KH
Hallo, hat schon jemand von euch im Feriendorf im Ravensburger Spieleland übernachtet? Wie ist denn die Halbpension dort? Ich finde 24 € für einen Erwachsenen schon heftig, auch wenn es Buffettessen ist. 9 € Kind ist in meinen Augen okay. Wir werden dort im Forscherzelt übernachten und überlegen noch, ob wir Halbpension dazubuchen sollen oder nicht. Danke für eure Erfahrungen.
Da mein Mann auf die Eurobike in Friedrichshafen wollte, beschlossen wir (meine 8-jährige Tochter und ich, die Großen blieben zu Hause bzw. waren selber unterwegs) kurzfristig am 2./3. September ins Ravensburger Spieleland zu fahren und dort zu übernachten. Gesagt – getan: Am Freitag brachen wir früh mit dem Auto auf Richtung Bodensee. Nach einem Zwischenstopp im Autobahn-McDonalds setzten wir meinen Mann am Bahnhof in Meckenbeuern ab, wo sein Zug um 11.16 Uhr fuhr und wir begaben uns zum Spieleland an die Feriendorf-Rezeption. Dort erhielten wir eine kurze Einweisung, Armbändchen und die Auskunft, dass die Schlüssel ab 16 Uhr zu erhalten seien. Die „Maus und Elefant Erlebniswelt“ lassen wir kurzerhand links liegen, die würde uns auch abends noch zur Verfügung stehen. Somit ist für uns der erste Parkteil Käpt‘n Blaubärs Wunderland. Als erstes testet T. Hein Blöds Paddeltour. In einem kleinen Kanu ausgestattet mit einem Paddel gehr es einen Wasserkanal entlang. Ich könnte außenrum mitlaufen, das erspare ich mir. Bei kleinen Kindern natürlich sehr hilfreich. Naja, das mit dem Paddeln ist schwierig, wirklich Platz dafür ist neben dem Boot nicht. Angetrieben werden die Boote in erster Linie durch die Strömung. Nichtsdestotrotz holt ein mit zwei Mädchen besetztes Kanu, die ihr Paddeln durch Anfeuern koordinieren, rasch auf, aber das nutzt nichts. An meinem Kind ist kein Vorbeikommen. Am zweiten Tag muss T. dafür im Kanu-Schubverband paddeln, vor ihr dümpeln 3 leere Kanus – es ist immerhin kurz nach Parköffnung und von daher kaum etwas los. Papa und Mama beseitigen durch Anschieben das langweilige Hindernis und unsere Tochter ist wieder glücklich. Aber jetzt greife ich vor, bleiben wir beim ersten Tag. Nach der Paddeltour testet T. Käptn Blaubärs Gummikutter, kreisrunde Boot mit Gummiring drumherum, angetrieben mit Elektromotor und durchaus lenkbar mit etwas Geschick. Der Antrieb lässt sich durch ein Fußpedal steuern. Für kleine Kinder gibt es Schwimmwesten, meine Tochter, die wiederum alleine fährt, benötigt keine. Hier muss sie tatsächlich mal einige Minuten anstehen und warten, die Zeit wird mit akustischem Signal begrenzt. Nach einigen Anfangsproblemen hat sie einen Riesenspaß dabei, die anderen Boote zu rammen oder sich rammen zu lassen. Mama sieht vom sicheren Ufer aus zu. Jetzt will ich aber nicht mehr nur zugucken, wie meine Tochter ihren Spaß hat, Käpt‘n Blaubärs Abenteuerfahrt scheint mir auch für mich angemessen: größere Boote für 12 (?) Personen, die gemütlich über einen idyllischen grünlichen See dümpeln, das traue ich mir auch zu. Zugang zu den Booten ist durch einen Schiffskörper, der auch innen liebevoll ausgestattet ist mit allerhand Fundstücken, die einen Vorgeschmack auf Käpt‘t Blaubärs Abenteuer geben. Während der gemütlichen Schifffahrt vorbei an liebevoll gestalteten Figuren am Ufer oder auf Inseln erzählt Käpt‘t Blaubär einige seiner Abenteuer, wie z.B. das Auflaufen auf dem Riff, wie Hein Blöd den Mastkorb bohnert oder seine Abenteuer auf der Teebeutel-Insel. Das Lied „Alles im Lot aufm Boot“ ist wahrscheinlich vielen bekannt, für meine Tochter und v.a. für mich war es neu, ging uns aber sofort ins Ohr. Etwas gruselig ist die Fahrt durch die Höhle der wandernden Leuchttürme mit viel Nebel und geheimnisvoll flackernden … Just dort kommt unser Schiff zum Stillstand. Erst am nächsten Tag ..., nein, so lange dauert der Stillstand nicht. Erst am nächsten Tag bei unserer zweiten Fahrt mit Papa merken wir, dass man eigentlich in der Höhle gar nicht stehen bleibt, war wohl ein kleinerer technischer Defekt. Nach der Höhle kommen noch die Waschbärchen und dann ist die Abenteuerfahrt leider auch schon wieder vorbei. Interessant ist noch das An-/Ablegen der Schiffe an einer rotierenden Scheibe. Der Ausgang führt – wie könnte es anders sein – durch Käpt‘n Blaubärs Trödelladen, einen zugegeben mit viel Geschmack eingerichteten Souvenirshop, aber dennoch: „Nein, wir kaufen nichts, sonst müssen wir es den ganzen Tag herumtragen.“ Das Argument zieht bei meiner Tochter, ist aber eigentlich nicht stimmig, denn zum Service gehört auch im ganzen Park die Aufbewahrung bzw. sogar der Transport der gekauften Ware zum Infopoint, wo man die Dinge beim Verlassen des Parks mitnehmen kann. (Aber das verrate ich meiner Tochter natürlich nicht.) Nach so langem Sitzen ist natürlich Käpt‘n Blaubärs Abenteuerspielplatz direkt nebenan willkommene Abwechslung für meine Tochter. Ich mache es mir in einem Strandkorb im Schatten gemütlich, mittlerweile ist es doch schon ziemlich heiß. Blöd nur die Rauchschwaden des dahinter liegenden Raucherbereichs. Ich bin einfach zu empfindlich, was Zigarettenrauch angeht. Objektiv betrachtet wäre es maximal eine Zigarette. Kurze Pause, Zeit für mitgebrachte Semmeln, einen Schluck Wasser. Dann schlendern wir weiter zur Haltestelle der Schwäbischen Eisenbahn. Während der Wartezeit auf diese, die uns gefühlt endlos vorkommt, beobachten wir, dass der Freifallturm „Hier kommt die Maus“ offenbar eine Betriebsstörung hat. Die Fahrgäste hängen einige Zeit in der Sonne in der Luft, ehe sie dann irgendwann doch noch abgelassen werden und eine Mitarbeiterin alle weiteren Mitfahrwilligen abweisen oder auf später vertrösten muss. Endlich kommt auch der Zug und wir genießen in der mittlerweile beträchtlichen Hitze eine gemütliche Rundfahrt durch den Park, vorbei an vielen Attraktionen: „Oh, ein Labyrinth, da will ich hin.“ „Schau mal die süßen Enten.“ „Mit dem Nilpferd will ich auch fahren.“ Wobei, so wirklich sehen kann man die Attraktionen erst, wenn man Park schon kennt, manches erschließt sich uns nicht auf Anhieb im Vorbeifahren. Dazu gibt es auch zu viel zu sehen. Wir beschließen die komplette Runde zu fahren und nicht am Bahnhof in der Nähe des Haupteingangs auszusteigen. Nach der kompletten Rundfahrt fahren wir Tretboot mit Käpt‘n Blaubärs Spaßbooten. Zunächst sind wir allein auf dem See, bald kommen noch zwei, drei andere Boote hinzu. Wir genießen es, beobachten die Fische im Wasser, beobachten Enten, die Menschen in der Kunterbunten Spielewelt, das Seerestaurant, bleiben etwas im Schatten der Bäum. Ach herrlich. Aber es gibt ja noch so viel zu entdecken! Bis jetzt kennen wir nur einen Bereich. Der nächste Abschnitt ist das Mitmachland. Dort befinden sich Bosch Car Räderwechsel, das Bunte SchokoHaus von Ritter Sport, Mobile Kids Verkehrsschule (Mercedes), Fanta Meeting Point, Ravensburger Zirkusschule, Ravensburger Zauberschule und Ravensburger Showarena – alles nicht so interessant und reizvoll für meine Tochter. Zum Schokoladenworkshop im SchokoHaus, wo sie sich eine eigene Schokolade herstellen kann, nachdem sie anhand von Bildtafeln etwas über die Schokoladenherstellung erfahren hat, muss ich sie überreden. Keine Frage, es macht ihr dann natürlich Spaß und sie ist sehr stolz auf ihre eigene Kreation. Kleines Malheur am Rande: sie hatte von ihrem Trinkjoghurt den Deckel nicht zugeschraubt, sondern nur aufgelegt. Ich habe ihn ohne weitere Kontrolle in die Außentasche meines Rucksacks gestellt, soweit ja auch kein Problem. In der Schokoladenwerkstatt schiebe ich den Rucksack unter die Bank, weil er zu hoch ist, lege ich ihn um. Was passiert? Richtig! Der Trinkjoghurt läuft aus. Aufmerksam werde ich, weil meine Tochter plötzlich weiße Fußspuren hinterlässt. Mir ist das Malheur peinlich, für den Mitarbeiter Simon kein Problem, er wischt es mit einer größeren Menge an Papierhand- und Feuchttüchern weg. Danke! Wegen der Hitze lassen wir unser Produkt bis zum folgenden Tag einlagern. Auch das geht für Feriendorfbesucher. Die Wartezeit bis zum Workshop verbringen wir bei Max Mäuseschreck: Mama lädt die „Kanone“, T. muss versuchen in die Löcher des Käses zu zielen und zu treffen. Nettes kleines Spiel miteinander als Zeitvertreib. Ebenso nett ist das Bienenkarussell, das T wieder alleine fährt. Nach dem Schokoladenworkshop will mein Kind wohin? Na klar, zum Wasserwald! Dort kann sie nach Herzenslust toben,mit Wasser und Matsch spielen. Kleid aus und los geht‘s. Stundenlang könnte sie dort spielen. Mama sitzt derweil entspannt auf einer Bank im Schatten, ratscht mit einer anderen Mama. Wer in den Bewertungen zum Spieleland schreibt, seinen Kindern sei dort langweilig gewesen, dessen Kinder tun mir aufrichtig leid. Was gibt es für ein Kind Schöneres als im Matsch zu spielen, Seen und Kanäle zu bauen und sich auch mal so richtig einzusauen? (Das hätte sogar noch meinen Großen Spaß gemacht, auch wenn sie es so natürlich nicht zugeben.) Allerdings braucht man dafür natürlich auch Wechselwäsche, das ist klar. Frisch umgezogen und gestärkt geht es irgendwann dann doch mal weiter: „Du wolltest doch noch ins Labyrinth?!“ Der nächste Parkteil, die Grüne Oase, hat abends länger auf als der Rest, wir erkunden ihn dennoch jetzt schon. Dort gibt es auch den Ravensburger Schnäppchen Shop und Zelt, wo man günstig reduzierte Spiele erwerben kann. Da schlage ich dann auch am zweiten Tag gehörig zu. Es ist ein tolles Gefühl, zu wissen, man ist zwei Tage im Park, man kann sich Zeit lassen genießen, alles was man am ersten Tag nicht schafft, macht man halt am zweiten. T. will erst mal beim Rodeo zuschauen. Als sie sieht, dass es längst nicht so wild ist, will sie dann auch selber mitmachen. In vier Stufen wird der Bulle immer „wilder“, man muss sich mit einer Hand festhalten und die Metallschiene drücken. Lässt man los, stoppt der Bulle seinen wilden Ritt. Drückt man wieder, geht es weiter. Sollte man herunterfallen, ist die Runde zu Ende. Bei allen Runden, die wir zugeschaut haben, ist niemand je heruntergefallen. Auch T. meistert das Rodeo. „Man muss nur locker bleiben.“ An der Hüpfwiese kann ich sie vorbei lotsen, die kennt sie schon von anderen Freizeitparks. Auch die ganzen Shops interessieren uns wenig. Die Ponyreitbahn ist unser nächstes Ziel. Ich komme mir schon ein wenig doof vor in meinem Alter hinter meiner Tochter her zu reiten, aber sie genießt es. An der Traktorfahrt hingegen habe ich auch meinen Spaß, führt sie doch zuerst durch einen Obstgarten mit Zwetschgenbäumen, vorbei an einem Hopfengarten, einem Kürbisfeld, einem Blumenfeld, durch den Hopfengarten hindurch, vorbei an Weiß- und Rotkohl und Hafer – alles ist auch schön beschriftet. Tja, hier wäre auch die Gelegenheit ein Foto zu erwerben (4,95€), das Motiv als Puzzle mit 20 (?) Teilen (6,95€) oder beides zusammen (9,95€). Wir lassen es. Im Streichelzoo gibt es junge Ferkel zu bestaunen, ebenso Esel – zu streicheln gibt es sehr zum Leidwesen meiner Tochter aber nichts. Im Genius-Wissens-Pavillon erkundet meine Tochter die Stationen, man merkt aber, dass ihre Konzentration und ihr Interesse nachlässt (wie auch meines:)) Es gäb die Möglichkeit, an interaktiven Stationen etwas über Wissenschaftler zu erfahren, einige Experimente rund um Energie zu machen, aber es fehlt mir (und auch ihr) an Geduld uns darauf einzulassen, zumal die Zettelboxen leer sind, die Laufzettel/Rallyebögen also vergriffen sind. Auch hier, alles durchdacht, liebevoll mit Blick auf die Details eingerichtet, aber es übersteigt unser derzeitiges Fassungsvermögen. Eigentlich sind wir beide schon ziemlich geschafft. Wir wenden uns nun in die Kunterbunte Spielwelt. Dort befindet sich das Verrückte Labyrinth. Es gibt Karten mit vier Motiven, die im Labyrinth gesucht und gefunden werden müssen. Mittels einer Lochzange wird der Nachweis erbracht, dass man wirklich dort gewesen ist. Verschiebbare Wandteile, offene und versperrte Türen geben dem Ganzen seinen besonderen Reiz. Mittels je einer Stempeluhr am Ein- und Ausgang lässt sich die benötigte Zeit ablesen. Je nach Zeit, erhält man entweder Fanfare oder Buhrufe. Man kann selber entscheiden, welchen Knopf man drückt. Am Feuerwehrspiel beteiligen wir uns nicht, auch nicht bei Tempo, kleine Schnecke. Stattdessen füttern wir Fische (1,50 €). Große Karpfen rangeln gierig um die Futterstücke, auch Enten wollen nicht zu kurz kommen. Es ist ein echtes Spektakel „Wow, einer ist über die anderen drübergekrochen“, Uns gelingt es sogar, einige der glitschigen Fische anzufassen. Drei Goldkarpfen sind ein echter Hingucker. Daneben gibt es noch kleinere Fische, Rotfedern oder Rotaugen (genau konnte ich sie nicht erkennen), die sich aber nicht gegen die gewaltigen, wild um das Futter balgenden Kolosse mit ihren weit aufgerissenen Fischmäulern durchsetzen. Auf Treppenstufen kann man bis ans Wasser heran. Mit ihrer sozialen Ader sorgt meine Tochter auch für die kleineren Fische: „Ich locke die großen hierher und dann füttere ich die kleinen um die Ecke.“ Teilweise klappt es sogar, bis die ersten Karpfen das spitzkriegen und auch um die Ecke schwimmen. Der Fanta Wasserhüpfer bringt die willkommene Abkühlung, T. ist ganz stolz, als sie in der Gischt einen Regenbogen entdeckt, und freut sich noch mehr, ihn auf dem gemachten Handyfoto wieder zu entdecken. Dass sie wieder nass wird, stört sie nicht, mich noch weniger. Wir haben ja Wechselwäsche und außerdem ist es immer noch schwülwarm. Nun ist beim Quietsch-Entenrennen wieder kuscheln angesagt. Gemeinsam lassen wir uns gemütlich von unserer Ente im Kreis schaukeln. Achja, das ist einfach schön. Viel zu schnell ist die Runde zu Ende und nebenan wartet schon das Nilpferd in der Wasserbahn. Mama traut sich nicht, Theresia schon. Sie stellt sich an (ja, hier muss sie auch mal warten!) Einsteigen, festhalten und los geht die rasante Fahrt im Wasser. Ich befürchte schon, dass T. Ohrenschmerzen hat, weil sie plötzlich ihre Hand an den Kopf tut – immerhin hat sie ja nasse Haare vom Wasserhüpfer. Doch nach der Fahrt stellt sich heraus, dass sie nur ihre lose Zopfspange festgehalten hat, weil sie Angst hatte, sie zu verlieren. Dass Mamas auch immer gleich das Schlimmste denken müssen. Mittlerweile ist es deutlich nach 17 Uhr, d.h. der Park hat nur noch begrenzt offen. Und wir wollen doch noch unbedingt im Entdeckerland das Alpin-Rafting machen. Das heißt, Theresia will, dass WIR BEIDE das machen. Ich will ja eigentlich nicht, schnelle Fahrten sind nicht so mein Ding. Also lasse ich mich breitschlagen. Und siehe da, so schlimm ist es gar nicht. In meiner Kindheit gab es eine Zahnpastawerbung, wo das Kind freudestrahlend aus dem Behandlungsraum kam: „Mama, Mama, er hat gar nicht gebohrt.“ Die Fahrt hat ein bisschen was von einem Zahnarztbesuch für mich: „Der Nächste, bitte!“ Für uns beide ist gerade noch Platz in dem kreisrunden Etwas. Etwas unbeholfen und mit mulmigem Gefühl stakse ich hinein. Meine Tochter hingegen ist voller Vorfreude. Während des Wartens auf den „Aufzug“ komme ich mit einer Amerikanerin ins Gespräch, die auch ihrem Sohn zuliebe mitfährt und wie wir im Feriendorf übernachtet, allerdings in einem der Häuser, nicht im Zelt. Dann geht die Fahrt los. Sooo schlimm ist es gar nicht, wie ich erwartet hatte, mir wird nicht einmal schlecht und auch das Tempo ist nicht so rasant, wie ich befürchtet habe. Nicht einmal nass werden wir, die Insassen gegenüber behalten alles Wasser für sich und teilen nicht mit uns. ;) „Mama, Mama, er hat gar nicht gebohrt!“ Somit brauchen wir auch nicht den Alpen-Föhn, sondern meine Tochter kann sich noch im Reka-Abenteuer-Camp mit Kletterwand austoben, ehe wir gemeinsam die Alpenschlucht überqueren und das Alpin-Rafting von oben betrachten. Das war mir während unserer Fahrt gar nicht aufgefallen, dass das möglich ist. Inzwischen ist es 18 Uhr, die meisten Teile des Parks schließen angeblich. Da erreicht mich der Anruf meines Mannes, dass er sich nun auch auf den Weg macht zu uns. Also begeben wir uns an die Rezeption des Feriendorfes, um unseren Zeltschlüssel abzuholen. Wir gehen über die Terrasse des Restaurants. Kurz überlege ich angesichts der verlockend aussehenden Teller, ob wir nicht doch die Halbpension in Anspruch nehmen sollten. 9 € für T. ist in meinen Augen ein angemessener Preis, wohingegen ich die 24 € für mich definitiv zu viel finde, zumal ich eigentlich noch satt bin von unserem mitgebrachten Reiseproviant und auch noch mehrere Semmeln und einiges an Obst übrig sind. Ich entscheide mich also endgültig dagegen, zumal die Getränke extra kosten würden. Ich debattiere am Abend noch lange mit meinem Mann über die Preisgestaltung: Für uns (2 Erwachsene+1 Kind) ist die Halbpension definitiv zu teuer. (57 € zuzüglich Getränke, da zahlen wir sonst, wenn wir als komplette Familie = 5 Personen gutbürgerlich essen gehen nur geringfügig mehr, manchmal sogar weniger, je nach Speiseauswahl.) Auch finde ich ich nicht fair, dass ein 3-Jähriger genauso viel zahlt, wie z.B. ein 14-Jähriger. Unser Sohn hat in diesem Alter speziell beim Buffet Unmengen vertilgt. Wäre bei uns der Kinderanteil höher, z.B. 2 Erwachsene + 4 Kinder, dann wäre der Halbpensionspreis in der Summe angemessener. An der Rezeption erhalten wir den Schlüssel für unser Forscher-Zelt und das Forscher-Kit, das meine Tochter begeistert in Empfang nimmt. Wir bringen schon einmal die Schlafsäcke zum Zelt. 6 bunte bemalte Zelte stehen im Kreis um eine Sitzgelegenheit aus Holz. Vor einigen steht bereits ein Bollerwagen, alle haben Fußmatten davor. Die Tür klemmt ein wenig beim Aufsperren und auch beim Verriegeln von innen. Nun ja, es war ein feuchter Sommer mit viel Regen und einigen Temperaturveränderungen, da ist das Holz wohl etwas feucht geworden und hat sich verzogen – nicht mein Problem. T. ist überrascht und begeistert. Überrascht davon, dass das Zelt mit Holz ist und dass darin richtige Betten mit weißen Laken stehen und auch über den Stromanschluss. Ich erkläre ihr, dass Forscher in fremden Ländern stabilere Zelte bräuchten, als das „Billigzelt“, was wir haben. Wenn die über einen längeren Zeitraum Tiere beobachten z.B. im Dschungel, dann wollten die es etwas bequemer haben. Sie stürmt dann auch sehr schnell mit Petrischale und Lupe los, um Bodentiere zu sammeln, ist dann enttäuscht, dass in ihrer Erdprobe keine sind. Ich vertröste sie auf den folgenden Morgen und begründe, dass es ja den ganzen Tag so heiß war, dass sich die Tiere in tiefere Schichten verzogen hätten. Sie gibt sich zufrieden und ist dann doch auch damit einverstanden, mit zum Bahnhof Meckenbeuern zu fahren, um ihren Vater abzuholen. Bei der Ausfahrt stelle ich fest, dass es eine Schranke gibt – und ich natürlich kein Parkticket habe. Wir sind inzwischen am anderen Ende der Einbahnstraße, zurückfahren geht folglich nicht. Also versuche ich telefonisch die Rezeption zu erreichen, die angeblich 24 h erreichbar ist. Dort ist natürlich dauernd besetzt, also mache ich mich auf zum Infopoint am Parkausgang (nur halbe Wegstrecke), Theresia lasse ich im Auto. Die kurz vor Feierabend genervte Mitarbeiterin zeigt zwar wenig Verständnis für meinen Unmut, aber sie gibt mir wenigstens eine Parkkarte, kann ich doch meine Zughörigkeit zum Feriendorf nachweisen. Ich fühle mich eingesperrt und das sage ich ihr auch so, ich könnte ja auch noch mal abends zum Bodensee wollen, aber so etwas ist wohl nicht vorgesehen für Feriendorfgäste. Hm, mein Groll hält noch ziemlich lange an. Mein armer Mann bekommt ihn gleich zu spüren, hat er doch versucht, mich während der Fahrt anzurufen (nein, ich habe keine Freisprechanlage im Auto und kann deshalb auch nicht ans Telefon gehen) und steht dann vor dem Bahnhof am Taxistand im absoluten Halteverbot. Ich erkläre ihm immerhin, dass er nicht die Ursache meiner Verstimmung ist, sondern nur das Opfer, über die Hintergründe lasse ich ihn noch im Unklaren. Bei der Wiedereinfahrt auf den Parkplatz schwindet mein Groll: Da steht ganz groß und deutlich an der Schranke, dass man für die Ausfahrt ein Ticket braucht, was man an der Rezeption oder Kasse bekommt. Wer lesen kann, ist klar im Vorteil. Ich war wohl blind bei meiner Ankunft am Vormittag und habe das schlicht überlesen oder einfach nicht wahrgenommen. ... An diesem zweiten Tag kann ich Käptn Blaubärs Gummikuttern nicht widerstehen, auch mein Mann besteigt eines der kreisrunde Boot. So viel Spaß hatten wir als Familie schon lange nicht mehr. Angriff, rammen von vorne von hinten, von der Seite, ab durch die Mitte. Theresia und ich genießen es, mein Mann gibt nach der regulären Zeit auf.Da nur wenige Leute unterwegs sind, können wir so lange fahren, wie wir wollen, bis mehr Leute kommen. Auch Käpt‘n Blaubärs Abenteuerfahrt müssen wir natürlich ein zweites Mal machen. Und dabei entdecken wir so manches Detail, was wir beim ersten Mal übersehen haben. Doch dann verlassen wir Käpt‘n Blaubärs Wunderland und wenden uns Future World zu. Nach einer Minispielpause auf dem KidsAirport wenden wir uns zu den Galaxy Racern um eine Runde auf dem Mars (oder ist es der Mond?) zu drehen. Unsere Tochter darf alleine fahren, ich lasse mich von meinem Mann chauffieren. Nach einer Runde gibt Theresia dann doch entnervt auf, zu oft hat sie den Wagen an die Bande gefahren und ist nur mit freundlicher Hilfe des Personals wieder freigekommen. Zum Glück war noch nicht viel los. Auch wir beenden unsere Tour. Gemeinsam geht es zum Aussichtsturm. Der Blick über den Park und die Region ist atemberaubend. Aber wir stellen auch fest, dass noch wenige Leute im Park sind, was uns natürlich freut, denn wir werden auch weiterhin nur wenig anstehen müssen. Im 4D-Action Kino hole ich mir ein paar blaue Flecken, weil ich beim Vorbeigehen nicht aufpasse und an Armstützen hängen bleibe. Theresia gefällt die rasante Fahrt, meine Begeisterung hält sich eher in Grenzen. „Nett gemacht!“ ist der Kommentar meines Mannes. ... Nach kurzer Pause zieht es sie zu Lupos Goldmine, um dort Gold zu waschen. Tatsächlich wird sie fündig. Aber sie ist dann doch sehr enttäuscht, dass sie das gefundene Gold im Gegensatz zu anderen Goldminen, wo sie schon gewaschen hat, nicht behalten darf, sondern nur eine Urkunde bekommt, wie viel Gold sie gewaschen hat. Für ein Beutelchen voller „Goldnuggets“ hätten wir wieder 1 € bezahlen müssen. Ich habe ihr dann erklärt, dass die Goldsucher früher ihr gefundenes Gold auch nicht behalten durften, sondern das gefundene Gold abgegeben wurde an die Minenbesitzer, und die Minenarbeiter nach Gewicht bezahlt wurden. Am Nici-Shop konnte ich sie geschickt vorbei lotsen, zum Rutschen hatte sie keine Lust. ...Sie will noch den Führerschein machen in der MobileKidsVerkehrsschule. Papa passt derweil ganz erschöpft auf die Einkäufe auf, währenddessen ich noch einmal ins bunte SchokoHaus gehe, die am Vortag gefertigte Schokolade abhole und ein Aktionspaket 2 kg Ritter Sport Schokolade kaufe. Einzeln sind die Tafeln deutlich teurer als regulär, erst recht als im Sonderangebot im Supermarkt, dafür gibt es Sorten, die ich dort noch nie gesehen habe, z.B. vegane oder laktosefreie Schokolade. Wobei ich darauf auch noch nie geachtet habe, weil in dieser Hinsicht bei uns kein Bedarf besteht. Die Schokolade ist dann auch das Lockmittel, die stolze, aber erschöpfte Führerscheinbesitzerin zur Heimfahrt zu bewegen. Fazit: Ob man das Spieleland als langweilig empfindet, hängt natürlich von der eigenen Erwartungshaltung ab. Ich bin absolut kein Freizeitparkfan, ich mag keine Achterbahnen, keinen Nervenkitzel etc. sondern ziehe das Gemütliche vor. D.h. ICH hatte meinen Spaß im Spieleland. Da ich meinen Spaß hatte, hatte es logischerweise meine 8-Jährige Tochter auch. Hätte ich herumgemault, wie langweilig/teuer alles ist, dann hätte sie sicher auch nur halb so viel Spaß gehabt. So aber genoss sie die exklusive Zeit mit Mama. Sie war stolz darauf, ALLE vorhandenen Fahrgeschäfte allein machen zu können – auch ohne Mama, außer den Dingen, für die sie schon zu groß war. Meine beiden älteren Kinder hätten das Spieleland wohl auch eher als langweilig für ihre Bedürfnisse empfunden. Sicher – der Eintrittspreis ist hoch. Aber dafür mussten wir auch nirgends lange Schlangestehen. Wenn man andernorts 20 bis 30 Minuten für eine Fahrt mit der Wildwasserbahn anstehen muss, dann waren hier die 5 (?) Minuten harmlos. Und mal ehrlich: so viel wie meine gefahren ist (29 mal + jede Menge ungezählter Spaß), dann hat jede Fahrt im Schnitt 1,70 € gekostet. Da würde ich z.B auf dem Oktoberfest oder einem sonstigen Volksfest deutlich mehr zahlen. Dennoch ist es natürlich heftig, als Familie bei einem Tagesausflug mal eben 100 € an Eintritt hinzulegen. Da lohnt sich ein 2-Tagesticket schon eher, oder eben tatsächlich eine Saison- oder Jahreskarte. Wahrscheinlich kommen wir wieder, wenn es nach unserer Tochter geht, würde sie schon morgen wieder kommen wollen, aber dazu ist mir die Anfahrt zu weit.
Forscherzelt