Tablette oral einnehmen sollte, ebenso mein Mann. Haben wir gemacht. Immer wieder kurzzeitig besser, dann sind die Symptome wieder da. Ich sollte die letzte der 4 Tabletten nehmen und abwarten. Das tat ich 1,5 Wochen, dann konnte ich nicht mehr. Ging wieder zur Frauenärztin, Abstrich ergab keine Pilze, jedoch eine massive Entzündung. Ich bekam ein Rezept über Gynoflor Vaginaltabl. von denen ich 3x wöchentlich 1 Tablette einführen soll, 4 Wochen lang. Nun ist die zweite Woche und ich habe das Gefühl, immer am Tag nach der Einnahme des Gynoflor sind die Symptome wieder da. An den anderen Tagen geht's. Ich komme mir mittlerweile vor, als wäre ich nicht mehr normal. Aber ich bilde mir die Beschwerden ja nicht ein. Ich habe 2 kleine Kinder zu Hause und muss funktionieren, was mir mittlerweile aufgrund der immer wieder auftretenden Beschwerden zunehmend schwerer fällt. Ich nehme seit ungefähr 2 Wochen nun auch ein Probiotika oral ein, welches die Scheidenflora aufbauen soll. Was kann ich denn noch tun? Haben Sie einen Tip für mich? Es ist momentan nicht mehr soooo schlimm wie Mitte Februar, aber zu 100% gut ist es nach wie vor nicht. Soll ich die Gynoflor trotzdem weiter nehmen, auch wenn ich den Eindruck habe, dass ich darauf reagiere? Ich bin wirklich komplett verzweifelt.... Bitte helfen Sie mir!!! Liebe Grüße EMARIA
Guten Tag, das klingt wirklich belastend und da haben Sie ja bereits einige Präparate durch. Empfehlungen jenseits der Behandlungen der akuten Infektionen betreffen z.B. die Ernährung. Zucker und Kohlenhydrate, aber auch bestimmte Milch- und Hefeprodukte können das Pilzwachtum verstärken. Günstig hingegen ist eine Ernährung mit viel Gemüse, Eiweiß und Joghurt. Probiotika haben ebenfalls in Studien einen positiven Effekt gezeigt, insofern war das eine gute Idee. Ich empfehle zudem eine sanfte Genitalhygiene ohne Seife mit lauwarmen Wasser oder parfümfreier Intimwachlotion mit entsprechendem pH-Wert. Gynoflor ist insofern eine gute Option, als dass es niedrig dosiert Östrogen enthält und zudem Milchsäurebakterien, die das Scheidenmilieu stabilisieren. Wenn Sie tendenziell eine Besserung bemerken, würde ich Ihnen empfehlen, die Therapie fortzuführen, in Absprache mit Ihrer Gynäkologin. Zumindest bis sich eine gewisse Stabilität eingestellt hat. Wenn immer wieder Pilzinfektionen auftreten, sollten ggf. auch weitere Faktoren, wie z.B. Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes ausgeschlossen werden. Ein geschwächtes Immunsystem, Langzeittherapien mit Cortison oder Adipositas können auch einen Einfluss haben. Es kann sich auch lohnen, den Vitamin D-Spiegel zu testen. Ich wünsche Ihnen alles Gute!
EMARIA
Guten Morgen Frau Dr. Mallmann, vielen Dank für Ihre Antwort. Heute sind die Beschwerden schon wieder viel besser, sodass ich definitiv davon ausgehe, dass es sich um eine lokale Reaktion auf die Gynoflor Vaginaltabl. handelt. Immer am Tag nachdem ich sie abends eingeführt habe, habe ich ein Brennen im Intimbereich, am übernächsten Tag ist dann alles wieder gut. Meinen Sie, ich soll die Gynoflor dann trotzdem bis zu Ende benutzen? Meine Gynäkologin sagte zu mir 3x in der Woche abends 1 Tablette einführen, 2 Wochen habe ich schon geschafft, wären also nochmal 2 Wochen. Das mit dem Diabetes und dem Vitamin D Spiegel werde ich definitiv abklären lassen. Ich leide an der Schilddrüsenerkrankung Hashimoto seit meinem 11. Lebensjahr, bin hier aber gut eingestellt. Nun habe ich gelesen, dass es eine Autoimmunerkrankung im Vaginalbereich gibt, welche oft in Verbindung mit Hashimoto auftritt, weshalb ich ziemlich beunruhigt war. Die Beschreibung der Symptome passt genau auf das, wie ich mich fühle, meine Gynäkologin meinte beim letzten Termin vor 14 Tagen, dass dem aber nicht so sei. Es würde sich nicht um Lichen Sclerosus handeln. Meinen Sie, ich kann der Aussage vertrauen? Im Netz steht, man könne diese Erkrankung nur mittels einer Biopsie ausschließen bzw. bestätigen. Vielen Dank für Ihre Zeit. Mit freundlichen Grüßen EMARIA
Es kann nach der Anwendung von Gynoflor auch erstmal zu einem Brennen oder Jucken vaginal kommen, jedoch kann ich nicht aus der Ferne entscheiden, ob vielleicht bei Ihnen eine Unverträglichkeit gegen das Präparat vorliegt und es besser wäre, die Therapie zu beenden. Dafür wäre eine Untersuchung nötig, die Ihre Frauenärztin durchführen könnte. Ähnlich verhält es sich auch bezüglich des Lichens. Beim Lichen sclerosus ist die Haut im Genitalbereich meist charakteristisch verändert in Kombination mit den typischen Beschwerden, nämlich Juckreiz und Brennen ohne eindeutige Infektzeichen. Zur Sicherung der Diagnose ist die Entnahme einer Biopsie durchaus sinnvoll, das erfolgt in der Regel in spezialisierten Sprechstunden. Manchmal wird im Verdachtsfall aber auch direkt mit der Therapie (Kortison) begonnen ohne bioptische Sicherung. Wenn gar keine Therpie greift, könnte man schon die Vorstellung in einer Dysplasiesprechstunde zB zur Lichen-Abklärung erwägen.
EMARIA
Guten Morgen Frau Dr. Mallmann, ich habe mich jetzt einige Tage nicht rückgemeldet, da ich erstmal den Verlauf abwarten wollte. Die Behandlung mit Gynoflor habe ich nach der Hälfte abgebrochen, da der Juckreiz unerträglich geworden ist. Stattdessen habe ich eine Behandlung mit Fluomozin gemacht, welche mir eine Linderung verschaffen konnte. Was ich noch gar nicht erwähnt hatte in meinen Nachrichten, ich bin/war bis gestern Trägerin der Hormonspirale Mirena. Diese wurde mir im September 2023, 12 Wochen nach der Entbindung meines zweiten Kindes eingesetzt. Ich war eigentlich sehr zufrieden damit, habe jedoch nun immer öfter Beiträge gelesen, in denen Frauen über die selben Symptome/Probleme berichtet haben, wie ich sie habe. Alle haben geschrieben, sie haben erst Ruhe bekommen, nachdem die Mirena entfernt worden ist. Ich hatte diesbezüglich vor 4 Wochen bei meiner Gynäkologin angefragt, ob meine Symptome tatsächlich auch durch die Mirena ausgelöst werden können, sie verneinte dies und meinte, so etwas sei ihr gänzlich unbekannt und in ihrer bisherigen beruflichen Laufbahn noch nie zu Ohren gekommen. Ich habe mich nun trotzdem dazu entschieden, sie entfernen zu lassen, einfach weil ich nicht mehr kann, alles was ich mache hilft immer nur kurzzeitig und dann beginnt alles von vorne. Ich hatte in der Vergangenheit auch unter diversen Pillen immer wieder mit Scheidenpilz zu kämpfen. Nun meine Frage an Sie, haben Sie schonmal etwas derartiges gehabt, dass Patientinnen Probleme mit der Mirena hatten in Form von immer wiederkehrenden oder nicht behandelbaren Infektionen und wenn ja, wie lange dauert es nach Entfernung, bis sich alles wieder auf Normalzustand einstellt? Vielen Dank für Ihre Zeit. Mit freundlichen Grüßen EMARIA
Liebe EMARIA, es ist tatsächlich so, dass es manchmal einen Zusammenhang zwischen (Levonorgestrelhaltigen) Spiralen und wiederkehrenden Pilzinfektionen/Scheideninfektionen gibt. Es wird auch laut Leitlinie empfohlen, bei Frauen, mit hartnäckigen, rezidivierenden Pilzinfektionen, die Entfernung einer einliegenden Spirale zu erwägen. Dennoch kann es sein, dass sich auch nach Entfernung der Spirale keine sofortige Besserung einstellt, zumal sehr viele Faktoren (s.o.) miteinbezogen werden müssen. Eine genaue Zeitangabe, wann endlich Ruhe einkehrt, kann ich Ihnen leider nicht nennen, geben Sie sich etwas Zeit! Alles Gute!