Mitglied inaktiv
Ich habe irgendwie totalen Bammel, meinen Chefs von meiner SS zu beichten. Einerseits ist die Situation bei uns so, dass es zwei Chefs gibt (Anwälte), eine Halbtagskraft und mich als Ganztagskraft und (leider) die Einzigste, die mit dem alten Buchhaltungsprogramm (30 Jahre alt) klarkommt. Beim ersten Kind bin ich gleich wieder arbeiten gegangen nach den 8 Wochen Mutterschutz mit 2 Tagen (Kind dabei mitgeschleppt) und nach einem halben Jahr war ich wieder 30 Stunden arbeiten und meine Kleine bei einer Tagesmutter. Jetzt beim 2. Kind lohnt es sich eher nicht mehr, da die Betreuungskosten bei 850 EUR und mein Einkommen bei 1000 EUR liegen würde (habe dazu einen Beitrag in Job+Baby geschrieben). Müsste meinen Chefs jetzt also sagen, dass ich 1. Schwanger bin und 2. mindestens 2 Jahre in Elternzeit gehe. Irgendwie habe ich richtig Angst davor, es ihnen zu sagen. Einerseits werden Sie mich ja nicht auffressen (können), andererseits haben sie dann wirklich ein Personalproblem (bei meiner 1. SS haben Sie versucht, eine Aushilfskraft für das 1. halbe Jahr - bis ich wieder 30 Stunden kam - zu finden, war aussichtslos. Jetzt bin ich auch schon wieder Anfang der 10 SSW und es wird eigentlich Zeit, es zu sagen. Ich schiebe es aber immer noch vor mir her und weiß nicht, wie ichs anstellen soll. Zugelegt habe ich diesmal auch schon ganz schön und eigentlich lässt es sich kaum noch verstecken. Mein Männekes meinte schon, ich solle gleich mit Latzhose auf Arbeit erscheinen - das könnten sich dann die Herren "ohne Worte" denken (war aber eher ein Scherz von ihm und würde ich so natürlich nie durchziehen).
Oje, blöde situation. Aber denke an dich und nicht an deine Chefs. Ist zwar echt blöd für die, aber es ist nicht dein Problem, sie haben ja noch ein paar Monate Zeit sich nach "Esatz" umzusehen. Du kannst ja nicht gekündigt werden, sicher ist es blöd. Aber du lebst ja nicht nur für den Job. Klingt jetz vielleicht hart, aber du könntest auch Morgen vom Bus überfahren werden...und dann? Haben sie das selbe Problem. Bei einer Frau zwischen 18 und 40 muss man halt damit rechnen, das sie SS wird! Denk bitte nicht zu sehr darüber nach. Es gibt sicher eine Lösung! Steffie
Also ehrlich gesagt versteh ich deine Angst überhaupt nicht. Du bist doch noch viele Monate da, in der Zeit kannst du doch die Halbtagskraft auf das Programm einarbeiten? So blöd kann die doch nicht sein, daß sie in einigen Monaten nichts Neues lernen könnte? Ich denke mal, deine Chefs wollten dich gerne behalten und haben dir darum mehr Verantwortung aufgehalst, als du tragen solltest. NIEMAND ist unersetzbar und wenn DU mit dem Programm umgehen kannst, kann das jemand anderes auch. Was wär denn, wenn du einen tödlichen Unfall hättest, wäre das Unternehmen dann Pleite? Denk da mal drüber nach, die sollen sich mal ruhig an eine neue Situation gewöhnen, und nicht DIR unnötige Sorgen aufbuckeln. LG Nicole
Ja, wenn ich überfahren werde, hätten meine Chefs aber Probleme am Hals ... Wir hatten schonmal eine Kollegin, die eingestellt wurde (hatte Abi und war wirklich nicht auf den Kopf gefallen)und die wurde von unserer damaligen Buchhalterin eingearbeitet. Nach einem 3/4 Jahr hat diese dann das Handtuch geworfen. Wir haben keine Handbücher für das Programm, man kommt aus einigen Unterprogrammen nicht mehr raus, wenn man einen kleinen Fehler macht (z.B. aus dem Umbuchungsprogramm) Daraufhin habe ich mich ins Programm eingarbeitet und zwar mit akribischen Schritt-für-Schritt Notizen. und habe die Buchhaltung dann zu meinen normalen Aufgaben übernommen (auch mehr notgedrungen) - in dieser Beziehung hast du wahrscheinlich Recht mit "vom Chef aufgebürgt" @ alle Aber jetzt mal ehrlich, war es für euch alle ein "Leichtes" euren Chefs vor vollendeten Tatsachen zu setzen. "Ach übrigends ich bekomme ein Kind und falle die nächsten zwei Jahre aus" so nach dem Prinzip "nach mir die Sinnflut" Es ist ja auch so, dass ich diesen Job wirklich gerne gemacht habe und zwischen Chefs und uns zwei Angestellten ein wirklich gut funktionierendes Miteinander gibt, wir sind so gut aufeinander eingestellt, dass alles reibungslos und perfekt läuft auch ohne viel Worte. Vielleicht fällt es mir auch deswegen so schwer, dort soviel Unruhe reinzubringen durch neues Personal. Ich weiß es nicht.
Hallo! Ich hatte keine Probleme zu sagen, daß ich schwanger bin. Ich freue mich sehr auf mein erstes Kind, daß mir die Arbeit eigentlich egal ist. Ich arbeite gerne dort und habe jede Menge Verantwortung, aber ich bin nicht die einzigste. Du lebst ja nicht für den Job und die Arbeit. Gruß Mone
Nein, es fiel mir überhaupt nicht schwer, meine Arbeit von einem Tag auf den anderen "hinzuschmeißen". In der 1. SS habe ich meinem AG (der mich ohne Ende gemobbt hatte) in der 13. SSW einen Brief geschickt, dass ich schwanger bin und gleichzeitig eine Krankmeldung mitgeschickt. Ich war seitdem nie wieder dort. Nun bekomme ich mein 2. Kind, hab wieder in der 13. SSW einen Brief hingeschickt und fertig. Ich habe auch keinerlei Ambitionen an diesen Arbeitsplatz zurückzukehren. Bei Dir ist die Situtaion natürlich anders, aber ich denke, Du solltest einfach das Gespäch suchen und in den nächsten Monaten lässt sich bestimmt eine Ersatzkraft einarbeiten. Bei Fragen kann sie Dich ja anrufen, Du bist ja dann nicht aus der Welt. Vielleicht kannst Du dafür sogar auf 400-Euro-Basis weiterbeschäftigt werden, dass Du telefonisch zur Verfügung stehst und vielliecht einen halben Tag pro Woche ins Büro kommst oder so. LG Andrea
ja, man merkt Dir an, dass Du Deine Arbeit sehr gerne machst, das finde ich toll. Mir ging es auch so. Aber das beste und fairste, was Du jetzt tun kannst, ist Deine Chefs so früh wie möglich zu informieren, damit sie sich - vielleicht mit Deiner Unterstützung - Gedanken machen können wie's weitergeht. Inzwischen ist der Arbeitsmarkt ja auch überall so, dass es immer leichter wird, auch befristet ersatzkräfte zu finden, da es eben mehr Arbeitssuchende gibt und die auch immer besser qualifiziert sind. Vielleicht ist die Situation somit jetzt eine ganz andere als bei Deiner ersten Schwangerschaft. Und evtl. ist das jetzt einfach auch der richtige Anstoß, um eine wichtige Investition zu tätigen - ein neues Buchhaltungsprogramm, das scheint überfällig zu sein! Nach 30 Jahren hat sich die ursprüngliche Anschaffung echt gerechnet! Ích wünsche Dir viel Mut, Grüße, Lizzie
Hallo Doris, ich kann es nachvollziehen, daß du diese Gefühle hast, allerdings nur vom Bauch her. Der Kopf sagt was anderes, nämlich das was ich dir schon geschrieben habe. Ich war selbst in einer vergleichbaren Situation. Habe zwar "nur" in einem Privathaushalt gearbeitet, dort aber ein Mädchen von Geburt an bis zwei Jahre betreut und den Haushalt gemacht. Auch die letzte Schwangerschaft hab ich dort verbracht, wurde während der Probezeit schwanger und trotzdem fest eingestellt, weil sie mich unbedingt behalten wollten. Ich bin dann mit meiner Tochter hingegangen und nun hab ich wegen erneuter SS doch gekündigt. Sie wollten mich sehr gerne behalten, haben mir sogar angeboten, mich nur noch um die kinder zu kümmern und für den Haushalt eine weitere Kraft einzustellen. Trotzdem möchte ich jetzt die nächsten paar Jahre in Ruhe mit meinen Kleinen Zuhause verbringen und nicht in einem fremden Haushalt. Meine Chefin hatte Tränen in den Augen als ich ihr von meiner Schwangerschaft und anstehenden Kündigung erzählt habe, hat sich aber an den Gedanken gewöhnt. Und mittlerweile arbeitet dort eine Freudin von mir, die die Sache ebenso gut geregelt bekommt wie ich und von der Kleinen auch heiß geliebt wird. Ich habs in der 12. WOche erzählt, damit auch lange genug Zeit ist, eingen geeigneten Ersatz zu finden und an die Kleine zu gewöhnen. Das find ich nur fair. Natürlich hab ich mir auch die selben Gedanken gemacht wie du, und hab mir selbst die gleichen Antworten gegeben die ich dir gab. So, das war jetzt ein Roman. LG Nicole