Elternforum Erster Kinderwunsch

Schwangerschaft ja/nein?

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Hallo, ich stehe momentan vor einem kleinen (oder uach großen, je nachdem) Problem. Ich bin seit 5 jahren in einer festen beziehung, ich bin mittlerweile 22, er 26 und so langsam aber sicher festigt sich dann doch der wunsch nach einem baby. leider ist es bei uns nicht alles so einfach. mein freund leidet unter depressionen und ist derzeit in behandlung. desweiteren ist er momentan arbeitslos, was ja nicht so schlimm wäre, aber er hat auch keine ausbildung/studium. wir grübeln hin und her. es wäre wirklich ein großer traum. finanziell ginge es sicherlich, er müsste dann "mutterschutz" bzw. erziehungsurlaub beantragen und ich würde weiterarbeiten. doch ist das wirklich kindgerecht? oder sind wir zu egoistisch? noch dazu käme, dass wir in einer rel. kleinen wohnung wohnen und wir ein paar kleintiere und drei katzen haben. außer toxoplasmosegefahr habe ich da noch vom plötzlichen kindstot wegen einstreu etc. gehört. puh, wenn ich das so lese spricht wirklich einiges dagegen, aber das herz will so gerne.... was würdet ihr empfehlen. abwarten?


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Hallo, schwierige Frage, aber ich persönlich finde, dass nicht das Geld das Problem ist. Sondern die Depressionen Deines Partners. Erst, wenn er die wirklich im Griff hat, würde ich an ein Kind denken. Zum Beispiel sollte er aktiv werden und sich um ein eigenes Einkommen bemühen, wie auch immer (ABM, Ausbildung anfangen, irgendeinen Job annehmen, auch wenn's nicht gut bezahlt wird). Es ist nicht gut, wenn ein junger Mann von 26 Jahren finanziell nicht wirklich auf eigenen Beinen steht - da ist die Depression ja fast vorprogrammiert. Und ich glaube auch nicht, dass er die in den Griff bekommt, bis er sein Leben wirklich in die eigene Hand nimmt. Wer nur zu Hause hängt und Trübsal bläst, weigert sich damit auch irgendwie, erwachsen zu werden (sorry, das ist hart gesagt, ich weiß). Manchmal ist es für junge Männer (die ja leider oft etwas später erwachsen werden als wir Mädels ;-)) wirklich schwer, die Verantwortung für ihr Leben zu übernehmen. Aber es gehört zum Erwachsenwerden dazu, dass man das tut. Auch eine fehlende Ausbildung ist meiner Meinung nach keine Entschuldigung. Es GIBT Jobs, auch wenn die natürlich nicht toll sind. Ein Nachbar von uns ist Ende 20. Er hat schon als Busfahrer, Koch, Nachtwächter, Portier und Lackierer gearbeitet. Er hat drei Kinder und hat es immer geschafft, zusammen mit seiner Frau gut über die Runden zu kommen. Ein wenig Einsatz muss aber natürlich sein. Du scheinst momentan die Aktivere und Tüchtigere von Euch beiden zu sein. Ich finde, dass Du auf lange Sicht einen Mann brauchst, der ebenfalls Verantwortung für sich und andere übernehmen kann. Wenn er das nicht kann, wie soll er dann ein guter Vater werden? Was ist nach den drei Jahren "Erziehungsurlaub", ist da nicht der Gang zum Sozialamt vorprogrammiert, weil ihm der Einstieg ins Berufsleben dann endgültig nicht mehr gelingen wird? Momentan klingt es etwas, als seist Du bereit, die Verantwortung für Euer gemeinsames Leben relativ allein zu tragen, das finde ich gefährlich. Denn eine solche Situation kann eine Beziehung nicht Jahre oder Jahrzehnte lang tragen. Ein Kind ist schon extrem anstrengend, aber wenn Du dann auch noch ein "großes Kind" hast, das nicht auf eigenen Beinen steht, ist die Überforderung vorprogrammiert. Hilf Deinem Freund dabei, eigenständig und finanziell unabhängig zu werden. Wenn er das gut geschafft und seine Depression nachhaltig in den Griff gekriegt hat (notfalls mit Hilfe einer Psychotherpie), DANN erst würde ich an ein Kind denken. Liebe Grüße, Mimi


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er ist in therapie und leider kommt man aus diesem teufelskreis nicht raus. es hat nichts mit faulheit oder selbstmitleid zu tun. depression ist eine krankheit, kein gemütszustand. das nur zur info ;o)


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Hallo, bin eigentlich nur durch Zufall hier und auf Deinen Beitrag gestoßen. Und ich würde Dir eigentlich im Moment auch eher zum Abwarten raten... Ich weiß, dass Depression eine Krankheit ist. Ich war nämlich mal in einer ziemlich Situation wie Du wohl jetzt, war 23, seit sechs Jahren zusammen, und mein damaliger Partner litt unter Depression (incl. tlw. arbeitslos, abgebrochene Lehre etc.). Ich habe damals auch einen sehr, sehr großen Kinderwunsch gehabt, und mein Partner war mit einer Familiengründung (und genau so einer Arbeitsteilung, wie Du sie hier beschreibst) einverstanden. Und als ich schwanger war, wurde seine Krankheit schlagartig so viel schlimmer, dass es absolut nicht mehr ging. Es gab teilweise schreckliche Szenen... Ich weiß, Depression ist eine Krankheit, und ich weiß, mein damaliger Partner kann im Grunde nichts für die Dinge, die damals passiert sind, ich werfe ihm auch absolut nichts vor (er mir schon). Aber mittlerweile bin ich mehr als unendlich froh, dass ich alleinerziehend bin - ich denke, in seinen wirklichen schlimmen Zeiten wäre er ernsthaft eine Gefahr fürs Kind, und manche Dinge muss ein Kind auch nicht miterleben, denke ich. Bei mir hat jedenfalls die Kraft nicht gereicht, für ihn, mich und das Baby alleine stark zu sein...


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Hi, vielen Dank für die Antwort. Ja, so ähnlich ist es bei uns auch. Wir haben uns entschlossen, dass er erstmal eine Ausbildung anfangen soll bzw. erstmal wieder ins berufsleben zurück muss. zwei jahre ausbildung gehen schnell vorbei. und dann bin ich ja auch erst 25. und dann fühlt man sich vielleicht auch sicherer.