Mitglied inaktiv
Hallo! Naja, es kommt ein wenig darauf an, was einem bei der geburt wichtig ist... Im geburtshaus gibt es in der Regel keine Ärzte, auf keinen Fall einen OP usw. Hebammen erledigen die Arbeit alleine, was aber kein Risiko darstellt, auch wenn sich das für Dich jetzt so anhört. Leider hat es sich in unserer (deutschen) Gesellschaft so eingeschlichen, daß geburten im KH als normal gelten. Das ist aber eigentlich nicht so, denn eine Geburt ist ja keine Krankheit und gehört deshalb meiner Meinung nach auch nicht ins KH, solange alles normal läuft. Bei Komplikationen ist das natürlich eine ganz andere Sache, versteht sich von selbst. Auch im Kreißsaal eines KHs haben die Hebammen "die Hosen an"! erst ganz kurz vor der eigentlichen Geburt des Babys kommt der Arzt dazu und tut auch während der Geburt wenig außer daneben zu stehen. Das ist auch richtig so, denn eine Geburt gehört eigentlich nicht in sein Aufgabenfeld. Die gehört in die Hände der Hebammen. Ein sehr großer Unterschied zwischen Geburtshaus und Krankenhaus besteht in der Atmosphäre und in der Betreuung. Im GH bist Du i der Regel, die einzige, die dort entbindet. Somit ist die Hebamme auch die ganze Zeit über komplett für Dich da. Es handelt sich also um eine perfekte 1:1-Betreuung. In meinem sind sogar immer 2 Hebammen bei jeder Geburt dabei. Im KH ist das nicht so, da gibt esmeist mehrere parallele geburten, um die sich die diensthabenden Hebammen gleichzeitig kümmern müssen. Sie werden Dich also u.U. während der Geburt viel alleine im Kreißsaal lassen und nur zwischendurch kommen, um nachzufragen, ob alles in Ordnung ist, bevor sie wieder verschwinden. das war vor drei Wochen bei einer Freundin von mir so. Die Hebamme war nur die letzten 10 Minuten bei ihr an einem Stück. In einem GH kann man nur ambulant entbinden, das heißt, daß man nach etwa 4 Stunden wieder nach Hause muß. Da hat mir anfangs die meiste Angst bereitet, aber inzwischen kenne ich all die Vorteile, die das mit sich bringt: Eine viiiiel geringere Infektionsgefahr für Dich und besonders fürs Baby. Das sagte mir sogar eine Hebamme, die in dem KH arbeitet, in dem ich notfalls entbinden werde. Viel mehr Ruhe zu Hause, eine bessere Mutter-Kind- & Vater-Kind-Bindung ist zu Hause möglich. Das Stillen funktioniert zu Hause in gewohnter und beruhigender Umgebung wesentlich besser. Es wird täglich eine Hebamme zu Dir nach Hause kommen, um nach Dir und dem baby zu sehen und Dir Fragen zu beantworten. Und Dir mit der Babypflege und dem Stillen etc. zu helfen, falls das nötig sein sollte. Du siehst, ich gerate ins Schwärmen!! Aber den ort für eine Entbindung muß wirklich jeder selbst bestimmen. Du mußt Dich vor allem wohl und gut aufgehoben fühlen! Aber sieh Dir mal ein GH an, die machen eigentlich auch immer so Infoabende, wie Kliniken ja auch, zu denen man unverbindlich gehen kann, um sich alles anzusehen und sich global zu informieren. Bei weiteren Fragen: Her damit! Liebe Grüße Katharina
Hallo Katharina, da kann man sich ja nur für ein GH entscheiden, so toll, wie du das beschreibst. Anfangs wollte ich auch eine Hausgeburt, da ich selbst auch zu Hause auf die Welt gekommen bin. Nun bin ich aber schon 34 und habe doch etwas angst, dass es zu Schwierigkeiten kommen könnte. Wie alt bist du denn?! Also ein GH schaúe ichmir auf alle Fälle an. Wohne in Bad Schönborn, mal sehen, ob die so etwas haben. Woher kommst du?! LG Bärbel*
Hallo! Ja, ich schwärme wirklich sehr von Geburtshäusern, bin da nicht ganz objektiv... Habe einige zeit meiner Ausbildung in KHs verbracht und kenne somit den Ablauf dort ganz gut. Und da sind "schöne" KHs wirklich nicht gerade in der Überzahl... :-( Bin 25, also bei mir ist es hoffentlich eine komplikationlose (und baldige!) Geburt. Aber ich weiß, daß in meinem Geburtshaus (Hannover) auch ältere Frauen entbinden. Sogar mehr als solche, die so jung sind wie ich. Das liegt daran, daß sich etwas ältere Schwangere eher mit allen Möglichkieten beschäftigen als jüngere. Ich war bisher immer die jüngste (SS-Schwimmen, Geb.-Vorbereitungskurs, Streßbewältigungskurs), und das wird sich in Zukunft (Babyschwimmen, -massage, PEKiP,...) auch sicher nicht ändern. Naja, egal! Ich kann Dir wirklich nur empfehlen, Dich gut zu informieren und Dir alle Möglichkeiten anzusehen, bevor Du Dich entscheidest. Liebe Grüße Katharina
Danke Dir! Nur noch eine Frage, dürfen mein Freund und meine Schwester bei der Geburt in einem GH auch dabei sein, denn die wollen unbedingt mit :-))) LG Bärbel*
Natürlich, das ist gar kein Problem!! Sogar sehr gerne gesehen. Bei mir sagen die sogar, daß es ihnen viel lieber ist, wenn der Partner dabei ist. Ich wüßte auch von keiner Geburt dort, wo die Frau alleine war... Was ich noch vergessen habe: bei einer ambulanten Entbindung solltest Du vorher abklären, daß in den ersten 2 Wochen nach der geburt jemand bei Dir zu Hause sein kann, der sich um Dich und den Haushalt kümmert. also Essen kochen, die Wohnung einigermaßen sauber halten und vor allem Wäsche waschen. Am besten, Dein Freund kriegt 2 Wochen frei, wenn nicht, frage andere Leute, die Du dann um Dich haben möchtest. Denn nach der geburt im Wochenbett kriegt man das alles alleine noch bei weitem nicht geregelt. Deine einzigen Aufgaben bestehen darin, Dich um Dein Baby zu kümmern, also Stillen & Kuscheln, und zu duschen, zu schlafen etc.!!! Mehr sollst Du in der ersten Woche auf keinen Fallmachen müssen. Und auch in der zweiten ist Schonung angesagt! Liebe Grüße Katharina
Ok, dass wird schwierig für ihn werden, weil wir auch gerade am bauen sind, aber es gibt seine lieben Eltern, die wohnen ganz in der Nähe, wird also machbar sein. Noch eine andere Frage ist mir eingefallen, wer bezahlt das?! Auch die Kasse?! Gruß
Das ist leider nicht ganz so. Wahrscheinlich wirst Du eine Rufbereitschaftspauschale bezahlen müssen. Die muß man auch bei einer Hausgeburt an die Hebamme zahlen. Liegt etwa bei 200 €, auf denen Du auch sitzen bleiben wirst. Die übernimmt keine KK (zumindest keine gesetzliche). Die Rufbereitschaft bedeutet, daß Du ab 4 Wochen vor dem ET (37.SSW) und bis etwa 2 Wochen nach tatsächlicher Entbindung Deine Hebamme rund um die Uhr anrufen kannst. Also immer, auch nachts. Die meisten Wehen fangen ja auch nachts an. Und Du kannst die Hebamme dann eben auch nach Entbindung bei Problemen mit Dir oder dem Baby erreichen. Dann gibt es fürs GH noch die Betriebskostenpauschale. Dafür, daß das GH die ganze Zeit beheizt ist, die Wanne gefüllt wird (mehrmals, je nach Bedarf eben) etc. Die liegt bei meinem GH bei 400€. Diese werden von der KK nachträglich übernommen, wenn Du tatsächlich im GH entbunden hast. Wenn Du doch (z.B. aus medizinischen Gründen) im KH entbinden mußt, dann übernimmt die KK die betriebskostenpauschale nicht. Es ist also ein finanzielles Risiko dabei. Leider. Denn die Geburt dort ist ja eigentlich viel billiger (für die KK) als die in einem KH. Liebe Grüße Katharina