Elternforum Erster Kinderwunsch

Wer von Euch hatte Endometriose und ist trotzdem schwanger geworden? ol T.

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Danke für Die Antworten Jean


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Hallo, also, ich habe eine ganz schrecklich lange ENdometriose-Geschichte hinter mir, mit ca. 5 OP´s in 2 Jahren, die letzte davon im Herbst, zwischendurch immer hormonbehandlungen und Insemination, nichts half. nach der letzten op haben sie mich in die künstlichen Wechseljahre für 4 monate geschickt. Danach sollte ich nicht zu lange ohne hormone sein, d.h. entweder pille oder schnell schwanger werden. Ich wollte erstmal wieder zu mir finden, und wollte beides nicht, also hab ich mir ein persona besorgt, um mit meinem körper mal wieder eins zu werden. Freitag habe ich die unglaubliche nachricht von meiner Frauenärztin bekommen ,das ich schwanger sei, war eigentlich wegen Ziehen im unterleib hingegangen, war auch überfällig, aber das kann bei endometriose ja leider auch heißen das wieder eine zyste da ist, die nach innen einblutet. Ich bin erst seit 3 monaten mit dieser wechseljahrstherapie fertig und bin schon schwanger, und das ganze nach ca. 3 1/2 jahren, ich kann es noch gar nicht fassen. Halte durch!!!! viel glück


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Jean


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o.t


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Hallo Jean, bin mit Endometriose zweimal schwanger geworden. Ich bin im Thema außerdem einigermaßen firm, weil ich viel dazu recherchiert und auch schon Artikel dazu geschrieben habe (bin Journalistin). Also, neueste Forschungen gehen inzwischen davon aus, dass es sehr wahrscheinlich ist, dass jede Frau Endometrioseherde hat, wenn man mal mit dem Mikroskop in die Bauchhöhle schaut. Nur guckt man bei denen, die rasch schwanger werden, gar nicht erst nach. Auch kommt es natürlich auf den Grad der Endo an. Viele Frauen haben nur einzelne Zell-Versprengsel, manche dagegen starke Befunde mit Schokoladenzysten etc. Seltsamerweise muss aber kein Zusammenhang bestehen zwischen der Schnelligkeit des Schwangerwerdens und dem Grad der Endo. Es gibt Frauen mit ziemlich ausgeprägter Endo, die keinerlei Beschwerden haben und rasch schwanger werden (bei denen ist die Endo dann oft ein Zufallsbefund, z.B. bei OP wegen anderer Erkrankung oder Zyste o.ä.). Und Frauen mit leichter Endo, die aber blöd lokalisiert ist (z.B. in den Eileitern), bei denen es ohne weitere Maßnahmen nicht klappt. Auch bei starker Endometriose fahren moderne Ärzte inzwischen eine Minimaltherapie. Die "künstlichen Wechseljahre" als Hammertherapie mit fiesen Nebenwirkungen kommt aus der Mode, auch wenn das bei vielen Gynäkologen noch nicht angekommen ist (die auch nix dafür können, sie müssen in sovielen Bereichen up to date sein und können sich nicht mit einer einzigen Problematik so ausführlich befassen). Die viermonatige Hormontherapie drückt nämlich die Endometriose nur vorübergehend runter, danach ist sie fast immer sehr rasch wieder da. Die Schwangerschaftsrate nach Hormontherapie ist statistisch überdies nicht erkennbar höher als ohne diese Therapie. Grund ist, dass man seit kurzem weiß, dass bei der Hormontherapie lediglich die obere Schleimhautzellen-Schicht der Herde ausgetrocknet wird. Die sog. Basalzellen bleiben intakt und bilden sofort nach Ende der Therapie wieder neue Endo-Schleimhaut. Was auch ganz logisch ist, schließlich funktioniert es innerhalb der Gebärmutter genauso: Hormonbedingt wird die obere Schleimhautschicht mit der Menstruation abgestoßen, die Basalzellen bleiben aber natürlich davon unbetroffen und bilden im nächsten Zyklus neue Schleimhaut. Da Endo ja nix anderes ist, als Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutter, funktioniert der Mechanismus hier genauso. Sinnvoller ist daher eine (zur Not mehrmalige) weitmögliche Entfernung der Herde per Bauchspiegelung, und daran anschließend sofort und ohne Hormontherapie entweder die künstliche Befruchtung oder auch das spontane "Üben" ;-) Ich selbst habe mittelstarke Endo (Grad II) und bin damit zweimal schwanger geworden (ein Kind, eine FG). Ich hatte zunächst eine Bauchspiegelung, bei der die Herde entfernt wurden und bin dann inh. von vier Monaten schwanger geworden. Meine Ärztin wollte vorher noch die Hormontherapie machen, was ich (zum Glück) abgelehnt hatte, weil ich bei einer Freundin gesehen hatte, wie schlecht es ihr damit ging. Man muss sich aber zeitlich nicht unter Druck setzen, denn als diese Schwangerschaft schief ging (NICHT wegen der Endo), dauerte es fast ein Jahr, bis ich wieder schwanger wurde. Ich hatte dauernd Angst, die Endo könnte in der Zeit wieder schlimmer werden, aber es war nicht so. Es gibt zwar Frauen, die sehr schnellwachsende Endo haben. Aber normalerweise hat man nach Bauchspiegelung schon so ein bis anderthalb Jahre Zeit fürs Üben, darf sich also entspannen. Oben erwähnte Freundin hat übrigens schwere Endometriose mit Schokoladenzysten und häufigen starken Schmerzen. Auch sie hat zwei Kinder. Das erste Kind kam nach Bauchspiegelung plus Hormontherapie (sehr schwere Nebenwirkungen). Ihr neuer Arzt hielt aber nix von der Hormontherapie, sondern machte einfach nur in großen Abständen Bauchspiegelungen, um mal wieder alles zu reduzieren und die Herde zu beseitigen. Er sagte immer, sie würde auf jeden Fall nochmal schwanger, und er behielt Recht: Das zweite Kind kam ohne Hormone einige Zeit nach einer BS. Meine Ärztin sagt, eine nicht allzu ausgeprägte Endometriose muss erstmal gar nicht behandelt werden. Oft ist sie kein SS-Hindernis oder verzögert lediglich den Eintritt einer SS etwas. Erst wenn sich nach zwei Jahren kein Kind eingestellt hat, sollte man mal per Bauchspiegelung alles so weit als möglich entfernen und dann entweder selbst üben oder - je nach Befund der BS - eine künstl. Befruchtung in Erwägung ziehen. Ich selbst habe vor einiger Zeit nochmal eine BS machen lassen, wo sich zum Glück herausstellte, dass die Endo sich in den letzten fünf Jahren (seit Geburt Tochter) nicht verschlechtert hat. Es wurde mal wieder alles entfernt und ich hoffe, dass es nochmal was wird mit einem Kind. Liebe Grüße, Bonnie