Frage im Expertenforum Frauenarzt / Frauenärztin an Dr. med. Helmut Mallmann:

haustuer

Frage: haustuer

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Hallo! Ich bin derzeit mit meinem 3. Kind in der 35. SSW schwanger. Nach diesem Kind ist der Wunsch nach weiteren Kindern vorerst gestillt, da meine beiden "Großen" zum Zeitpunkt der Geburt erst 3,5 und 2,25 Jahre alt sein werden. Natürlich mache ich mir Gedanken um die weitere Verhütung. Da ich bereits unzählige (etwa 9) Pillen und Pillenvarianten "ausprobiert" habe und ich bisher auch noch keine gefunden habe, die ich vertrage (starke Kopfschmerzen, absolute Unlust, Übelkeit mit Erbrechen, Depressionen..) hat mich meine FÄ mit einer Hormonspriale (Mirena) konfrontiert. Ich weiß jedoch nicht genau, in wie weit eine Spirale für mich Konsequenzen hätte. BEi dieser Hormonspirale werden doch auch HOrmone im Körper freigesetzt - oder wirken diese Wirklich NUR in der Gebärmutter. Welche Nebenwirkungen hat so eine Hormonspirale? Ich kenne Berufsbedingt (Krankenschwester/Gyn) viele Frauen, die starke Schmerzen bei der REgelblutung bedingt durch die Spirale hatten. Wie ist ihr Erfahrungswert damit? Ich habe halt Schiss, daß ich die Hormonspirale - wie die vielen Pillen vorher - ebenfalls nicht vertrage. Und was dann?`Welche Möglichkeiten der Verhütung bleiben mir dann noch (außer Kondom und natürliche Empfängnisverhütung)? Eigentlich wollte ich auch nie eine Spirale, wegen der hohen Infektionsrisiken... Wie ist ihre Meinung zum Thema Spirale? Lieben Dank für ihre ehrliche Antwort.. Hormoni


Dr. med. Helmut Mallmann

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Liebe Hormoni, wenn Sie sehr sicher verhüten wollen ist die Decke recht dünn. Sollten Sie schon die niedrig dosierte Mikropille mit 20 µg Ethinylestradiol und z.B. 100 µg Levonorgestrel ohne Erfolg versucht haben, ist tatsächlich die Hormonspirale zu erwägen. Die Hormone wirken tatsächlich eher lokal. Systemische Probleme sind selten. Das erhöhte Infektionsrisiko betrifft eher die Kupferspirale. Was Sie über die Spirale wissen sollten: Bei der Verhütung mit der Spirale gibt es zwei Wirkansätze: Die Kupfermoleküle bzw. die Gestagen die die Spirale abgibt, verändern die Gebärmutterschleimhaut so, dass die Spermien die Gebärmutter nicht passieren können. Schaffen sie es dennoch, kann sich das befruchtete Ei nicht einnisten. Vorteile: Hohe Sicherheit Komfortable Verhütung, lediglich Ultraschallkontrollen alle 6 Monate Nachteile: Starke Regelblutungen, Schmerzen und Zwischenblutungen (5%) Höhere Rate an Eileiterentzündungen (1,5-fach höher) Verletzung der Gebärmutter ist möglich (0,1%) Ausleiben der Regelblutung (Nur bei Gestagenspirale) Zur Sicherheit: Perl-Index: 0,3 – 3 D.h.: 1000 Frauen, die diese Verhütungsmethode ein Jahr lang anwenden, werden bei optimalen Verhältnissen 3 Frauen schwanger. Um die Komplikationen zu reduzieren, sollten Sie überprüfen lassen, ob Sie eine Scheideninfektion haben. Die sollte vor dem Einlegen der Spirale behandelt werden, damit keine Bakterien von der Scheide in die Gebärmutter verschleppt werden. Zum Unterschied zwischen Gestagen-Spirale und Kupfer-Spirale: Während bei der Kupferspirale die Stärke der Blutung häufig zunimmt, vermindert die Gestagen-Spirale die Monatsblutung deutlich. Die Regelblutung kann sogar völlig ausbleiben. Die Gestagen-Spirale hat auch einen positiven Einfluss auf die Menstruations-Schmerzen. Der Wirkmechanismus ist bei beiden ähnlich, sie verändern die Gebärmutterschleimhaut so, dass die Spermien die Gebärmutter nicht passieren können, bzw. dass das befruchtete Ei sich nicht einnisten kann. Die Sicherheit der Gestagen-Spirale ist deutlich höher und sie kann 5 Jahre liegen bleiben. Bei der Kupfer-Spirale werden allgemein 3 Jahre empfohlen. Auch Eileiterschwangerschaften und Komplikationen bei Infektionen sind bei Hormonspirale deutlich seltener. Gruß Dr. Mallmann


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