Frage im Expertenforum Frauenarzt / Frauenärztin an Dr. med. Helmut Mallmann:

Kondome noch sicherer machen??

Frage: Kondome noch sicherer machen??

Mitglied inaktiv

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Hallo, unsere Kleine ist jetzt 5 Monate und wird voll gestillt (der Große ist 3 1/2). Wir haben eigentlich immer nur mit Kondom verhütet und unsere Kinder sind beides absolute Wunschkinder, die immer auf Anhieb "geklappt" haben (dank Kenntnisse in NFP). Da wir aber sowieso 2 wollten, war mir das Kondom auch immer sicher genug - ist ja auch nie etwas passiert. Aber jetzt ist unsere Familienplanung eigentlich abgeschlossen ("Ausrutscher" würden natürlich auch herzlich aufgenommen werden :-)) und irgendwie habe ich jetzt doch Bedenken - "nur" mit Kondom. Pille, Spirale und Sterilisation kommen nicht in Frage. Was bleibt noch? Scheidenzäpfchen zusätzlich zum Kondom? Oder verträgt sich das nicht? Was käme noch in Frage, auch bezüglich des Stillens? Vielen Dank im voraus Biggi


Dr. med. Helmut Mallmann

Dr. med. Helmut Mallmann

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Liebe Biggi, die Kombination von Kondomen und Zäpfchen ist mit Vorsicht zu genießen. Nach dem Stillen könnten Sie doch die Temperaturmethode erwägen. In der kritischen Zeit Kondome (ggf. spermizid beschichtet). Wenn Sie bei einem Kondomversager die Pille danach nehmen, steigert das die Sicherheit sehr. Die Sicherheit der Temperaturmethode ist davon abhängig, wie konsequent die Methode durchgeführt wird. Die wichtigsten Punkte: Die Temperatur muss vor dem Aufstehen gemessen werden. Zuvor sollte die Nachtruhe von 6 Stunden und mehr dauern. Die Temperatur muss im Enddarm gemessen werden. Ab dem 6. Zyklustag (vom ersten Tag der Blutung gezählt) muss verhütet werden. Jeder Tag länger ohne Verhütung verschlechtert die Sicherheit der Methode stark. Wenn die Temperatur 4 Tage erhöht ist, kann auf Verhütung verzichtet werden. Wenn in der kritischer Zeit ein Kondom zerreißt oder abrutscht, bzw. keine Verhütung erfolgt, sollte die „Pille danach“ genommen werden. Die „Pille danach“ sollten Sie sich möglichst sofort kaufen und nicht auf den Notfall warten. (Rezept stellt Ihnen Ihre Frauenarztpraxis aus) Lassen Sie sich die Methode vor der Anwendung anhand Ihrer Temperaturkurve noch einmal erklären. Denn individuelle Abweichungen sind häufig. Bei strenger Einhaltung der Regeln können Sie so einen Pearl-Index von 0,6 bis 1 erreichen. Von 1000 Frauen, die diese Verhütungsmethode ein Jahr lang anwenden, werden also bei optimalen Verhältnissen also 6 Frauen schwanger. Gruß Dr. Mallmann


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